Rezension: Fisch-Mafia von Eskil Engdal und Kjetil Sæter

1 Euro pro verkauftem Buch Fisch-Mafia gehen an die Meeresschutzorganisation Sea Shepherd!

Wie es sich für einen Krimi gehört, beginnt das Buch mit einem geheimen Treffen: „Der Regen peitscht gegen die großen Fensterscheiben des Flughafengebäudes. Er steht in der Ankunftshalle und hält ein Schild mit unseren Namen hoch, als würden wir zu einer Konferenz oder einer Safari abgeholt. Er habe seit vierundzwanzig Stunden nicht geschlafen, sagt er.“ Die norwegischen Journalisten Eskil Engdal und Kjetil Saeter schildern in Fisch-Mafia die kriminelle und bandenartige Vorgehensweise von Fischwilderern. Für ihre Recherche werteten sie Verhörprotokolle aus und befragten Zeugen. Sie dokumentieren die monatelange Verfolgungsjagd der Umweltorganisation Sea Shepherd hinter der illegalen Fangflotte in der Antarktis. Das Buch liest sich wie ein Krimi – nur leider ist dieser nicht fiktiv sondern die schonungslose Realität. Leser bekommen einen tiefen Einblick in das Denken und die Arbeitsweise der skrupellosen Geschäftemacher auf unseren Weltmeeren.

Die Paten der Fisch-Mafia
Das Geschäft mit dem Antarktisdorsch ist illegal – und so lukrativ wie Drogenhandel. Polizei und Behörden gucken weg und die Flotte von Piraten-Trawlern spült ihren Eignern zweistellige Millionenbeträge in die Taschen. Der illegale Handel mit Antarktisdorsch ist kaum in der Öffentlichkeit bekannt. In den 80er Jahren kam der bis zu zwei Meter lange, graue und schmucklose Tiefseefisch erstmals in amerikanischen Restaurants auf den Teller: „Der Antarktisdorsch glich einer Mischung aus Hummer und Jakobsmuschel und er wurde von vielen als der wohlschmeckendste Fisch bezeichnet. Die Jagd auf das ‚weiße Gold‘ bringt verdecktes Vermögen und droht die langsam wachsende Delikatesse auszurotten.“