Gerade jetzt mitten in der Corona-Pandemie gibt es keine Hefe im Supermarkt zu kaufen und so habe ich mich auf die Suche nach einer Möglichkeit gemacht, Hefe selbst herstellen zu können! Und ja, es ist eigentlich ganz einfach, warum habe ich das nicht schon viel früher so gemacht? Außerdem schmeckt alles damit viel aromatischer 😉

Hefe und der Hefepilz ist ein einzelliger Organismus, er verwandelt Zucker in Kohlendioxid und Alkohol. Überall in der freien Natur kommt Hefe vor und gedeiht prächtig in sauerstoffarmer Umgebung auf der unbehandelten Schale von Trockenfrüchten, also ungeschwefelten Rosinen zum Beispiel. Hier ernährt sie sich hauptsächlich von Zucker. Bereits in der Antike war die nützliche Wirkung der Hefe für den Gärungsprozess und die Herstellung von Brot und Bier bekannt. Hefe ist eine unersetzliche Zutat für Bäckereien und Brauereien. Willst du zu Hause Pizza oder Brot selber backen, brauchst du sie dafür. Sie bringt den Teig als Lockerungsmittel dazu, aufzugehen.

Hefe selbst herstellen
Köstliche aromatische Dinkelbrötchen mit Hefewasser gebacken. Das Rezept stelle ich in den nächsten Tagen in den Blog.
Hefe einfach selbst herstellen

Viele Menschen vertragen die industrielle Hefe nicht so gut, sie verursacht bei ihnen Blähungen oder Verstopfungen. Selbst produzierte Hefe oder auch Wilde Hefe genannt, hat hier den Vorteil, dass auf industrielle Zusatzstoffe verzichtet wird. Das selbst gemachte Hefewasser ist wesentlich besser verträglich, beugt Verstopfungen vor und wirkt sich dank des hohen Vitamin-B-Gehalts positiv auf die Darmflora aus. Und man weiß, was in der Hefe und den Backwaren, die man mit ihr herstellt, was drinsteckt.

Wilde Hefen und Bakterien gibt es quasi überall und man sich mit haushaltsüblichen Zutaten sehr leicht eigene Hefekulturen anlegen. Datteln haben einen hohen Zuckergehalt und bieten mit der klebrigen Oberfläche einen idealen Nährboden für Hefekulturen.

Anleitung

Hefe selbst herzustellen, ist nicht nur einfach, sondern macht darüber hinaus auch sehr viel Spaß. Zur Herstellung deiner eigenen Hefe benötigst du lediglich folgende Zutaten und Hilfsmittel:

1 verschließbare Glasflasche (500 ml)
500 ml Leitungswasser lauwarm (30 °C)
1 EL Zucker
1 -2 EL Rosinen oder 2 Datteln

Um für die nötige Hygiene zu sorgen, sollten Flasche und Deckel bei höchster Temperatur in der Spülmaschine gereinigt werden oder in einem Topf zehn Minuten lang abgekocht werden. Verwende zum Rausholen der Flasche eine Zange oder trage einen Ofenhandschuh, um dich nicht zu verbrennen.

2x am Tag schütteln und lüften

Alle Zutaten in das Glas füllen, ein bisschen umrühren, damit sich der Zucker auflöst, Deckel drauf und an einen warmen Ort stellen. Am besten an die Heizung. Morgens und abends schüttelst du einmal kräftig durch. Dadurch aktivierst du die Hefe Tag für Tag und vermeidest, dass sich Schimmel auf der Wasseroberfläche bildet. Sollte sich dennoch Schimmel bilden, empfehlen wir dir, die Mischung sicherheitshalber zu entsorgen und neu anzusetzen.

Öffne die Flasche nach dem Schütteln vorsichtig, damit entstandene Gase entweichen können. Du kannst die Flasche auch leicht geöffnet lassen, sodass das Gas kontinuierlich entweichen kann. Bereits nach zwei bis drei Tagen setzt der Gärungsprozess ein. Das Wasser wird trüb und es bilden sich kleine Bläschen, es blubbert kräftig.

Nach 5 Tagen kannst du das Hefewasser zum Brotbacken verwenden. Wenn im Rezept steht, dass du 250 Milliliter Wasser brauchst, nimmst du einfach 250 Milliliter Hefewasser stattdessen. Du musst dann einfach wieder Wasser aufgießen, etwas Zucker rein und eventuell die alten Rosinen entfernen und neue verwenden. Ich habe die Rosinen probiert, weil ich sie nicht einfach entsorgen wollte. Aber ich habe mich dann ziemlich schnell für die Biotonne entschieden 😉 Nicht so mein Geschmack, aber probiere ruhig selbst mal! Vielleicht hast du eine gute Idee zur Weiterverwendung?

Die selbst gemachte Hefe ist im Kühlschrank bis zu zwei Monate lang haltbar. Willst du ein Brot backen, musst du das Glas etwa einen halben Tag vorher aus dem Kühlschrank nehmen. Dass die Hefe wieder einsetzbar ist, siehst du daran, dass die Rosinen wieder oben schwimmen!

Hefe selbst herstellen
Vorteig für Dinkelbrötchen mit Hefewasser anrühren.
Hefewasser beim Backen verwenden

Wilde Hefe kannst du wie gesagt einfach als Ersatz für frische Hefe oder Trockenhefe in den Rezepten verwenden. Was man allerdings wissen muss, ist, dass du der wilden Hefe ein bisschen Zeit geben musst, um ihre Arbeit verrichten zu können! Willst du beispielsweise Brötchen backen, solltest du den Teig solange gehen lassen, bis sich deutlich Blasen entwickelt haben.

Wenn man mit wilder Hefe backen will, muss man ein bisschen ein Gespür für den Teig entwickeln. Hat man sich aber erstmal auf das Experiment eingelassen und den viel besseren Geschmack lieb gewonnen, will man nicht mehr die industrielle Hefe verwenden 😉

Ich wünsche Euch viel Erfolg und Spaß beim Experimentieren!

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