Leichter geht es durch die Wechseljahre mit veganer Ernährung – das ist das Ergebnis einer Studie, die im Juni in der Fachzeitschrift Maturitas veröffentlicht wurde. Wie wirkt sich eine vegane Ernährung auf Hitzewallungen, nächtliches Schwitzen, Gelenkschmerzen, Müdigkeit und Schlafprobleme aus?

Was sind die Wechseljahre?

In den Jahren vor und nach der letzten Regelblutung befinden sich Frauen in den Wechseljahren. Nach den Wechseljahren können Frauen keine Kinder mehr bekommen. Die Wechseljahre beginnen ab Mitte 40, wenn die Eierstöcke weniger Geschlechtshormone produzieren und der Eisprung häufiger ausbleibt, die Fruchtbarkeit nimmt ab. Ein erstes Anzeichen hierfür können unregelmäßige Monatsblutungen sein, wobei am Anfang die Zyklen oft kürzer sind und anschließend länger. Schließlich enden die Monatsblutungen ganz. Die allerletzte Monatsblutung wird Postmenopause genannt. Die Zeit der Wechseljahre wird auch Prämenopause genannt.

In Deutschland sind die meisten Frauen 51 Jahre alt, bei manchen Frauen hört die Periode schon im Alter von 45 oder früher auf. Andere erleben die Menopause erst mit Mitte 50. Bis die hormonelle Umstellung ganz abgeschlossen ist, vergehen üblicherweise noch weitere Jahre. Der Fachbegriff für die Wechseljahre lautet Klimakterium.

Ziel der Studie

Lebensstiländerungen, die die Symptome der Wechseljahre reduzieren können, haben großes Interesse geweckt. Die vegetarische Ernährung ist mit einem geringeren Risiko für chronische Krankheiten sowie einem gesünderen hormonellen Milieu verbunden. Ziel in dieser Querschnittsstudie war es, Frauen zu befragen, um Wechseljahrsbeschwerden und Ernährungsmuster zu untersuchen. Die Verteilung der Umfrage in den Jahren 2015 bis 2016 richtete sich an Veganerinnen, Vegetarierinnen und Mischköstlerinnen im Alter von 45 bis 80 Jahren, die auf Websites für Senioren und vegetarischen Social-Networking-Websites sowie in veganen Restaurants und Veranstaltungen aktiv waren.

Ergebnisse

Untersucht wurden vasomotorische und körperliche Symptome, gemessen an einem Fragebogen der die Lebensqualität in den Wechseljahren misst, auch Menopause-specific Quality of Life Questionnaire (MENQOL) genannt. Ebenfalls abgefragt wurden Ernährungsgewohnheiten wie beispielsweise der Konsum von tierischen Lebensmitteln.

Von 754 Teilnehmern, die die Umfrage abgeschlossen haben, berichteten 604, dass sie sich in der prämenopausalen Phase oder der postmenopausalen befanden. 539 von ihnen beantworteten auch die Fragen zu den Ernährungsgewohnheiten.

Verglichen wurden vasomotorische und körperliche Symptome bei 304 Mischköstlerinnen, die Fleisch und/oder Geflügel mindestens monatlich konsumierten und 125 Veganerinnen, die auf alle tierischen Proteine verzichteten anhand allgemeiner linearer Modelle. Weitere Variablen umfassten Alter, Bewegung, Hormonersatztherapie, Vorhandensein von Geschlechtsorganen und Alter in den Wechseljahren.

Bei den Frauen in der prämenopausalen Phase berichteten Veganerinnen von weniger lästigen vasomotorischen und körperlichen Symptomen als die Mischköstlerinnen. Für beide Gruppen waren mehr Gemüse und weniger Fleisch mit weniger lästigen Symptomen verbunden. Fazit war, dass die Umstellung auf eine pflanzenbasierte Ernährung für Frauen in den Wechseljahren hilfreich sein kann, die ein natürliches Mittel zur Behandlung ihrer Symptome bevorzugen.


Mehr Informationen

Vegans report less bothersome vasomotor and physical menopausal symptoms than omnivores

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