Meine Kuh will auch Spaß haben ist ein Plädoyer gegen die Massentierhaltung von der beliebten schwedischen Kinderbuchautorin Astrid Lindgren. In der industriellen Massentierhaltung geht es dem Großteil der Schweine, Hühner und Kühe sehr schlecht, das sollen die Kinder aber besser nicht erfahren, denn sonst könnte es ja sein, dass sie ihren Eltern unbequeme Fragen stellen.

Astrid Lindgren war ja schon oft anderer Meinung als viele Eltern und nutzte in den 80er Jahren ihre Bekanntheit aus, um eine Tierschutzdebatte in Schweden auszulösen. Meine Kuh will auch ihren Spaß haben dokumentiert, wie sie mit Hilfe von Zeitungsartikeln von 1985 bis 1989 in der schwedischen Tageszeitung Expressen gemeinsam mit Kristina Forslund, Tierärztin und Dozentin an der Tierärztlichen Hochschule Stockholm, diese Debatte angestoßen hat.

Tiere bekommen eine Stimme

Das Buch fängt mit dem ersten Artikel vom 3. Mai 1985 in Dagens Nyheter und einer unglücklichen Kuh im Kuhstall an. Über der Kuh hängt ein kleines elektrisch geladenes Blechstück, das dem Tier so lange Stromstöße versetzt, bis es in die Jaucherinne kackt und nicht dahin, wo es am bequemsten wäre. Astrid Lindgren wünscht dem Erfinder dieses „Kuhtrainers“ eine Verstopfung und erzählt auch vom Liebeskummer einer Kuh, wenn statt eines anständigen Bullen bloß noch einmal jährlich der Besamer mit einer kleinen Spritze kommt.

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Sie erzählt auch, dass die Wiesen und Weiden Schwedens in ihrer ursprünglichen Form nur erhalten bleiben können, wenn Tiere auf ihnen weiden. Kühe brauchen Wiesen und Sonne – warum nicht beides verbinden? In einem Brief an den früheren schwedischen Landwirtschaftsminister verlangt Astrid Lindgren den schrittweisen Übergang zu Kleinbetrieben. Sie fordert, dass nicht alle Tiere in einer Fabrik mit Antibiotika vollgestopft werden, wenn nur zwanzig Prozent krank sind. Der Leser solle sich doch einmal vorstellen, wie es wäre, wenn in einem Unternehmen nur 20 Prozent der Belegschaft krank wäre, aber alle Mitarbeiter Antibiotika nehmen müssten!

Sie gibt dem Huhn Lovisa in einem engen Käfig eine Stimme und verdeutlicht dem Leser auf diese Weise, was die Massentierhaltung für jedes einzelne Individuum bedeutet!

Was würde Gott dazu sagen?

Astrid Lindgren träumt davon, dass der Herrgott auf die Erde kommt und sie ihn durch die elenden Tierfabriken und den Ammoniakgestank führt. Gott ist entsetzt über die Zustände und diskutiert eifrig mit Lindgren im Traum darüber, wer denn hierfür verantwortlich ist und wie man die Situation ändern könne.

Die Artikel von Lindgren und Forslund lösten in Schweden eine heftige Tierschutzdebatte aus, die nicht folgenlos blieb. Noch Ende 1985 sollte ein neues Futtermittelgesetz erlassen werden, und zu ihrem achtzigsten Geburtstag präsentierte ihr der Staatsminister ein neues Tierschutzgesetz als Geschenk. Brachte das neue Gesetz wirklich eine Verbesserung? Wie ist die aktuelle Situation?

Mehr will ich nicht verraten! Ich kann das Buch sehr empfehlen, da es das Thema kindgerecht verpackt aber trotzdem nichts verherrlicht oder beschönigt!


Mehr Informationen

Autor: Astrid Lindgren/Kristina Forslund
Titel: Meine Kuh will auch Spaß haben. Ein Plädoyer gegen die Massentierhaltung*
Erschienen: 19. März 2018
Verlag: Oetinger
Form: 128 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3789109027
Preis: 14,00 €

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