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Die britische Milchindustrie rief im Januar auf der Semex-Molkereikonferenz in Glasgow zum Kampf gegen die vegane Welle auf, so stand es auf der Homepage des Scottish Farmer: „Eine Welle des Veganismus steigt bei jüngeren Konsumenten auf – und wenn die britische Milchindustrie nicht mehr tut, um ihr gesundes Image zu stärken, läuft sie Gefahr, verschluckt zu werden,“ schreibt der Journalist Douglas MacSkimming.

„Anti-Molkerei-Botschaften“

Wenn die Milchindustrie eine Zukunft haben will, dann, so die Redner auf der Molkereikonferenz, müssten die Anti-Molkerei-Botschaften, die eine gesunde Lebensweise ohne Milchprodukte propagieren, „energisch bekämpft werden“.

Daraufhin sprach sich die Handelsorganisation Dairy UK für den Kampf aus und ihre Geschäftsführerin, Dr. Judith Bryan, hat den Delegierten angekündigt, dass sie zusammen mit dem Agriculture and Horticulture Development Board (AHDB), ein Entwicklungsausschuss für Landwirtschaft und Gartenbau, ab Februar eine 1,2 Millionen Pfund schwere Kampagne zur Förderung von Milchprodukten in U-Bahnhöfen und Bahnhöfen starten wird: „Wir müssen die Milchwirtschaft in den Vordergrund stellen“, betonte sie und drängte die Milchbauern selbst, sich in die sozialen Medien zu begeben und zu twittern, um für die Milch zu werben.

Dr. Judith Capper, Beraterin für Nachhaltigkeit in der Tierhaltung und Gewinnerin der Auszeichnung „Milchwirtschaft des Jahres“ im vergangenen Jahr, betonte, dass die Zahl der Veganer zwischen 2006 und 2016 zwar um 261 Prozent auf rund 542.000 gestiegen sei, dies aber immer noch weniger als ein Prozent der Bevölkerung ausmache: „Aber das kommt nicht von der Tatsache, dass sie sehr laute Stimmen haben, sehr laut und erpicht darauf, ihre Botschaft zu vermitteln. Wenn die Verbraucher unsere Produkte nicht kaufen – Milch, Sahne, Butter, Käse usw. – werden wir in fünf bis zehn Jahren keine Milchindustrie mehr haben.“

Dr. Capper fügte hinzu, dass sie gegen den Widerstand gegen die vegane Bewegung sei – das würde nur den Anti-Milch-Kämpfern erlauben, die Agenda festzulegen. Sie war der Meinung, dass „eine starke Repräsentation der Gesundheits- und Umweltbotschaft der Branche“ gebraucht werde. Sie räumte jedoch ein, dass es keine einfache Aufgabe sei, einen Großteil der grafischen und manchmal unbegründeten Botschaften, die verbreitet werden, zu kontern: „Für jede negative Information, die ausgegeben wird, werden fünf positive benötigt, um ihr entgegenzuwirken“, sagte sie.

„Wer finanziert die vegane Welle?“

Foto: Heather Schwartz/Unsplash

Der Vizepräsident von Schottlands führender landwirtschaftlicher Organisation, der NFU Scotland, Gary Mitchell, begrüßte den Schritt von Dairy UK, stellte aber in Frage, ob die AHDB genug tat, um den Sektor zu fördern. Sie finanzierte auch die 1,2 Millionen Pfund schwere Kampagne mit. Er sagte: „Wird das Abgabengeld von den Produzenten sinnvoll verwendet? Ich bin mir nicht 100 prozentig sicher. Ich brauche keine Leute, die mir sagen, wie man Kälber aufzieht. Es gibt viele Berater und Organisationen wie den Scottish Dairy Hub, die uns in praktischen Fragen helfen können, wie beispielsweise bei der Pflege unserer Kälber.“

Professor Patrick Wall, Professor für öffentliche Gesundheit an der Universität Dublin, stellte in Frage, wer die vegane Kampagne tatsächlich finanziere, und hob die weit verbreitete Behauptung der sozialen Medien hervor, dass zwei Gläser Milch pro Tag zu einem frühen Tod führten und die Mode, eine Allergie gegen Milch zu haben: „Wir haben auch eine US-Firma, die nächstes Jahr mit einem kuhfreien Milchprodukt namens Perfect Day in Produktion geht. Es ist tierfreie Milch. Sie haben den Mittelsmann ausgeschnitten, wie bei der Kuh. Milch ist ein Naturprodukt, das direkt aus der Kuh kommt, dann fügen wir ihr Vitamine und Mineralien hinzu. Wann hört es auf, ein gesundes Naturprodukt zu sein und wird zu einem verarbeiteten Lebensmittel? Das müssen wir überwachen.“

Tja, wie es aussieht, sind wir langsam auf dem Vormarsch, wir bösen Veganer 😉


Quelle:

Dairy must stand against the vegan tide

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