Tag der Milch: Pflanzliche Milchalternativen in der Übersicht

Tag der Milch - Sojamilch
Selbstgemachte Sojamilch

Zum Tag der Milch am 1. Juni stelle ich euch schmackhafte und gesunde pflanzliche Milchalternativen vor. Wir sind weder aus geschmacklichen noch aus gesundheitlichen Gründen auf Milch von Tieren angewiesen. Die Bedingungen in der Milchindustrie und die sinkenden Milchpreise schaffen eine Nachfrage nach Pflanzenmilch und der Bedarf wächst kontinuierlich. Laut Marktforschungsinstitut Nielsen stieg der Umsatz mit vegetarisch-veganen Produkten im Lebensmitteleinzelhandel im vergangenen Jahr um 19 Prozent auf 686 Millionen Euro. Milchalternativen sind dabei mit einem Anteil von 36 Prozent die umsatzstärkste Warengruppe. Der wöchentliche Konsum von Sojamilch und Sojamilchprodukten hat sich zwischen 2010 und 2016 fast verdoppelt.

Pflanzliche Milchalternativen schonen die Umwelt

Sojamilch und daraus hergestellte Produkte benötigen weniger als die Hälfte an Wasser als herkömmliche Kuhmilch. Fetakäse schneidet mit 6,5 Kilogramm CO2-Emission* pro Kilogramm in der Klimabilanz sogar schlechter als viele Fleischsorten ab. Und mit 9 Kilogramm CO2-Emissionen pro Kilogramm ist Butter eines der klimaschädlichsten Lebensmittel. Sie ist sogar doppelt so schädlich wie Schweinefleisch. Dabei gibt es für jedes Milchprodukt gleich mehrere pflanzliche Alternativen.

Die Milchproduktion ist eine Belastung für Kuh und Kalb

Joghurt aus selbstgemachter Sojamilch.
Joghurt aus selbstgemachter Sojamilch.

Kühe geben nicht ununterbrochen Milch. Das wissen viele nicht. Um Milch zu produzieren, muss eine Kuh ein Kind auf die Welt bringen. Unter natürlichen Bedingungen trägt sie im Laufe ihres Lebens drei bis fünf Kälber aus. Für die Milchproduktion werden Kühe daher in eine Dauerschwangerschaft versetzt. Nach der Geburt werden die Kälber gewaltsam von ihren Müttern getrennt, da die Milch dem menschlichen Konsum vorbehalten ist. Bereits 6 bis 8 Wochen nach der Geburt wird die Kuh erneut besamt. Sobald ihre Milchleistung nachlässt, wird sie getötet.

Pflanzenmilch ist vielseitig und gesund

Ob cremige Sahne aus Kokosmilch oder ein Schokoeisbecher auf Mandelbasis: Produkte aus Pflanzenmilch sind vielseitig und treffen so jeden Geschmack. Inzwischen sind sie in den meisten Supermärkten und selbst in vielen Discountern verfügbar. Pflanzliche Milchsorten wie Sojamilch enthalten oft ähnlich viel Kalzium wie Kuhmilch. Da sie in der Regel weniger Fett enthalten, bieten sie eine gesunde und cholesterinfreie Alternative. Neue Sorten wie Hanfmilch bieten wertvolle Nährstoffe wie Omega-3-Fettsäuren. Damit sind sie der Kuhmilch weit überlegen. Ihr könnt Verbraucher können Pflanzenmilch auch sehr einfach zu Hause herstellen.

VEBU-Rezept für Mandelmilch

Mandelmilch
Aus dem Rest kann man leckeren veganen Käse herstellen.

Zutaten
100 g Mandeln
1 l Wasser

Zubereitung
1. Die Mandeln über Nacht in Wasser einweichen.
2. Mandeln mit Wasser in einem Standmixer etwa eine Minute gut durchmixen.
3. Die so entstandene Milch durch einen Nussmilchbeutel oder ein sehr feines Sieb passieren und in eine Flasche abfüllen. Fertig! Die Milch lässt sich übrigens auch mit anderen Nüssen wie Cashews oder Haselnüssen zubereiten. Aus dem Rest kann man sehr leckeren Mandelfeta herstellen. 

Pflanzliche Alternativen

Mandelfeta

Sojamilch: wird aus Sojabohnen hergestellt und kann Kuhmilch vollständig ersetzen. Mit 3 bis 4 g Protein pro 100 ml hat sie etwa den gleichen Eiweißgehalt wie Kuhmilch, aber einen geringeren Fettgehalt. Sie ist vielseitig einsetzbar und eignet sich zum Kochen, Backen oder im Kaffee. Erhältlich ist sie in den meisten Supermärkten und Discountern sowie in Biomärkten und Reformhäusern.

Reismilch: ist für Allergiker besonders gut geeignet. Von allen Milchalternativen ist sie die allergenärmste. Sie hat einen natürlich süßlichen Geschmack und lässt sich zum Kochen und Backen verwenden. Erhältlich in Biomärkten und Reformhäusern sowie in gut sortierten Drogerie- und Supermärkten.

Hafermilch: wird aus entspelztem Hafer gewonnen und enthält wie alle pflanzlichen Produkte kein Cholesterin. Hafermilch hat sogar cholesterinsenkende Eigenschaften. Sie eignet sich gut zum Kochen und Backen und ist in vielen Supermärkten erhältlich.

Dinkelmilch: besitzt auch ohne Zuckerzusatz einen relativ süßen Geschmack und eignet sich daher besonders gut für Süßspeisen. Sie kann als natürliches Süßungsmittel, zum Beispiel im Kaffee, verwendet werden. Sie ist in Biomärkten, Reformhäusern und Drogeriemärkten erhältlich.

Mandelmilch: gilt als gut bekömmlich, reich an ungesättigten Fettsäuren und ideale Quelle für Ballaststoffe. Ihr Geschmack ist mild und leicht nussig. Sie ist in Biomärkten und Reformhäusern sowie in Drogerie- und Supermärkten erhältlich.

Haselnussmilch: hat ein sehr nussiges Aroma und eignet sich daher zum Verfeinern von Süßspeisen. Sie lässt sich je nach Sorte aufschäumen und im Kaffee verwenden. Haselnussmilch ist in Biomärkten und Reformhäusern sowie in gut sortierten Drogerie- und Supermärkten erhältlich.

Cashewmilch: hat einen leicht nussigen Geschmack und eignet sich zum Kochen und Backen. Erhältlich ist sie in Biomärkten und Reformhäusern sowie veganen Supermärkten. Auch diese Pflanzenmilch lässt sich ganz einfach selbst herstellen, indem man die Nüsse über Nacht einweicht und dann mit Wasser mixt.

Macadamiamilch: hat im Vergleich zu anderen Milchsorten einen relativ hohen Fettgehalt, jedoch handelt es sich um gesunde ungesättigte Fettsäuren. Sie eignet sich sowohl zum Kochen als auch zum Backen. Macadamiamilch ist in Biomärkten und Reformhäusern sowie veganen Supermärkten erhältlich.

Hanfmilch: besitzt einen leicht nussigen Geschmack und weist einen hohen Anteil an essentiellen ungesättigten Fettsäuren auf. Etwa 2 Gläser (500 ml) Hanfmilch liefern die empfohlene Tagesdosis an Omega-3-Fettsäuren. Sie eignet sich zum Kochen und Backen und ist in Biomärkten, Reformhäusern und veganen Supermärkten erhältlich.

Kokosmilch: hat einen fruchtig-nussigen Geschmack und ist reich an Magnesium und Kalium. Sie hat einen höheren Fettgehalt als viele andere pflanzliche Milchalternativen, welcher aber aus gesunden Fettsäuren besteht. Sie verleiht Speisen ein exotisches Aroma. Erhältlich in Supermärkten, Discountern, Biomärkten und Reformhäusern.

Lupinenmilch: Ist noch nicht sehr verbreitet. Der Vorteil ist, dass die Lupine hier angebaut werden kann und einen sehr hohen Eiweißgehalt hat. Mit bis zu 40 Prozent Protein ist sie mit der Sojabohne gleichzusetzen. Sie enthält alle essenziellen Aminosäuren, die der Körper dem Essen entnehmen muss. Die Samen liefern außerdem die Vitamine A und B1 sowie Mineralstoffe wie Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen.


Mehr Informationen

* Quelle: ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg: CO2 Rechner. Online unter: www.klimatarier.com/de/CO2_Rechner

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Katrin Luber

Online-Redakteurin & Social Media Managerin bei Ist das vegan oder kann das weg?
Ich bin Katrin Luber, lebe seit Oktober 2014 vegan und startete diesen Blog im September 2015. Leser finden hier nützliche Informationen rund um das vegane Leben direkt aus der Praxis. Mein Anspruch ist es, aufzuklären und zu überzeugen, ohne erhobenen Zeigefinger. Ich wünsche vor allem viel Spaß beim Lesen 😉
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4 Kommentare

  1. Hallo Katrin!
    Ganz auf Milchprodukte möchte ich nicht verzichten, dazu brauche ich als Sportlerin zu viel Eiweiß und mag die pflanzlichen Alternativen nur in seltenen Fällen. 🙂
    Ich bin Vegetarierin, wenn auch aus anderen moralischen Gründen. Ich habe keine Hemmungen, Tiere zu schlachten und zu essen (kann das auch selbst, bin also kein armchair-moralist), mir geht es um die Haltungs- und Schlachtbedingungen. Und natürlich um den CO2-Fußabdruck. Und da schneidet Tierisches nunmal nicht besonders gut ab.
    Andererseits ist Sojaanbau auch eine ganz schöne Umweltschweinerei und um auf den Terrorfaktor Palmöl zu verzichten, muss man auch ganz schön ackern. Von daher: Irgendwen tötet man mit seiner Nahrungswahl immer. Ob den Kleinbauern in Südostasien, den die Biokost-Konzerne plattmachen oder das Lamm, das man an Weihnachten isst.
    Ganz sauberen Gewissens kommt man aus der Nummer nicht raus. Obwohl ich auf einem Selbstversorgerhof groß geworden bin. Das war schon nah dran.
    Deshalb – Moral ist fein. Moral hilft. Kant ist mein großer Freund! 🙂

    Jedenfalls ist Mandel- und Cashewmilch sehr lecker. Sojamilch geht im Kaffee und für Nachtisch.
    Gesundheitliche Probleme wegen Milch hat in meiner Familie und in meinem Bekanntenkreis niemand. Aber gelegentlich Pflanzenmilch wird dennoch gern konsumiert. Auf Käse und Milch verzichten möchte ich aber nicht, das wäre weder gesundheitlich noch moralisch für mich geboten. 🙂

    • Hallo Madame Graphisme,

      du isst also auch keine Bohnen, Linsen, Erbsen, Erdnüsse? Die stecken nämlich voll mit gesunden pflanzlichen Eiweißen. Ich kann dir auch folgenden Beitrag empfehlen: Patrik Baboumian: „Die Mutter-Kind-Beziehung zum Gorgonzola!“

      Was den Anbau von Soja angeht, kann ich mich als Veganerin gar nicht oft genug wiederholen und sagen, dass das Soja für die Veganer zum größten Teil in Europa in Bioqualität angebaut wird und nur das Soja für die „Nutztiere“ im abgeholzten Regenwald. Ich zum Beispiel bestelle meine Sojabohnen in Bayern! Daraus mache ich Joghurt, Milch und Tofu selber.

      Und beim Palmöl gucke ich einfach auf die Verpackungen und lese die Zutaten. Wenn Palmöl drin ist, kaufe ich es nicht. Da ich aber täglich frisch koche, keine veganen Aufstriche verwende und nur sehr wenig Süßigkeiten esse, komme ich auch kaum in die Verlegenheit, etwas mit Palmöl zu kaufen. Klar, ganz perfekt ist keiner, aber man kann sich nicht zurücklehnen und sagen: Egal wie ich konsumiere, irgendjemand kommt immer zu Schaden. Denn so denken leider fast alle Menschen und deshalb geht es unserem Planeten auch so bescheiden.

  2. Als jemand, der zwar einerseits gern aus Kalorienspargründen Mandel- und Sojamilch konsumiert, andererseits auch auf einem alternativen Bauernhof groß geworden ist und von Hand Ziegen gemolken hat, während die dazugehörigen Lämmer auf ihren Schultern herumgeturnt sind (denn auch wenn man jeden Tag zwei Liter abmelkt bleibt noch mehr als genug Milch für den wachsenden Nachwuchs), möchte ich anmerken, dass Milch aus nachhaltiger, das Tier schonender Landwirtschaft absolut nichts an sich hat, das moralisch verwerflich ist. Wie immer gilt: Wenn man hinschaut, woher das Lebensmittel kommt und unter welchen Bedingungen es erzeugt wird, kann man sehen, wie der Hase läuft.
    Jede unserer Ziegen bekam alle ein oder zwei Jahre meistens Zwillingslämmer. Diese wurden sechs Wochen lang gesäugt und dann von Hand mit Milch/Wasser nach und nach entwöhnt. Die Mutterziege gibt dann auch ohne sofort wieder trächtig zu werden (was eh nicht geht, da Ziegen nicht das ganze Jahr fruchtbar sind!) mindestens zehn Monate lang Milch. Die Lämmer wurden entweder zur Zucht weiterverkauft (auf dem Balkan und in Afrika sind deutsche Ziegen ein „Qualitätsprodukt“) oder mit einem dreiviertel Jahr vor Ort von einem lokalen Metzger geschlachtet.
    Ganz ehrlich – es gibt noch genug Betriebe, die ebenso wirtschaften. Und da habe ich keinerlei Bedenken, einzukaufen.
    Gerade Ziegenmilch ist sehr, sehr gesund und verträglich, von lecker ganz zu schweigen. 🙂
    In letzter Zeit wird viel Stimmung gegen Milch gemacht, was ich aus meiner Erfahrung (die vielleicht nicht verallgemeinerbar ist, aber durchaus auch kein Exotending) sehr befremdlich finde. Auch das gut recherchierte Quarkundso-Blog hat sich in dieser Hinsicht schon konsterniert geäußert. http://www.quarkundso.de/arte-milch-glaubenskrieg-postfaktisch/

    Im Moment bleibe ich trotzdem bei Kokos- und Mandelmilch. Sind halt schon echt kalorienbillig. 😀

    • Hallo Madame Graphisme,

      vielen Dank für den langen Kommentar!

      Es freut mich sehr, dass du Pflanzenmilch für dich entdeckt hast. Was die Ziegen angeht, finde ich es nicht sehr schön, ein Lebewesen mit gerade einmal einem Dreiviertel Jahr Lebenszeit einfach zum Schlachter zu bringen. Von daher geht für mich tierische Milch nicht mehr, denn ich möchte dieses Leid nicht mehr unterstützen.

      Ich habe viel gelesen über Milch und denke, dass sie nicht gesund für den Menschen ist. Davon kann mich auch ein Blog nicht überzeugen. Ich habe an mir und mir nahestehenden Personen erlebt, wie selbst allergisches Asthma, Heuschnupfen, Hautprobleme, Neurodermitis und viele andere kleine Beschwerden einfach verschwanden, nachdem auf tierische Milch verzichtet wurde.

      Und ganz nebenbei ist es auch so, dass wenn man eine Weile auf diese Dinge verzichtet hat und sie dann mal wieder isst, man den Geschmack widerlich findet und einem tagelang schlecht ist – war zumindest bei mir so. Ja, auch die berühmte Käsesucht ist verschwunden 😉

      Vielleicht probierst du es auch mal für ein paar Wochen aus Milchprodukte ganz wegzulassen. Man kann eigentlich alles auch sehr gut aus Pflanzen machen.

      Liebe Grüße,

      Katrin

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