Im Kampf um den Schweinswal: Schiffstaufe von Sea Shepherd in Bremen

Mindestens 600 Besucher feierten bei strahlendem Sonnenschein die Schiffstaufe von Sea Shepherd im Museumshafen in Vegesack in Bremen. Die Meeresschutzorganisation will mit dem neuen Schiff „Emanuel Bronner“ den in Nord- und Ostsee lebenden Schweinswal besser vor dem Aussterben schützen. Bisher stand ihnen dafür nur ein kleines Schlauchboot, welches nicht einmal Hochseefähig war, zur Verfügung. Nun können sie mit dem 14 Meter langen hochseefähigem Schiff ihre Arbeit besser ausüben. Das Schiff diente früher auf der Insel Borkum als Ausflugsdampfer und für Angelausflüge – diese Zeiten sind jetzt vorbei!

Schiffstaufe von Sea ShepherdDas amerikanische Unternehmen Dr. Bronner’s spendete insgesamt 70.000€ an Sea Shepherd. 40.000 Euro kostete das Schiff und 30.000 Euro der Umbau. Bremen soll der Heimathafen werden. Die Firmenphilosophie von Dr. Bronner’s sieht es vor, ein Drittel des Gewinns grundsätzlich in wohltätige Zwecke und in soziale Aktivitäten zu investieren. Sea Shepherd hat nun davon profitiert.

Hollywood-Stars wie Sandra Bullock, Drew Barrymore oder US-Rapper Eminem benutzen bereits die magischen Seifen. Mike Bronner erzählt, dass sein Großvater Emanuel Bronner als einziges Familienmitglied den Holocaust überlebte, nach Amerika auswanderte und die Flüssigseife erfand. Mike ist sichtlich gerührt und erzählt: „In Form dieses Schiffes kehrt er zurück nach Deutschland.“

Schweinswale werden aus Schutzgebiet vertrieben

Schiffstaufe von Sea ShepherdBorris Plautz wird als Schiffsführer mit drei Mann Besatzung am 1. Juli Richtung Ostsee fahren und etwa drei Monate die Schweinswale beobachten. Sea Shepherd will den Einsatz von Porpoise Alert-Geräten kontrollieren, die an Fangnetzen angebracht werden. Schweinswale können mit ihrem akustischen Orientierungssinn die dünnen Nylon-Netze häufig nicht rechtzeitig wahrnehmen, verfangen sich und sterben. Die Geräte sollen Warnlaute imitieren und die Wale so vor den tückischen Fangnetzen warnen – viele Fischer halten sich nicht an den Einsatz dieser Geräte. Auch Tauchgänge sind einkalkuliert, um mit dem Messer im Netz gefangene Schweinswal zu befreien.

Manuel Abraas, Kampagnenleiter Baltic Sea und Geschäftsführer bei Sea Shepherd, deren Deutschlandzentrale sich in Vegesack in Bremen ansiedelte, ist sichtlich empört: „Es ist wirklich ein Unding, dass in den Schutzgebieten überhaupt gefischt werden darf. Hier darf auch Sand abgebaut und die Berufsschifffahrt durch fahren. Wir wollen Druck auf die Regierung ausüben, damit die Schutzgebiete echte Oasen für die Tiere werden, wo sie in Ruhe leben können.“

Europa ist hungrig auf Afrikas Fisch

Schiffstaufe von Sea ShepherdDie Moderation der Veranstaltung übernahm Schauspielerin Anne Menden, bekannt durch die Vorabendserie Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Sie ist seit 4 Jahren Volunteer bei Sea Shepherd und dies wird ihre dritte Kampagne sein. Alex Cornelissen, CEO Sea Shepherd Global und Anne Kämmerling, Director Sea Shepherd Deutschland, erzählten einiges aus dem Alltag bei Sea Shepherd. So sind derzeit die Gewässer rund um Afrika besonders bedroht, da es hier noch viele Fische gibt. Europäische Fischereikonzerne kaufen sich für verhältnismäßig wenig Geld Konzessionen und räumen mit riesigen Schiffen alles leer. Die einheimische Bevölkerung hat dadurch häufig nicht mehr genug Nahrung. Auch die Piraterie wird von Sea Shepherd mit Patrouillen bekämpft, so geschehen beispielsweise gerade in Liberia in Westafrika.

Jupiter Jones spielte exklusives Konzert bei Schiffstaufe von Sea Shepherd

Sänger Sven Lauer erzählt Anne Menden, dass er mal Meeresbiologie studiert und immer schon eine große Leidenschaft für das Meer und seine Bewohner gehabt habe. So erklärten sie sich sofort bereit, ein kleines Konzert für die Unterstützer von Sea Shepherd zu spielen. Auf ihrer letzten Tour sammelte die Band bereits Spenden für die Organisation.

Schiffstaufe von Sea ShepherdAls Überraschungsgast trat die New Yorker Sängerin Béatrice Thomas mit der Pianistin der Toten Hosen, Esther Kim, auf. Béatrice hatte einen Tag vorher extra den Song „Save me“, geschrieben. Das berührende Lied war aus Sicht des Schweinswales geschrieben und war ein Hilferuf, ihn vor dem Aussterben zu retten.

Übrigens hatte der fünfjährige Fietje aus Hamburg eine ganz tolle Idee: „Ich lenke die Walfänger ab und in der Zeit könnt ihr die Wale retten!“ Die Welt braucht mehr Jungs wie ihn!

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Katrin Luber

Online-Redakteurin & Social Media Managerin bei Ist das vegan oder kann das weg?
Ich bin Katrin Luber, lebe seit Oktober 2014 vegan und startete diesen Blog im September 2015. Leser finden hier nützliche Informationen rund um das vegane Leben direkt aus der Praxis. Mein Anspruch ist es, aufzuklären und zu überzeugen, ohne erhobenen Zeigefinger. Ich wünsche vor allem viel Spaß beim Lesen 😉
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