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Rezension: Tiere denken von Richard David Precht

Richard David Precht beginnt die Einleitung zu seinem Buch Tiere denken – vom Recht der Tiere und den Grenzen der Menschen mit den Worten: „Es gibt zwei Kategorien von Tieren. Die eine glaubt, dass es zwei Kategorien von Tieren gibt, und die andere hat darunter zu leiden.“ Eigentlich ist damit schon alles gesagt – aber der prominente Philosoph versucht Antworten auf Fragen zu finden, die sich viele leider zu selten stellen: Wo verläuft die Grenze zwischen Mensch und Tier? Woher nehmen wir das Recht, Tiere zu benutzen und ihnen Leid zuzufügen? Und was können wir tun angesichts der hemmungslosen Ausbeutung von Tieren und Umwelt?

Precht ist derzeit in vielen Talkshows und Zeitungen und Zeitschriften führen Interviews mit ihm. Dort macht er immer wieder auf den brutalen und gedankenlosen Umgang mit Tieren, das millionenfache Leid und die Folgen des Fleischkonsums auf die Umwelt aufmerksam. Doch ist es nicht eine Art Doppelmoral, einerseits auf die Folgen des Fleischkonsums aufmerksam zu machen und selber noch Fleisch zu essen? Precht argumentiert in einem Interview sehr klug, wie ich finde, denn er betont, dass er so mehr Menschen erreiche, als wenn er Veganer wäre. Er sagt, wenn die Leute merken würden, dass er selber auch umgedacht und seinen Konsum reduziert habe, würde er sie dort abholen wo sie gerade stehen. Wäre er Veganer würden sich die Leute sagen, naja die Veganer wieder, die waren mir schon immer suspekt!