Rezension: Fleischfabrik Deutschland von Dr. Anton Hofreiter

Als ich vor 13 Jahren von Berlin nach Niedersachsen zog, war ich durch mein Studium der Landschaftsarchitektur und die Ausbildung als Landschaftsgärtnerin zwar nicht ganz blauäugig, aber die Auswirkungen der Fleischfabrik Deutschland auf die Umwelt, sehe ich jetzt jeden Tag vor der Haustür! Fahre ich zum Dümmer See, komme ich an einem Hof mit Hühnern und einem mit Schweinen vorbei, es wird quasi nur noch Mais oder Raps angebaut, etwas Kartoffeln und immer weniger Getreide.

Fasane, Schmetterlinge und Feldhasen gibt es fast gar nicht mehr, ab und an sieht man noch Rehe. Kein Wunder, dass die Artenvielfalt in meiner alten Heimat Berlin wahrscheinlich momentan höher ist als bei mir auf dem ja ach so idyllischen Land. Nur direkt am Dümmer See im Naturschutzgebiet, ist die Natur noch ein ganz kleines bisschen vorhanden, obwohl der See regelmäßig von Algen geplagt wird.

Anton Hofreiter kritisiert dieses System in seinem Buch Fleischfabrik Deutschland und nennt ganz eindeutig die Schuldigen. Vieles wusste ich schon, da ich ja sehr viele Bücher für den Blog lese und mich für sehr aufgeklärt halte. Da er als Fraktionsvorsitzender bei den Grünen im Bundestag hautnah an der Quelle sitzt, habe ich, vor allem was die politischen Verflechtungen angeht, noch vieles gelernt. Hofreiter kämpft für eine gerechte Agrarwende und besucht regelmäßig Höfe und spricht mit Bauern, Unternehmen und Verbrauchern.

Rezension: Tiere denken von Richard David Precht

Richard David Precht beginnt die Einleitung zu seinem Buch Tiere denken – vom Recht der Tiere und den Grenzen der Menschen mit den Worten: „Es gibt zwei Kategorien von Tieren. Die eine glaubt, dass es zwei Kategorien von Tieren gibt, und die andere hat darunter zu leiden.“ Eigentlich ist damit schon alles gesagt – aber der prominente Philosoph versucht Antworten auf Fragen zu finden, die sich viele leider zu selten stellen: Wo verläuft die Grenze zwischen Mensch und Tier? Woher nehmen wir das Recht, Tiere zu benutzen und ihnen Leid zuzufügen? Und was können wir tun angesichts der hemmungslosen Ausbeutung von Tieren und Umwelt?

Precht ist derzeit in vielen Talkshows und Zeitungen und Zeitschriften führen Interviews mit ihm. Dort macht er immer wieder auf den brutalen und gedankenlosen Umgang mit Tieren, das millionenfache Leid und die Folgen des Fleischkonsums auf die Umwelt aufmerksam. Doch ist es nicht eine Art Doppelmoral, einerseits auf die Folgen des Fleischkonsums aufmerksam zu machen und selber noch Fleisch zu essen? Precht argumentiert in einem Interview sehr klug, wie ich finde, denn er betont, dass er so mehr Menschen erreiche, als wenn er Veganer wäre. Er sagt, wenn die Leute merken würden, dass er selber auch umgedacht und seinen Konsum reduziert habe, würde er sie dort abholen wo sie gerade stehen. Wäre er Veganer würden sich die Leute sagen, naja die Veganer wieder, die waren mir schon immer suspekt!

Rezension: Wieso? Weshalb? Vegan! von Hilal Sezgin!

Ich gebe zu, dass ich erst nicht gepeilt habe, dass das neue Buch von Hilal Sezgin ein Jugendbuch ist. Ich wunderte mich, warum ich als Leserin mit Du angeredet werde und die Sprache eher zu einem Kinderbuch passen würde. 😉 Dann las ich im Internet, dass es als Jugendbuch ab 12 Jahren gedacht ist.

Als dreifache Tante gucke ich regelmäßig KIKA und bin ein großer Fan von Wissen macht Ah! und logo! Wären doch die Nachrichten für Erwachsene auch so gut gemacht und informativ. Da lernt man wenigstens noch was und versteht vieles, was man sich immer schon gefragt hat. Genauso ist es auch bei dem neuen Buch „Wieso? Weshalb? Vegan! Warum Tiere Rechte haben und Schnitzel schlecht für das Klima sind“ von Hilal Sezgin. Obwohl ich nach der Umstellung auf vegan und bedingt durch meinen Blog wirklich sehr viele Bücher gelesen habe, waren viele Dinge für mich neu!