Vegane Kinder: Tipps für Bücher, Blogs und Links!

Zum Abschluss der Serie über vegane Kinder, habe ich euch nützliche Links, Blogs und Bücher herausgesucht. Viel Spaß beim Stöbern und Lesen!

Kochbücher
Vegane Familienküche
Foto: NGV
Vegane Familienküche von Annette und Marco Bruhin

Dieses kleine Buch bietet eine abwechslungsreiche, alltagstaugliche Rezeptesammlung für die gesamte Familie mit Zutaten, von denen die meisten inzwischen in jedem Supermarkt zu bekommen sind: Von Schoko-Bananen-Pancakes mit frischen Früchten über Spinat-Tofu-Cannelloni und Bohnen-Burger Black Beauty bis zur süßen Erdnussbutter-Mousse ist für jede Tageszeit und jeden Geschmack etwas dabei. Alle Rezepte sind ausgiebig familien- und alltagserprobt und enthalten reichlich von allem, was eine ausgewogene pflanzliche Ernährung ausmacht. Mit einem Vorwort von Dr. Ruediger Dahlke.

Vegane Kinder: Sandra Roszkiewicz lässt sich nicht beirren!

Sandra Roszkiewicz ist eine weitere Teilnehmerin meiner Serie über vegane Kinder. Ihr Sohn ist jetzt zweieinhalb Jahre alt und Sandra lebt seit 5 Jahren vegan, davor lange vegetarisch. In der veganen Schwangerschaft ging es ihr jedoch nicht gut, sie hatte viele Beschwerden, die aber nicht mit der Ernährung zusammenhingen z.B. Symphysenlockerung und starke Übelkeit. Im ersten Drittel der Schwangerschaft musste sie Gelbkörperhormone nehmen, und nahm dadurch innerhalb von 4 Wochen schon zehn Kilo zu, insgesamt waren es 15 Kilo.

Ihr Sohn ist normalgewichtig und wird noch gestillt. Sandras Frauenärztin wusste nichts von der veganen Ernährung, nur die Hebamme. Der Kinderarzt weiß Bescheid und sieht keinen Grund zur Sorge. Während der Schwangerschaft hat sie die Blutwerte kontrollieren lassen und neben Vitamin B12 und D auch Folsäure und Eisen supplementiert. Mit Einführung der Beikost im 7. Monat bekam ihr Sohn B12.

Ihr Umfeld stellte wegen der veganen Schwangerschaft keine Fragen, da dies für Sandra nie zur Diskussion stand und sie sich nicht beirren lässt. Bei der Oma gibt es daher auch ausschließlich veganes Essen. Sie tausch sich mit anderen veganen Familien in einigen Gruppen bei Facebook und persönlich aus: „Wir sind mit einigen vegan lebenden Familien befreundet, die wir auch regelmäßig treffen.“ Wie jedes andere Kind hat ihr Sohn auch gewisse Vorlieben und die er nicht mag: „Wir hatten auch schon Phasen, in denen er tagelang nur Pommes oder Nudeln essen wollte, wir haben ihn gelassen, nichts aufgezwungen, sondern nur angeboten, und bisher hat sich das ganz schnell von selbst erledigt. Wenn er etwas nicht kennt, fragt er, ob es vegan ist, ist es das nicht, legt er es von ganz alleine weg.

Dieses Jahr ist unser erster richtiger Familienurlaub, wir fliegen in eine vegane Pension nach Spanien. Ansonsten werden wir es genauso machen wie Zuhause, immer ein buntes Esspaket auf Ausflügen dabeihaben, und wenn wir doch mal im Restaurant essen – Pommes, Nudeln mit Tomatensauce, Salat und Wassereis gibt es überall, und das mag er auch gern.“

Vegane Kinder x6 – Interview mit Jérôme Eckmeier!

Sechs vegane Kinder – wie funktioniert vegane Kinderernährung in der Großfamilie? Dafür habe ich mir den bekannten Familienvater Jérôme Eckmeier als Interviewpartner gesucht, Kochbuchautor und „♪ Rock´n´Roll Veganer ♪“. Jérôme wuchs als Einzelkind mit sehr vielen Cousinen und Cousins auf, da sein Vater 11 Geschwister hatte: „Ich habe das immer genossen, in einer Großfamilie zu leben.“ Jérôme war bereits 1999 Vegetarier und ernährte sich davor flexitarisch. Seit 2008 isst er vegan und lebt seit 2009 auch konsequent mit entsprechenden Textilien, Kosmetika, Strom und Versicherungen: „Ich versuche, in allen Bereichen so ethisch wie möglich zu leben.“

Seine Frau Melanie war mit den letzten zwei Kinder vegan schwanger, erzählt er mir: „Mit den anderen war sie vegetarisch schwanger. Sie war länger vegetarisch als ich. Ich komme quasi aus einer vegetarischen Öko-Hippie-Familie und war auf einer Waldorfschule. Ich bin neben einem Bioladen aufgewachsen. Eine Zeit lang war ich Flexitarier und habe ab und zu Fleisch gegessen. Meine Frau musste dann aber immer doppelt kochen und deshalb habe ich wieder vegetarisch gegessen. 2008 beschloss ich dann, mich vegan zu ernähren.“

Während seines Studiums zur Theaterpädagogik lernte er Veganer aus der Tierrechtsszene kennen: „Ich vertrage Käse wegen einer Laktoseintoleranz und Eier wegen einer Unverträglichkeit von tierischen Eiweißen sowieso schlecht, daher beschloss ich, diese wegzulassen. Ich verurteile niemanden, da ich denke, das muss jeder mit sich selber ausmachen. Ich freue mich immer, wenn ich Leute überzeugen kann.“

Vegane Kinder: Trotz Vorurteilen wird Nicoles Sohn vegan ernährt!

Nicole lebt seit dreieinhalb Jahren vegan und ist eine weitere Teilnehmerin meiner Serie über vegane Kinder. Ihr Sohn ist mittlerweile fast 2 Jahre alt und sie hat sich in der Schwangerschaft weiterhin vegan ernährt. Vor der Schwangerschaft war sie sehr dünn und nahm dann 21 Kilo zu. Ihre Gynäkologin beurteilte die Zunahme als absolut im Rahmen und die Kilos waren nach kurzer Zeit fast alle wieder weg.

Ihre Gynäkologin „war sehr offen, was die vegane Ernährung angeht, hat mit mir über die wichtigsten Themen wie B12 Supplementierung, ausreichende Eisen- & Kalziumzufuhr etc. gesprochen und meinte dann, ich wüsste ja besser Bescheid als sie und sie würde mir vollkommen vertrauen. Meine sehr guten Werte während der Schwangerschaft sprachen dann auch dafür, dass eine vegane Schwangerschaft überhaupt nicht risikoreich ist!“ Gesundheitlich hatte sie keine Probleme, ihre Werte waren durchweg sehr gut. Außer Vitamin B12 und Folsäure musste sie nichts supplementieren, auch ihre Eisenwerte waren in Ordnung. In den Wintermonaten nimmt sie vorsorglich Vitamin D.

Ariane Schwarz: Gesunde vegane Kinder mit viel Rohkost!

Ariane lernte ich über Facebook kennen und als sie mir erzählte, dass sie ihr Kind vegan mit viel Rohkost ernährt, fragte ich sie gleich, ob sie bei meiner Serie über vegane Kinder mitmachen will. Sie wurde Veganerin, weil sie und der Vater des Kindes sich „zu Anfang der Schwangerschaft die Frage gestellt haben, woraus soll unser Kind ‚gebaut‘ werden? Es war sofort klar, dass das Fleisch weg muss. Nach und nach, viele Recherchen später, wurden immer mehr Lebensmittel vom Speiseplan gestrichen. Viele neue, bis Dato unbekannte, kamen dazu“ erzählt sie mir.

Ariane „spürte regelrecht die Gesundheit. Am Ende war es nur logisch, dass es Vegan sein muss. Letztlich auch zum Großteil rohköstlich. Des Weiteren verzichten wir zum Großteil auf Gluten, Soja und Mais. Es ist eine große Herausforderung. Man stellt sich viele Fragen.“ Ihrem 16 Monate alten Sohn geht es super, er war nie wirklich krank. Auch die Eltern sind selten krank. Vegan ist für die beiden eine Gesundheitsfrage und es ist „ein wunderbarer Zusatz sich damit für das Tierwohl einzusetzen.“

Dagmar Bruns: Vegetarisch schwanger in Schleswig-Holstein vor 26 Jahren!

Wie war es vor 26 Jahren, also 1990, als Vegetarierin aufm platten Land mitten in Schleswig-Holstein? Und dann auch noch schwanger? Über Facebook lernte ich vor etwa einem Jahr Dagmar Bruns kennen, da sie Veggie Wolle gegründet hat. Das bedeutet, dass sie die Wolle von Schafen aufkauft, die bei ihren Besitzern als Haustiere gehalten und nicht getötet werden. Das deutsche Tierschutzgesetz sieht es vor, dass Schafe im Frühjahr geschoren werden müssen. Ich werde darüber noch einen Blogbeitrag schreiben.

Dagmar ist seit ihrem 15ten Lebensjahr Vegetarierin und hat zwei erwachsene Töchter, die jetzt 23 und 25 Jahre alt sind. Als sie schwanger wurde, war es selbstverständlich, dass sie sich weiterhin vegetarisch ernähren würde: „Es wäre nicht kompatibel gewesen mit meinen Werten und dem Fortschritt, der der Vegetarismus für mich bedeutet hat.“ Leider war sie in beiden Schwangerschaften sehr krank, der Grund war die Leber: „Die Ärzte waren damals etwas überfordert, jedenfalls in der ersten Schwangerschaft, bei der zweiten war es besser. Ich konnte fast nichts mehr essen und habe trotzdem zwei gesunde, vollkommen wohlgenährte Kinder zur Welt gebracht,“ erzählt sie. Beide kamen etwas zu früh, das Eine ist von selbst 4 Wochen zu früh gekommen und das Zweite wurde geholt, eben weil es ihr nicht gut ging.

Wegen der Kinder beschäftigte sie sich mit der Ernährung: „Am Ende der Schwangerschaft habe ich außer Knäckebrot, Nudeln und Vitamintabletten nichts mehr essen können, weil es einfach nicht ging, ich konnte es nicht verdauen. Ich hatte nach der Geburt sehr viel Mutter-Milch, konnte meine Babys also sehr gut ernähren. In Krisenzeiten und im Krieg, wo es nichts gab, wurden auch Kinder gesund geboren,“ erklärt sie. „Man will natürlich alles optimal machen und vorbereiten, aber ich glaube, man kann sich da auch leicht in eine Hysterie reindenken. Der Körper der Mutter hat viele Reserven.“