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Keine Schweineborsten für L-Cystein: Backwaren sind vielfach vegan

Aus dem Familienkreis bekam ich gestern einen Rechercheauftrag: Werden Schweineborsten für L-Cystein und damit für Brötchen verwendet? Die gute Nachricht lautet: Nein!

Noch vor ein paar Jahren traf dies tatsächlich zu! Doch heute entwickelte zum Beispiel die Wacker Chemie AG ein patentiertes Verfahren, bei dem der Stoff L-Cystein (E920) synthetisch durch Fermentation aus pflanzlichem Eiweiß gewonnen wird. L-Cystein ist eine von zwanzig natürlichen Aminosäuren und die einzige, die eine Sulfhydrylgruppe in der Seitenkette enthält (Thiolgruppe, –SH). Diese ist chemisch sehr reaktiv. So kann sie Disulfidbrücken bilden, die stark zur Stabilität von Proteinen beitragen.

So entstehen zum Beispiel die stabilen Faserstränge von Haaren, Federn und Wolle, aber auch von Nägeln, Hufen und Hörnern. Deren Proteine, die Keratine, enthalten zu einem großen Teil Cystein. Wacker entwickelte ein biotechnisches Verfahren und hält für diesen Prozess mehrere Patente. Dabei wird die Aminosäure durch Fermentation aus Glucose und anorganischen Salzen gewonnen. Bei der Verarbeitung von Brotteig und anderen Teigsorten wird L-Cystein eingesetzt, um das im Mehl enthaltene, klebrige Gluten aufzubrechen. Der Teig lässt sich dann wesentlich leichter kneten und verarbeiten.

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Für glückliche Fische: Überblick über vegane Fischalternativen!

Am Samstag war der erste Welttag für das Ende der Fischerei und ich möchte euch pflanzliche Fischalternativen vorstellen. Kaum jemand von uns kann sich vorstellen, wie es ist, ein Fisch zu sein, daher werden sie im Tierschutz kaum berücksichtigt. Fische können Schmerzen empfinden und verfügen über komplexe kognitive Fähigkeiten und Sozialstrukturen. Jährlich werden über 93 Millionen Tonnen Fisch aus den Weltmeeren gezogen. Sie werden unter Qualen getötet und landen auf den Tellern.

90 Prozent der weltweiten Fischbestände sind überfischt

Heute gelten etwa 90 Prozent der weltweiten Fischbestände als überfischt oder bis an die Grenze der Nachhaltigkeit genutzt.* Die Überfischung hat schwerwiegende Folgen für die Ökosysteme der Meere. Durch sie gehen sowohl die für den menschlichen Verzehr genutzten Arten als auch die Bestände der Tiere zurück, die unbeabsichtigt in den Netzen landen. Auch Meeresvögel, Quallen und Plankton leiden unter der massiven Fischerei.** Die Grundschleppnetze für den Fang von Schollen, Seezungen oder Krebstieren zerstören den Meeresboden und töten die dort vorkommenden Lebewesen.

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Nachgefragt: Diese lavera-Produkte sind aktuell vegan!

Thomas Haase, Gründer und Geschäftsführer der Laverana GmbH & Co. KG, entwickelt seit 1987 natürliche Pflegeprodukte. Ich habe für euch recherchiert, welche Produkte der Marke lavera vegan sind. Haase möchte Kosmetik entwickeln, „mit denen sich jeder in seiner Haut wohlfühlt. Denn die Natur ist die einzig wahre Schönheitspflege für mich. Dieser Wunsch hat Bestand, hat sich kontinuierlich weiterentwickelt und heißt lavera.“ Seit der Gründung werden alle Produkte selbst in der Region Hannover hergestellt, über 300 Bioinhaltsstoffe und mehr als 200 Naturwirkstoffe.

„In meiner Jugend hatte ich Hautprobleme – und wie sich später herausstellte, handelte es sich um Neurodermitis. Ich habe für mich nach natürlichen Pflegealternativen anstelle der Kortisonsalben gesucht und mich in alten Apothekerschriften über die Wirkung von natürlichen Inhaltsstoffen informiert. Mein erstes Produkt war 1975 ein Lippenbalsam für einen Urlaub in Dänemark, der noch heute im Sortiment zu finden ist,“ so Haase.

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Original Beans: Mit veganer Schokolade den Regenwald aufforsten!

Die Welt verbessern, indem man Schokolade futtert? Klingt eigentlich zu gut, oder? Wenn wir Schokolade essen, haben wir häufig doch ein bisschen ein schlechtes Gewissen – die Kalorien, der weite Flug der Kakaobohnen, die Ausbeutung der Bauern oder eventuell sogar Kinderarbeit. Wie wäre es, aber wenn man damit sogar ein bisschen die Welt retten könnte? Das kleine Unternehmen Original Beans mit Sitz in Amsterdam macht es möglich! Denn das Unternehmen sucht, schützt und verarbeitet die edelsten und seltensten Kakaosorten der Welt zu exklusiver Spitzenschokolade und pflanzt für jede verkaufte Tafel einen Baum im Regenwald.

Da meine Eltern von 1980 bis 84 mit meinem Bruder und mir als Entwicklungshelfer in Tansania (Ostafrika) waren, freute es mich besonders, dass in Afrika auch Frauenprojekte gefördert werden und sogar Schokolade aus den Udzungwa Bergen in Tanzania verwendet wird. Das Motto „treat yourself, treat the Earth“ zahlt sich aus: Die Schokolade wird von deutschen und internationalen Sterneköchen, Patissiers und Endkunden geliebt und ist mit zahlreichen Gourmet- und Nachhaltigkeitspreisen ausgezeichnet. Wegen der konsequenten Regenwaldaufforstung und dank der kompostierbaren Folie und Verpackung ist Original Beans als einzige Schokolade klimapositiv.

Ich durfte diese köstliche Schokolade testen! Es gibt derzeit fünf vegane Sorten und ab Herbst sieben. Sie alle haben einen zarten Schmelz und schmecken ganz unterschiedlich – zum Beispiel nach Früchten, Kaffee, schwarzem Tee oder Jasmintee. Ich bin ein großer Freund dunkler Schokolade, doch manche schmecken wirklich sehr bitter – diese ist die Ausnahme! Nach dem Genuss dieser himmlischen Köstlichkeit wollte ich mehr über die Geschichte und Philosophie von Original Beans erfahren.

Hier lest ihr das Interview mit dem Gründer Philipp Kauffmann.

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Kvegks – vegan, bio, palmölfrei naschen und cracken!

Als Peter Link nach 25 Jahren von Berlin zurück in seinen Geburtsort nach Dinklage im Landkreis Vechta in Niedersachsen zog, war er noch kein Veganer. Doch für ein sorgenfreies Leben als Fleischesser hatte er sich den falschen Landkreis ausgesucht – steht doch hier bei mir auf dem platten Land ein riesiger Stall neben dem anderen. Eines Tages im Sommer machte er eine Radtour und kam an einem großen Schweinestall vorbei. Dort war die Truhe für die gestorbenen Schweine für den Abtransport zu voll, viele Fliegen flogen umher und es stank furchtbar – das war der Moment, wo Peter Link bewusst wurde, dass es so nicht weiter geht mit dem derzeitigen System.

Er stellte seine Ernährung vor jetzt fast 3 Jahren auf vegan um, nahm etwa 30 Kilo ab und wurde ganz nebenbei auch seinen Diabetes los. Peter war 1995 Mitgründer von united communications, einer Agentur für integrierte Markenkommunikation in Berlin, Hamburg, Peking und Shenzhen in China. Nun muss er gar keine Medikamente mehr nehmen.

Auf der alternativen Partnerplattform Gleichklang.de lernte er Uta Mosecker aus Bersenbrück kennen und lieben. Uta führte und beriet als Diplom-Kauffrau und Unternehmensberaterin mehrere Unternehmen, ist seit vielen Jahren Vegetarierin und nun auch Veganerin. 2013 gründete sie die Initiative „Eigenes Feld“, um Menschen die Möglichkeit zu bieten, ihr Gemüse selbst anzubauen.

Im August 2014 gründeten sie die vegane Keksmanufaktur Kvegks und begannen bereits im Januar in der eigenen Küche vegane Kekse zu backen: „Die ersten Kekse schmeckten wirklich nicht lecker. Wir hatten einfach noch keine Erfahrung mit dem Backen ohne Eier und Butter.“ Deshalb suchten die beiden nach professioneller Hilfe – und fanden diese beim Andreaswerk in Steinfeld. Dort arbeiten Menschen mit Behinderung.