Fettarm vegan verringert das Körpergewicht im Vergleich zur tierischen, ketogenen Ernährung, die sogar das Diabetesrisiko erhöhte! Diese Studie war eine von den National Institutes of Health (NIH) finanzierte und von einigen der besten Ernährungswissenschaftlern durchgeführte.

In der Ernährungswissenschaft gibt es bei der Behandlung von Adipositas zwei Lager, die miteinander konkurrieren. Wer ist nun für Übergewicht verantwortlich, sind es die Kohlenhydrate oder ist das Fett schuld? Befürworter kohlenhydratarmer Diäten sind der Ansicht, dass die Aufnahme von Kohlenhydraten mit einem hohen glykämischen Index wie Zucker und Weißmehl zu einem erhöhten postprandialen Insulinspiegel führt, wodurch Übergewicht gefördert und gleichzeitig Heißhunger und die daraus folgernde Energiezufuhr nach dem Kohlenhydrat-Insulin-Modell der Adipositas erhöht werden. Als postprandialer Blutzucker wird der Blutzucker nach einer Mahlzeit bezeichnet.

Die Befürworter von fettarmen Ernährungsformen argumentieren hingegen, dass eine hohe Fettaufnahme die Einlagerung von Körperfett fördert, aufgrund des passiven Überverbrauchs von Energie wegen der hohen Energiedichte von Nahrungsfett.

Die momentan sehr beliebte ketogene Ernährung hat die Theorie, dass Fett verbrannt wird und die Ketone keinen Hunger machen. “Die ketogene Diät ist eine kohlenhydratlimitierte, protein- und energiebilanzierte und deshalb fettreiche Form der diätetischen Ernährung, die den Hungerstoffwechsel in bestimmten Aspekten imitiert. Bei dieser Ernährungsform bezieht der Körper seinen Energiebedarf nicht mehr aus Fett und Glukose, sondern nur noch aus Fett und aus den daraus im Körper aufgebauten namensgebenden Ketonkörpern, die als Ersatzstoffe für Glucose dienen. Eine ketogene Diät wird als Therapieverfahren vor allem bei Kindern mit pharmakoresistenter Epilepsie, Glukosetransporterstörung (beispielsweise GLUT1-Defizit-Syndrom) und Pyruvatdehydrogenasemangel eingesetzt. Neuere Forschungsergebnisse lassen auch eine Therapie bei Alzheimererkrankung möglich erscheinen. In diesem Rahmen muss sie individuell berechnet und ärztlich überwacht werden. Ketogene Ernährungsformen werden inzwischen auch vermehrt von gesunden Menschen in nichtmedizinischer Form praktiziert, beispielsweise zum Abbau von Übergewicht, von Sportlern, oder im Rahmen anderer Low-Carb-Diäten wie der Atkins-Diät,” schreibt Wikipedia.

Die Befürworter dieser Ernährung sagen, dass Menschen, die sich auf pflanzlicher Basis ernähren, höhere Blutzuckerwerte und mehr Insulin erhalten, was zu Übergewicht und Hunger führt.

Fettarm vegan verringert das Körpergewicht im Vergleich zur tierischen, ketogenen Ernährung

Um dies zu testen, wurden 20 Erwachsene ohne Diabetes im Alter von etwa 30 Jahren und mit einem BMI um die 27 stationär in das Klinische Zentrum des NIH aufgenommen und nach dem Zufallsprinzip nach Belieben entweder durch eine pflanzliche, fettarme (PBLF) Diät (75,2 % Kohlenhydrate, 10. 3 % Fett, nicht-getränkemäßige Energiedichte = 1,1 kcal/g) oder eine tierische, ketogene, kohlenhydratarme (ABLC) Diät (75,8 % Fett, 10,0 % Kohlenhydrate, nicht-getränkemäßige Energiedichte = 2,2 kcal/g) zwei Wochen lang ernährt. Nach 14 Tagen wurden die Gruppen getauscht. Es wurden drei tägliche Mahlzeiten plus Snacks in Höhe des doppelten geschätzten Energiebedarfs jedes Probanden bereitgestellt, und die Probanden wurden angewiesen, so viel oder so wenig zu essen wie gewünscht.

Die vegane Ernährung führte zu wesentlich höheren Glukose- und Insulinspiegeln, während die ketogene zu erhöhten Blutketonen von ~3 mM führte, von denen angenommen wird, dass sie den Appetit unterdrücken. Die Teilnehmer der veganen Gruppe nahmen jedoch knapp 700 Kcal pro Tag weniger zu sich als die andere Gruppe. Beide Gruppen aßen mit gutem Appetit und genossen die Mahlzeiten. Diese Daten stellen den Wahrheitsgehalt des Kohlenhydrat-Insulin-Modells der Adipositas in Frage und legen nahe, dass die PBLF-Diät Vorteile bei der Appetitkontrolle hatte, während die ABLC-Diät Vorteile bei der Senkung des Blutzuckerspiegels und des Insulins hatte.

Ich vermute, dass die vegane Gruppe durch den hohen Anteil an Ballaststoffen einfach schneller und länger satt war und deshalb trotz mehr Kohlenhydrate keinen Heißhunger entwickelte. Deshalb nahmen sie weniger Kalorien am Tag auf. Bessere Sättigung mit der pflanzlichen Nahrung mit geringerer Kaloriendichte.

Die Teilnehmer der ketogenen Ernährung hatten zwar bei den Tests einen niedrigeren Blutzuckerspiegel jedoch beim Glukosetoleranztest eine Verschlechterung der Glukosetoleranz! Auch die Cholesterinwerte waren wesentlich schlechter. In der kurzen Zeit entwickelten sie bereits eine Insulinresistenz.

Beim Thema Gewichtsreduktion hatten die Teilnehmer mit der ketogenen Ernährung zwar auf den ersten Blick die Nase vorn, da sie schnell an Gewicht verloren, dies war aber nur auf die Ausscheidung von Wasser zurückzuführen. Sie verloren kaum Körperfett, sondern höchstens etwas Muskelmasse. In der veganen Gruppe aßen die Teilnehmer leckere Kohlenhydrate und nahmen dabei ganz entspannt Körperfett ab 😉


Mehr Informationen

A plant-based, low-fat diet decreases ad libitum energy intake compared to an animal-based, ketogenic diet: An inpatient randomized controlled trial

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