Kokosöl erhöht das LDL-Cholesterin signifikant

Das derzeit so gehypte und beliebt Kokosöl ist gar nicht so gesund, wie alle Leute immer betonen! Ich muss zugeben, ich bin hier nicht ganz objektiv, da ich es nicht vertrage und mich immer ärgere, dass so viele Unternehmen es in ihre Produkte mischen. Ich bekomme davon starkes Sodbrennen. In Deutschland könnte man auch ohne Probleme ein heimisches Öl verwenden, wie zum Beispiel Rapsöl. Das ist gesund und muss nicht erst hierher verschifft werden.

Kokosöl hat einen hohen Gehalt an gesättigten Fettsäuren und kann daher die Cholesterinkonzentration im Serum erhöhen. Die Anhänger schreiben immer wieder, dass es positive Effekte auf kardiovaskuläre Risikofaktoren hätte. Um Klarheit zu bekommen, haben Forscher nun eine systematische Übersicht über die Auswirkungen des Kokosölkonsums auf die Blutfette und andere kardiovaskuläre Risikofaktoren im Vergleich zu anderen Speiseölen anhand von Daten aus klinischen Studien durchgeführt.

Sie durchsuchten PubMed, SCOPUS, Cochrane-Register und Web of Science bis Juni 2019. Sie wählten Studien aus, die die Auswirkungen des Verzehrs von Kokosöl mit anderen Fetten verglichen, die mindestens 2 Wochen dauerten. Zwei Gutachter prüften unabhängig voneinander Artikel, extrahierten Daten und bewerteten die Studienqualität nach den PRISMA-Richtlinien (Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta-Analyses). Zu den Hauptergebnissen gehörten Low-Density-Lipoprotein-Cholesterin (LDL-Cholesterin), High-Density-Lipoprotein-Cholesterin (HDL-Cholesterin), Gesamtcholesterin, Triglyceride, Messungen des Körperfettanteils, Entzündungsmarker und Glykämie. Die Daten wurden mittels einer Meta-Analyse zufälliger Effekte gepoolt.

Kokosöl erhöht das LDL-Cholesterin signifikant

Damit Cholesterin im Blut transportiert werden kann, verbindet sich die fettähnliche und damit wasserunlösliche Substanz, Lipid genannt, mit wasserlöslichen Eiweißstoffen. Daraus entstehen Lipoproteine, die verschiedene Aufgaben im Körper erfüllen.

Sie sind abhängig von ihrem Lipid- bzw. Proteinanteil eingeteilt in Very-Low-Density (VLDL)-, Low-Density (LDL)- und High-Density-Lipoproteine (HDL). Das VLDL ist eine Vorstufe des LDL. Das LDL wird wegen des großen Lipid-Gehalts auch als „schlechtes“ Cholesterin bezeichnet und das HDL wegen des kleineren Anteils als „gutes Cholesterin“.

Die Ergebnisse

16 Artikel wurden in die Meta-Analyse einbezogen. Es lagen Ergebnisse aus allen Studien zu Blutfetten, acht Studien zum Körpergewicht, fünf Studien zum prozentualen Körperfettanteil, vier Studien zum Taillenumfang, vier Studien zur Nüchtern-Plasmaglukose und fünf Studien zum C-reaktiven Protein vor.

Der Konsum von Kokosöl erhöhte das LDL-Cholesterin signifikant um 10,47 mg/dL (95% KI: 3,01, 17,94; I2 = 84%, N=16) und das HDL-Cholesterin um 4,00 mg/dL (95% KI: 2,26, 5,73; I2 = 72%, N=16) im Vergleich zu nicht-tropischen Pflanzenölen. Diese Effekte blieben auch nach Ausschluss nicht-randomisierter Studien oder von Studien schlechter Qualität (Jadad-Score <3) signifikant.

Der Verzehr von Kokosöl hatte im Vergleich zu nicht-tropischen Pflanzenölen keinen signifikanten Einfluss auf die Marker für Glykämie, Entzündung und Adipositas.

Kokosöl führt zu einem signifikant höheren LDL-Cholesterin als nicht-tropische Pflanzenöle.


Mehr Informationen

The Effect of Coconut Oil Consumption on Cardiovascular Risk Factors: A Systematic Review and Meta-Analysis of Clinical Trials

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