Das Buch Regrow your Veggies von Melissa Raupach und Felix Lill zeigt, wie man mit ein paar einfachen Tricks und ein bisschen Geduld, Romanasalat, Frühlingszwiebeln, Porree ein zweites Leben auf der Fensterbank schenken kann.

Das Praxisbuch zeigt, wie man mehr als 20 Küchenabfälle durch Regrowing – der Nachzucht von Gemüse – beinahe endlos nachwachsen lassen kann. Romanasalat und Frühlingszwiebeln lassen sich auf diese Weise mit nicht mehr als Wasser, Erde, Licht und einer Handvoll Zuwendung prima recyceln. Eine Fensterbank reicht aus, um den Regrow-Pflänzchen schon bald beim Wachsen zuzusehen.

Pin mich auf Pinterest!

Als Veganerin bringe ich täglich meinen Biomüll mit Gemüse- und Obstabfällen raus zur Biotonne – wie wäre es da, wenn man einen Teil davon nachwachsen lassen könnte? Regrow your veggies zeigt hier mit genauen Anleitungen, Pannenhilfe und Pflegehinweisen, wie es gehen kann.

Pflege und Anzucht der einzelnen Sorten

Bevor es ans Züchten geht, gibt die Autorin noch einen Einblick in die Themen Recycling und Nachhaltigkeit, die ihr sehr am Herzen liegen. Das Kapitel zur Pflege ist kurz und knapp gehalten, enthält aber alles, was man zum Standort, Pflege und vegetativen Vermehrung wissen muss. Die Tipps gehen vom idealen Stellplatz und Wärme über das Bewässern bis hin zum Umtopfen und Überwintern.

Die Anleitungen für die einzelnen Obst- und Gemüsesorten zeigen beispielsweise Anleitungen für Koriander, Kurkuma, Meerrettich, Süßkartoffeln, Avocado oder Mango. Die 21 Anleitungen sind übersichtlich dargestellt und beschreiben schrittweise, wie man bei den einzelnen Sorten vorgehen sollte. Man kann ihnen leicht folgen, sie sind quasi “idiotensicher” geschrieben.

Zusätzliche Fotos zeigen, was im Text gemeint ist. Ein Regrow-Check gibt den Schwierigkeitsgrad an wie auch den perfekten Standort und Wasserbedarf an. Ich finde die Anleitungen sehr gelungen.

Im hinteren Teil des Buches gibt es noch eine Pannenhilfe rund um Schimmel, Ungeziefer oder Probleme bei der Anzucht. Der Text ist kurz gehalten und alles Wichtige wurde sehr gelungen und kompakt zusammengefasst. Mithilfe der Bilder zu den einzelnen Problemen kann man sie schnell mit den eigenen Pflanzen vergleichen und feststellen, wovon diese betroffen sind.

Eigenes Experiment

Ich habe mir die einfachsten Pflanzen herausgesucht für mein Experiment: Chinakohl, Porree, Zwiebel und Lauchzwiebeln. Am Anfang habe ich alle, bis auf die Zwiebel, in einem kleinen Glas im Wasser vorgezogen, damit sich die Wurzeln bilden. Allerdings hatten die Lauchzwiebeln und der Porree bereits Wurzeln, wahrscheinlich hätte ich die auch gleich so einpflanzen können.

Die Zwiebel sollte ich in der Mitte durchschneiden und direkt in die Erde legen, nach einer Weile sollten sich die ersten Blättchen zeigen. Leider war meine Zwiebel nicht so genügsam wie im Buch beschrieben, es tat sich überhaupt nichts. Der Chinakohl sollte im Glas neue kleine Wurzeln unten bilden, es tat sich aber leider auch dort nichts. Naja, vielleicht probiere ich es nochmal. Der Porree und die Lauchzwiebeln sind, wie man auf dem Foto sieht, erfolgreich angewachsen und wurden heute auch schon im Essen verarbeitet. Ich habe sie einfach etwa 5 cm oberhalb der Erde abgeschnitten und hoffe, dass sie wieder nachwachsen.

Fazit

Ein interessantes Buch für alle, die Küchenabfälle nicht wegschmeißen wollen und Spaß am Experimentieren haben. Man kann Gemüsereste auch einfach sammeln und einfrieren und dann eine Brühe kochen. Auch das ist nachhaltig und mindert den Abfall.

Ich habe auch ein paar Kritikpunkte: Wenn es in dem Buch um Nachhaltigkeit gehen soll, warum werden die Menschen dann dazu animiert, überhaupt erst Avocados, Ananas und Mangos zu kaufen? Vor allem steht im Buch, dass man sowieso nie eine Ernte wird einfahren können, sondern lediglich eine neue Zimmerpflanze haben wird. Was ist hier der Sinn?

Die Ankündigung “eine Fensterbank reicht aus” gilt vielleicht für Zwiebeln und Kräuter, für den Anbau von Süßkartoffeln sollte das Pflanzgefäß dann aber doch mindestens 50 Liter fassen und auf dem Balkon stehen. Koriander findet man nur abgeschnitten, ich habe keinen mit Wurzeln bekommen. Und den braucht man für das Nachwachsen lassen.

Ansonsten kann ich das Buch aber sehr empfehlen, denn es hat mir viel Spaß gemacht! Und das ist es ja eigentlich, auf das es ankommt, oder? 🙂


Mehr Informationen

Autor: Melissa Raupach und Felix Lill
Titel: Regrow your veggies: Gemüsereste endlos nachwachsen lassen*
Erschienen: 16. August 2018
Verlag: Eugen Ulmer
Form: 128 Seiten
ISBN: 978-3818605346
Preis: 14.95 €

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.