Lange haben wir auf die deutsche Ausgabe von BOSH! einfach – aufregend – vegan gewartet 🙂 Nun ist sie endlich da!

Ein Buch von den beiden zu rezensieren ist wie eine Rezension für Hummus zu schreiben … eigentlich völlig überflüssig, da jeder Veganer Hummus liebt und kennt und man niemanden mehr davon überzeugen muss 😉

Aber ich werde trotzdem das Buch vorstellen, für diejenigen, die noch nicht eingeweiht wurden in das Geschmacksuniversum der beiden Engländer, die sich BOSH! nennen. Henry Firth und Ian Theasby stammen nicht nur aus derselben Region in Nordengland, sondern sind auch seit ihrer Schulzeit beste Freunde. Zusammen haben sie auf der Videoplattform YouTube den erfolgreichen Kanal “BOSH!” ins Leben gerufen, wo sie mit rein pflanzlichen Zutaten raffinierte Soulfood-Gerichte live vorkochen und ihre Viewer zum Nachmachen animieren.

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Die Times bezeichnete die beiden als “The vegan Jamie Oliver

Für alle, die aufregend-innovatives und rein pflanzliches Essen lieben, aber nicht wissen, wo sie beginnen sollen, bietet „BOSH!“ den perfekten Einstieg. Das Foodblogger-Duo zeigt im Kochbuch 140 Lieblingsrezepte – sowohl für Frühstück und Mittagessen, aber auch Rezepte für opulente Cocktail-Partys und umwerfende Dessert-Ideen.

Sie sind geordnet nach Gerichten, die schnell nach Feierabend gekocht werden können und Gerichte, für die man sich etwas Zeit nehmen sollte. Bevor es jedoch mit den Rezepten und der Küchenausstattung los geht, schreiben sie noch etwas zu ihrem Weg zur veganen Ernährung und wie es anfing mit ihrer Kocherei und Bloggerei.

Ian schreibt: “Ich war derjenige, der als Erster auf tierische Produkte verzichtet hat.” Henry schreibt dazu: “Ich habe mich über lan lustig gemacht, als er anfing, sich vegan zu ernähren, und ihn gefragt, woher er denn jetzt seine Proteine bekommen will. Aber irgendwann hatte er mich überzeugt. Vor allem auch das Argument, dass wir die Welt nur retten können, wenn wir keine tierischen Erzeugnisse aus Massenproduktion mehr essen.”

Als sie anfingen, sich vegan zu ernähren, fühlten sie sich fantastisch, mussten aber das Kochen neu lernen und feststellen, dass die meisten Kochbücher, die es gab, keine besonders leckeren Rezepte zu bieten hatten und auch die Restaurants enttäuschten. Sie machten es sich zur Mission, andere Menschen zu zeigen, “wie man köstliche Mahlzeiten nur aus pflanzlichen Produkten zubereitet.”

Und das ist ihnen schon sehr gut gelungen! Mittlerweile sind sie weltweit bekannt und viele Menschen lieben ihre Gerichte! Die Rezepte entwickeln sie in ihrem Studio in East London. Von dort aus teilen sie sie mit der ganzen Welt!

Küchenausstattung und Vorräte

Im vorderen Teil wird gezeigt, welche Küchengeräte und Zubehör man haben sollte, wobei hier keine extravaganten Anschaffungen nötig sind. Lediglich ein guter Hochleistungsmixer sollte im Haushalt vorhanden sein. Aber auch da gibt es inzwischen Geräte, die nicht ein Vermögen kosten.

Auch welche Vorräte man immer zu Hause haben sollte, eingeteilt in Basics und Spezialitäten, wird angegeben. Bei mir sind fast alle immer vorrätig.

Was ich sehr praktisch finde, ist eine Übersicht der Rezepte im Buch geordnet nach Ländern. Hat man Lust auf einen mexikanischen Abend muss man nicht erst alle mexikanischen Rezepte im Buch zusammen suchen, sondern hat alle mit Seitenzahl aufgelistet. So ist es auch mit spanischem Büffet, indischem, thailändischem, chinesischem, BBQ, italienischem und einem Weekend-Lunch. Auch eine orientalische Mezze-Platte lässt sich so zusammenstellen oder ein Weihnachtsfestessen.

Veganes Soulfood
Rotes Thai Curry, ich habe mir dazu Basmatireis gemacht! Im Rezept stellt man die Paste selbst her und friert sich dann den Rest portionsweise ein. Sehr lecker und schööön scharf! 🙂

Egal ob es schnell gehen muss oder man gemütlich kochen möchte, man kann es sich in jeder Lebenslage gut gehen lassen. Pho-Suppe mit Pilzen, schnelle Spaghetti alla Puttanesca oder doch lieber ein etwas aufwändigeres Kürbis-Süßkartoffel-Korma – leckeres veganes Soulfood!

Auch auf einer Party oder zum gemütlichen Fernsehabend darf es an leckeren Snacks nicht fehlen. Die Rezepte für veganes Party- und Finger-Food reichen von Falafel-Popcorn, über Blumenkohl-Buffalo-Wings bis hin zu Cashew-Käse mit Knoblauch und Kräutern. So macht man alle Gäste und sich selbst glücklich. Auch leckere Salate und Bowls gibt es, zum Beispiel Tomaten-Granatapfel-Salat, Rote Bete-Salat mit Süsskartoffeln und Zwiebeln oder eine Anleitung, wie man sich aus verschiedenen Zutaten eine eigene Kreation mixen kann. Ideal zum Beispiel für Büffets.

Neben Frühstücksideen für saftige Pancakes, selbst gemachtes Granola und klassisches “English Breakfast” gibt es viele weitere Rezepte für leckere Desserts und erfrischende Cocktails. So finden sich unter anderem Leckereien wie Chocolate-Fudge-Cake, Beeren Crumble, Mojitos sowie Wassermelonen-Jägermeister-Bowle in dem Buch.

Was habe ich ausprobiert?

Letztes Wochenende tobte hier ein Sturm und es regnete durchgehend, da habe ich mir Samstag und Sonntag die Zeit genommen, mehrere Rezepte auszuprobieren. Neugierig war ich vor allem auf das indische Naan Brot, was beim Inder immer so schön hochgeht und wunderbar fettig und köstlich schmeckt! Ich habe also erstmal den Teig gemacht aus Hefe, Weizenmehl, Wasser, Sojamilch, Zucker und etwas Salz und Olivenöl, ihn anderthalb Stunden gehen lassen, dann nochmal auf der Arbeitsplatte geknetet, in vier Portionen geteilt, eine Portion mit dem Nudelholz ausgerollt und im Backofen gebacken. Im Rezept steht, man soll ihn in der Pfanne braten aber ich wollte es lieber im Ofen machen. Vielleicht habe ich das Brot etwas zu lange gebacken und es ist auch nicht hochgegangen wie beim Inder, aber der Geschmack war absolut köstlich! 🙂

Dazu gab es Rogan BOSH!, eine vegane Variante des traditionellen Gerichtes Rojan Josh mit Lamm aus Kaschmir. Im Rezept haben sie dafür Aubergine genommen, und ich habe noch Kichererbsen ergänzt, als Sättigungsbeilage. Es war ebenfalls sehr lecker! Das Naan Brot passte sehr gut dazu.

Indisches Naan Brot und Rogan BOSH! mit Auberginen und von mir hinzugefügten Kichererbsen. Sehr lecker!

Am Sonntag habe ich mich an ein rotes Thai Curry gemacht, eins meiner absoluten Lieblingsessen! Dafür sollte man erstmal selbst eine Paste herstellen und den Rest dann protionsweise einfrieren, damit man immer etwas auf Vorrat hat. Was soll ich sagen, es traf den Originalgeschmack vom Thailänder. Das Gericht ist allerdings nichts für Menschen, die viel Chili nicht vertragen, die sollten dann vielleicht einfach weniger davon verwenden.

Als nächstes Rezept stehen die Hasselback-Kartoffeln auf der Liste, das sind diese Kartoffeln, die in dünne Scheiben halb eingeschnitten werden und dann mit Gewürzen und Öl im Ofen gebacken werden. Die wollte ich immer schon mal ausprobieren.

Im hinteren Teil findet sich noch ein kleines Schmankerl für die, die immer wieder behaupten, dass Veganer an Mangelerscheinungen leiden: Hier ist eine Übersicht, für welche Nährstoffe man welche Lebensmittel genießen muss, um die jeweiligen Vitamine zu sich zu nehmen 😉 Proteine bekommen Veganer nämlich aus Pflanzen, so wie die Kühe, die Fleischesser essen, auch! 😀


Mehr Informationen

Autor: Henry Firth, Ian Theasby
Titel: Bosh! einfach – aufregend – vegan: Gönn dir! Über 140 Soulfood-Rezepte*
Erschienen: 5. Februar 2019
Verlag: Edition Michael Fischer / EMF Verlag
Form: 288 Seiten
ISBN: 978-3960932055
Preis: 22.00 €

One Reply to “Rezension: BOSH! einfach – aufregend – vegan von Henry Firth und Ian Theasby”

  1. “Proteine bekommen Veganer nämlich aus Pflanzen, so wie die Kühe, die Fleischesser essen, auch!”
    Das ist sachlich falsch. Schade dass Sie das trotz naturwissenschaftlicher Ausbildung so hinschreiben. Ihr Protein bekommt die Kuh nämlich nicht von Gras. Das schafft kein Tier auf unserem Planeten. Kein Mehrzeller hat es bis jetzt geschafft, Zellulose zu verdauen. Vielmehr lebt im (darum mehrkammerigen) Magen einer Kuh ein ganzes Ökosystem, an dessen Anfang Gras steht. Daraus ergibt sich folgende Nahrungskette:
    Kuh zerkaut und schluckt Gras > Bakterien im vorderen Kuhmagen fressen das Gras und zerlegen die Zellulose > größere eukaryotische Einzeller (Dinoflagellaten; vulgo “einzellige Tiere”) fressen diese Bakterien und bauen daraus tierisches Eiweiß auf > die Dinoflagellaten werden von der Kuh ganz normal (also enzymatisch) verdaut und ihre Proteine über den Darm der Kuh aufgenommen.
    Kühe weiden also Gras, ihr Darm aber “frisst” das Eiweiß von Tieren, die sie in ihren als Biofermenter ausgelegten mehrkammerigen Mägen im Kilomaßstab züchten.

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