Das Buch Runter mit dem Bluthochdruck von Dr. med. Jörn Klasen ist ein ganzheitliches Programm für gesunde Gefäße und erklärt, wie man ohne Medikamente Bluthochdruck, die Todesursache Nummer eins, typgerecht und erfolgreich vorbeugen und behandeln kann.

Es kann jeden treffen, denn 30 bis 40 Prozent der Erwachsenen leiden in Deutschland unter Bluthochdruck, auch immer mehr junge Menschen und Normalgewichtige sind betroffen. Er ist ein Risikofaktor für Nieren-Erkrankungen und Herz-Kreislauf-Probleme und erhöht vor allem das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall. Auch die Psyche, beeinflusst durch Stress, Leistungsdruck und ständiges Powern, hängt eng mit Puls und Blutdruck zusammen.

Dr. med. Jörn Klasen
Foto: Michael Wilfling für ZS Verlag

Dr. med. Jörn Klasen, bekannt aus der beliebten NDR-Sendung „Die Ernährungs-Docs“ erklärt, wie die Behandlung von Bluthochdruck sich in den letzten Jahren grundlegend verändert hat. Er ist Facharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Magen-, Darm- und Lebererkrankungen, war Chefarzt am Asklepios Westklinikum Hamburg und ist heute am Klinikum Stephansplatz verantwortlich für das Zentrum für Integrative Medizin.

Im hinteren Teil des Buches finden sich mehr als 50 leckere, alltagstaugliche Rezepte mit überwiegend pflanzlichen Zutaten für eine gesunde und blutdruckfreundliche Lebensweise.

Ich habe mich mit ihm in einem Interview über die neuen Methoden der Behandlung von Bluthochdruck unterhalten und wie eine entsprechende Ernährung aussehen sollte.


Hallo Herr Klasen, ich habe mich sehr darüber gefreut, dass ich das Interview machen darf, da ich ein großer Fan ihrer Sendung bin und sie dort genau das machen, was ich mit meinem Blog auch immer versuche, den Menschen beizubringen, dass sie lieber besser essen sollen anstatt Medikamente zu nehmen.

Ja, genau, man kann ja noch eine ganze Menge mehr tun aber auf jeden Fall Medikamente so wenig wie möglich und so spät wie möglich.

Ich habe den Blog auch deshalb gegründet, weil ich vor viereinhalb Jahren ungefähr vor Schmerzen kaum noch laufen konnte und dann die Diagnose Arthrose im Fuß vom Orthopäden bekam. Durch gesunde vegane Ernährung bin ich viele Krankheiten wieder los geworden wie die Arthrose, Sodbrennen und Heuschnupfen.

Wer hatte damals eigentlich die Idee zu der Sendung?

Das waren eine Redakteurin und ich, wir hatten die Idee. Wir haben einen Beitrag gemacht für Visite, das Gesundheitsmagazin vom NDR, und dann hatten wir die Idee, mal etwas Vernünftiges über Ernährung zu machen. Das hat der NDR tatsächlich aufgegriffen und die Redakteurin ist jetzt für die Ernährungsdocs auf freiberuflicher Basis tätig. Daraus ist das Format entstanden.

Pin mich auf Pinterest!

Woher haben Sie drei ihr Wissen? In Deutschland gibt es ja nicht so viele Ärzte, die sich auf Ernährungsmedizin spezialisiert haben. Im Medizinstudium wird ja meines Wissens nach Ernährungsmedizin kaum thematisiert.

Richtig, bisher kommt es ja nicht vor. Nun wird eine Weiterbildung zum Facharzt für Ernährungsmedizin eingeführt, das ist schon mal ein großer Erfolg. Da passiert einiges.

Ich selbst war in der Gastroenterologie tätig und habe eine gastroenterologische Abteilung in Hamburg geleitet und gleichzeitig aber auch noch eine Abteilung für anthroposophische Medizin. Neben der klassischen Medizin habe ich mich immer auch für ergänzende Möglichkeiten interessiert. Ich bin dann Arzt für Naturheilverfahren geworden und habe in der Ausbildung schon sehr viel über Ernährung gelernt. Anschließend wurde ich noch Arzt für anthroposophische Medizin.

Dadurch, dass ich viele Patienten mit Schwerpunkt Morbus Crohn und Colitis ulcerosa betreute, befasste ich mich notgedrungen mit dem Thema Ernährung. Dann leitete ich eine Palliativstation, da war das auch wichtig. Auch in der Arbeit mit Tumorpatienten lernte ich viel. Ich bin also schon fast 40 Jahre im Beruf und hatte daher schon ein bisschen Zeit, mich nebenher mit Ernährung zu befassen.

Seit über 30 Jahren bin ich Mitbesitzer eines Demeterhofes, da die Grundlage für die Ernährung ja die Landwirtschaft ist. Auf dem Hof haben wir uns viel damit befasst, wie macht man eine vernünftige Landwirtschaft? Zwei meiner Söhne haben und meine Frau haben jetzt ein Restaurant, da bringen wir das auch an die Menschen.

Sie sehen, es ist vielfältig. Wir sind eine große Familie mit acht Kindern, da ging es auch immer um die Ernährung.

Sind die Kinder denn offen für die Ratschläge von Papa zur gesunden Ernährung?

Ja, das ist sehr unterschiedlich, aber überwiegend schon. Die beiden, die jetzt das Restaurant führen, die befassen sich natürlich besonders damit. Ich habe ja nun auch schon einige Enkelkinder, da kommen auch immer mehr Fragen von meinen Kindern.

Die Jüngeren, die Anfang und Mitte zwanzig sind, die sind noch etwas distanziert dem Thema gegenüber. Aber das ist ja auch in Ordnung. Das ist ja ein Entwicklungsprozess, das kennt man ja von sich selbst.

Kommen wir jetzt zu Ihrem Buch. Warum wird Bluthochdruck als stiller Killer bezeichnet? Merken wir nicht, dass wir ihn haben?

Bei einem Großteil der Patienten ist der Bluthochdruck immer noch unentdeckt, weil am Anfang der langsam steigende Blutdruck gar keine Symptome macht. Wenn er Symptome verursacht wie Schwindel, Kopfschmerzen, gelegentlich auch Schlafstörungen oder Nasenbluten, dann ist er meist schon erheblich erhöht oder hat sogar schon Folgeschäden angerichtet.

Ein langsam steigender Blutdruck ist für den Menschen erst mal gar nicht wahrzunehmen. Es kommen auch nicht wenige Patienten zu mir und wundern sich darüber, dass sie einen erhöhten Blutdruck haben, da sie immer eher einen zu niedrigen hatten. Sie haben es also gar nicht mitbekommen. Deswegen stiller Killer, da die Symptome am Anfang gar nicht vorhanden sind.

Und das Einzige, was hilft, ist regelmäßig den Blutdruck zu messen, oder?

Bei den Vorsorgeuntersuchungen sollte immer an beiden Armen gemessen werden, dafür plädieren wir. Man sollte nicht nur die Technik einsetzen wie Ultraschall, MRT oder Blutentnahme, sondern eben auch beidseitig den Blutdruck messen. Da könnten auch die Hausärzte viel helfen, indem sie ihren Patienten ab und an auch mal den Blutdruck messen und sie gegebenenfalls auch zu Hause messen lassen, damit es nicht nur ein Weißkittelhochdruck ist. Es sollte auch frühzeitig eine 24 Stunden-Messung erfolgen.

Das betrifft ja auch schon Jüngere, also nicht nur ältere Menschen, sondern auch solche, die im Beruf oder privat stark eingespannt sind.

Ja, absolut! Wir wissen ja, dass Stress ein großer Auslösefaktor ist für den primären Bluthochdruck und gerade diejenigen, die unter Zeitdruck und Anspannung im Beruf stehen, die sollten doch ab und zu ihren Blutdruck messen.

Da haben sie ja auch gute Beispiele für in ihrem Buch, das waren jetzt drei Leute, die voll im Beruf stehen.

Genau, das ist ja eben oft das Problem, dass es langsam beginnt und man das in seinem ganzen Stress gar nicht so mitbekommt und auch kleinere Symptome gar nicht registriert.

Sind wir also selbst schuld daran, dass wir Bluthochdruck bekommen? Sie erwähnen, dass Professor Dr. Dean Ornish 1990 gezeigt hat, dass durch einen gesunden Lebensstil wie eine vegetarische Ernährung, Verzicht auf Nikotin, Sport und ein gutes soziales Miteinander sich eine koronare Herzkrankheit zurückbilden kann.

Ich glaube, dass man hier sagen muss, dass es mehrere Kriterien gibt.

Das Eine ist, dass die Menschen gerne in ihren Gewohnheiten leben und kaum bereit sind, ohne Hilfe etwas zu verändern. Jedenfalls nichts Grundlegendes. Das Zweite ist, dass wir in einer Gesellschaft leben, die unglaublich auf Leistung programmiert ist, der Druck und der Konkurrenzkampf immer mehr zunehmen usw. Immer höher, weiter, schöner, teurer. Ich glaube, das liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen, aber auch in der Verantwortung der Gesellschaft.

Dann gibt es auch eine nicht unerhebliche Lobby, die Interesse hat, Medikamente an den Mann oder die Frau zu bringen.

Haben sie da eigentlich schon mal Kritik bekommen von der Pharmaindustrie für Ihre Sendung?

Die sind natürlich nicht so dumm, sich öffentlich zu melden, das ist klar. Die nutzen da andere Quellen. Wir haben aber auch schon vereinzelt Kritik von Kollegen bekommen: ‘Warum macht ihr das nicht gleich mit Medikamenten, man sollte doch die Folgeschäden vermeiden’ usw.

Da sind die Ärzte ja sehr einseitig geschult. Da kommt jemand in die Hausarztpraxis, hat einen Bluthochdruck, bekommt ein Medikament aufgeschrieben und ein Rezept und ist nach drei Minuten wieder draußen. Da liegt in der ganzen Ausbildung ein echtes Problem, deshalb sind wir auch froh, da haben wir sicher mit unserer Sendung auch zu beigetragen und dem ganzen Drumherum, dass es eben jetzt eine Weiterbildung für Ernährungsmedizin geben wird. Es wird sich Gedanken gemacht über Ernährung und Forschung betrieben. Was ist der Darm eigentlich für ein Organ? Was bedeutet die Ernährung, wie ist der Stoffwechsel?

Das ist auch nicht mehr aufzuhalten, denn wenn sich etwas in der Medizin ändert, dann ist es so, dass sich die Patienten ändern und das fordern.

Gibt es auch Menschen, die eine genetische Disposition haben?

Etwa zehn Prozent der Menschen haben einen sekundären Bluthochdruck, das heißt, sie haben irgendwelche Probleme organisch gesehen. Das kann endokrinologisch sein, also in der Nebenniere, oder Gefäßverengungen, oder Gefäßverengungen der Nierenarterien usw. Da gibt es einige Beispiele dafür, da kann man sagen, da hängt es nicht mit Ernährung oder Bewegungsmangel zusammen sondern die haben einfach organische Schäden, die zu Bluthochdruck führen. Aber das sind eben nur zehn Prozent.

Wenn man bedenkt, dass etwa 30 bis 40 Prozent der Deutschen Bluthochdruck haben und bei den über 60jährigen sind es über 80 Prozent, dann sind zehn Prozent ein relativ verschwindend geringer Anteil. 90 Prozent sind durch den Lebensstil zu beeinflussen.

Wie wird Bluthochdruck heutzutage behandelt? Wenn man jetzt mal von den Medikamenten absieht?

Heute ist international Konsens, dass man bei leichtem Bluthochdruck erst mal seinen Lebensstil ändern sollte. Es hat sich jetzt durchgesetzt, das hat gedauert, bis vor ein paar Jahren hat man immer noch gesagt, dass der Patient sofort Medikamente nehmen sollte.

Jetzt gibt es viele Studien, die zeigen, dass eine Umstellung auf die mediterrane Ernährung und 10.000 Schritten pro Tag viel bewirken kann. Eine Viertelstunde Meditation und Entspannung hilft auch viel. Das wird heute empfohlen.

In ihrem Buch zeigen Sie, dass eine wichtige Komponente für eine erfolgreiche Behandlung die Ernährung ist sowie der Abbau von Übergewicht. Sich Zeit nehmen für die Mahlzeiten und zur Ruhe kommen ist auch entscheidend.

Für mich ist das Entscheidende die Ernährung in dem ganzen Strauß der Maßnahmen, die man ergreifen kann, von der Musiktherapie bis zum Blutspenden. Die Ernährung ist entscheidend, da der größte Teil dieser 90 Prozent der Bluthochdruckpatienten Übergewicht oder sogar Adipositas haben.

Ein weiteres Problem ist der Salzkonsum, da viele Menschen heute vermehrt Fertigprodukte kosnsumieren. Kann man seinen Salzbedarf eigentlich auch so decken, ohne die Speisen zu salzen? Oder ist in Obst und Gemüse nicht genug enthalten? Früher war Salz ja ein kostbares Gut und unsere Verknüpfungen im Gehirn sind so eingestellt, dass wir Salz genau wie Fett lieben und am besten in Kombination.

Wenn man sich ausgewogen ernährt, braucht man seine Mahlzeiten nicht zu salzen.

Wenn man viele Fertigprodukte isst, und das macht der Deutsche gerne, sollte man darauf achten, wie viel Salz die Produkte enthalten. Wir brauchen nur 3 bis 4 Gramm Salz am Tag und auf keinen Fall mehr als 6. Aber der Deutsche isst im Durchschnitt 3 Teelöffel voll Salz, das sind 10 bis 15 Gramm, was mehr als doppelt so viel ist, wie wir empfehlen.

Mein Ratschlag ist: Salzt eure Speisen nicht nach, sondern nehmt Gewürze!

Man kann heute auch messen, ob jemand salzsensitiv ist. Etwa die Hälfte der Bluthochdruckpatienten sind es, sie reagieren noch empfindlicher auf Salz mit Erhöhung des Blutdrucks.

Bei mir ist es zum Beispiel so, wenn ich etwas Chinesisches mit viel Sojasauce esse, dass mein Herz dann anfängt zu rasen. Könnte ich salzsensitiv sein?

Das könnte sein! Man kann das mit einem einfachen Bluttest feststellen, ob man da empfindlich ist. Wenn ja, ist man dann besonders durch zu viel davon gefährdet.

Das heißt also, dass in Obst und Gemüse genug Salz enthalten ist, man muss also seine Mahlzeiten nicht salzen?

Wenn man sich ausgewogen ernährt, braucht man kein zusätzliches Salz.

Sie empfehlen auch, Schweinefleisch komplett aus der Nahrung zu streichen. Ich esse ja sowieso kein Fleisch mehr aber wieso gerade Schweinefleisch nicht?

Schweinefleisch enthält besonders viel Omega-6-Fettsäuren, vor allem die Arachidonsäure. Diese Säure fördert chronische Entzündungsprozesse. Wir brauchen Entzündungen, damit Erneuerung stattfinden kann, aber nur in einem bestimmten Maß. Die Omega-6-Fettsäuren fachen die chronischen Entzündungen an und die Omega-3-Fettsäuren bremsen sie. Heute haben wir aber ein großes Missverhältnis, wir essen viel zu viele Omega-6-Fettsäuren.

Deshalb empfehlen wir in der Sendung immer viel fetten Fisch und gute Öle, die viel Omega-3-Fettsäuren enthalten. Gerade Schwein enthält sehr viel Omega-6. Wenn man einen chronischen Entzündungsprozess im Körper hat, ist das die Basis für Arteriosklerose und Arthrose.

Sie empfehlen, wie früher, nur noch einmal die Woche Fleisch zu essen. Was ich natürlich sehr gut finde!

Wir wollen ja nicht unbedingt sagen, gar kein Fleisch, das macht ja auch keinen Sinn, dass man das sagt. Es gibt eben einfach bestimmte Menschen, die brauchen dann auch Fleisch, das muss man dann auch für sich herausfinden. Aber für die heutige Tendenz kann man sagen, die gute alte mediterrane Küche mit wenig Fleisch ist die beste.

Mit Fisch sollte man heutzutage auch vorsichtig sein wegen der Überfischung und den ganzen Giftstoffen in den Fischen. Da muss man sehr darauf achten, dass man guten Biofisch bekommt. Aber grundsätzlich ist Fisch besser als Fleisch.

Die Tendenz geht eindeutig Richtung vegetarisch!

Ja, ich sehe das auch in meinem Umfeld, dass die Leute weniger Fleisch essen. Ich weiß nicht, ob das mein Einfluss ist. Ich hoffe, dass es ein allgemeiner Trend ist.

m Durchschnitt essen wir immer noch viel zu viel Fleisch, das ist keine Frage. Gerade Männer essen deutlich mehr als Frauen. Der Mann isst etwa 3x so viel wie empfohlen wird. Die WHO hat ja eine Grenze aufgestellt und wir wissen, dass verarbeitetes Fleisch krebserzeugend ist.

Warum empfehlen Sie für eine Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren fetten Seefisch zu essen, wenn zum Beispiel in Lachs regelmäßig Ethoxyquin gefunden wird? Stiftung Warentest und Ökotest finden das Mittel, das als Schutz vor Selbsterhitzung des Fischfutters eingesetzt wird, regelmäßig in Fisch wie Forelle und Lachs. Omega-3-Fettsäuren kann man genauso durch Leinöl, Leinsamen, Walnüsse oder Rapsöl decken.

Die Omega-3-Fettsäuren im Fisch nimmt der Körper anders auf als die in den guten Ölen, deshalb empfehlen wir eine Kombination aus beiden. Man sollte aber darauf achten, dass es kein Fisch aus der Heimat ist, gerade bei Lachs. Wenn der aus Deutschland stammt, ist er immer mit Giftstoffen belastet, weil er in Tümpeln aufgezogen wird.

Der norwegische Lachs hat leider ein ähnliches Problem entwickelt, da viele Fjorde abgeriegelt und die Fische dort drin gezüchtet werden. Deshalb sollte man darauf achten, dass es wirklich Wildlachs ist und nicht aus Norwegen oder Deutschland kommt.

Dass Hafer besonders gesund ist wegen seiner Beta-Glucane, wusste ich schon aus einer Ihrer Sendungen und esse ihn seitdem relativ viel. Ich konnte damit auch sehr einfach meinen Darm sanieren und habe nun keine Bauchkrämpfe mehr. Nun habe ich gelesen, dass auch Gerste diese enthält. Welche Vorteile bieten Beta-Glucane?

Beta-Glucane bremsen diese chronischen Entzündungsprozesse und am meisten davon ist im Hafer enthalten, in anderem Getreide auch, zum Beispiel auch in Gerste. Am besten geeignet ist Haferkleie, da sie besonders viel Beta-Glucane enthält.

 

Was ich sehr gut finde an ihren Empfehlungen in der Sendung, ist, dass Sie den Patienten häufig empfehlen, ihr Brot selbst zu backen und weitestgehend auf Getreide außer Hafer zu verzichten. Sollte man grundsätzlich drauf verzichten, oder ist Vollkorn erlaubt?

Vollkorn ist grundsätzlich gut, man sollte aber drauf achten, welches Vollkorn man verwendet. Vollkorn sagt ja nicht aus, welches Getreide gemeint ist. Wir empfehlen immer häufiger, bei Weizen vorsichtig zu sein. Weil in modernem Weizen ein spezielles Protein entdeckt wurde, welches schon 10 Prozent der Deutschen nicht mehr vertragen und darauf mit Entzündungen reagieren. Es heißt Weizensensitivität. Das Eiweiß heißt Amylase-Trypsin-Inhibitor (ATI) und hat mit Gluten nichts zu tun. Es kommt überwiegend im Weizen vor. Das ist bei anderen Getreidearten nicht so ausgeprägt.

Vollkorn ist gesund, da es Ballaststoffe beinhaltet, die für unsere Bakterienflora im Darm unverzichtbar sind. Wir nehmen Ballaststoffe hauptsächlich durch Gemüse und Vollkorn auf.

Sie empfehlen, 2x täglich zuckerarmes Obst zu essen. Welche Obstsorten haben denn wenig Zucker?

Wir wissen noch nicht solange, dass die Fruktose bei übermäßigem Konsum genauso schädlich ist wie Glukose aus Kuchen oder Schokolade. Fruchtzucker in größeren Mengen kann sehr schnell zu einer Fettleber führen. In der Liste steht die Banane ganz oben, dann kommt die Weintraube und dann kommt schon die Kartoffel. Das ist vor allem für den Norddeutschen ein Problem, was die Menge an Fruchtzucker angeht, da hier die Kartoffel sehr oft auf dem Speiseplan steht. Zwei Bananen in der Woche reichen und auch nicht zu viele Weintrauben auf einmal essen.

Bei Kartoffeln gibt es einen Trick: Schälen, in eine Schüssel mit Wasser legen am Tag vorher und dann wird die Fruktose weitgehend entzogen.

Gibt es Kräuter und Gewürze, die Sie besonders empfehlen können?

Es gibt viele Gewürze, die entzündungshemmend wirken und bei chronischen Entzündungsprozessen genossen werden sollten. Hierzu gehört Kurkuma, Kardamom, Ingwer, Schwarzpfeffer, Kreuzkümmel, Zimt und in kleinen Mengen Chili.


Mehr Informationen

Autor: Dr. med. Jörn Klasen
Titel: Runter mit dem Bluthochdruck: Wie Sie mit der richtigen Ernährung und einem gesunden Lebensstil den Blutdruck senken*
Erschienen: 4. März 2019
Verlag: ZS Verlag GmbH
Form: 176 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3-89883-883-2
Preis: 22.99 €

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.