Der Facharzt für Ernährungsmedizin kommt und er ist eigentlich schon längst überfällig! Endlich erkennen immer mehr Mediziner, dass die Ernährung eine Schlüsselfunktion bei vielen Zivilisationskrankheiten hat. Beste Beispiele hierfür sind die Patienten des amerikanischen vegan lebenden Arztes Neal Barnard, der es schafft, mit Hilfe von fettarmer gesunder veganer Vollwertkost, die Menschen von ihrem Diabetes zu heilen oder zumindest die Beschwerden zu lindern.

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In der NDR-Sendung die Ernährungsdocs bekommen die Patienten von den drei Ärzten einen individuell zugeschnittenen Ernährungsplan, der es in den meisten Fällen schafft, dass die Patienten wieder gesund werden und den größten Teil ihrer Tabletten wieder absetzen können.

Auch ich habe es geschafft, mit veganer Ernährung meine Beschwerden los zu werden: Arthrose, Heuschnupfen, Menstruationsschmerzen, Reflux und Schilddrüsenunterfunktion sind wieder weg! Nur durch die Kraft der Pflanzen 🙂

Ernährungsmedizin als integraler Bestandteil der Therapie

Der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) ist dieser Passus in der neuen (Muster)-Weiter­bildungs­ordnung der Bundes­ärztekammer (BÄK) der liebste: „Die Zusatzweiterbildung Ernährungsmedizin umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz die Erkennung, Behandlung und Prävention ernährungsabhängiger Erkrankungen sowie von Erkrankungen, die durch angeborene oder erworbene Stoffwechselstörungen hervorgerufen sind“, heißt es dort.

Die Fachgesellschaft hat sich bereits seit mehreren Jahren gemeinsam mit dem Berufsverband der Deutschen Ernährungsmediziner (BDEM) und der Deutschen Akademie für Ernährungsmedizin (DAEM) für eine Zusatzweiterbildung in der Ernährungsmedizin eingesetzt. „Ernährung spielt nicht nur in der Prävention, sondern auch in der Behandlung zahlreicher Erkrankungen eine wichtige Rolle. Trotz der Relevanz ernährungs­medizinischer Versorgung bestehen in Deutschland noch immer erhebliche Defizite“, heißt es aus der DGEM. So sei die Ernährungsmedizin nur ungenügend in medizinischen Ausbildungscurricula von Studierenden und Fachärzten integriert.

Die neue Zusatzweiterbildung soll die Ernährungsmedizin dem aktuellen Kenntnisstand entsprechend in den medizinischen Strukturen in Deutschland verankern. Die Weiterbildung können Ärzte absolvieren, die über eine Facharzt­anerkennung in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung verfügen. Die Lan­des­ärz­te­kam­mern sollen die Zusatz­weiterbildung hoffentlich bald in ihre gültigen Weiter­bildungs­ordnungen übernehmen.

„Die nun erfolgte Anerkennung der Ernährungsmedizin als Zusatzweiterbildung ist eine Aufwertung dieser interdisziplinären Fachrichtung und wird sicher helfen, noch mehr Ärzte für die Ernährungsmedizin zu gewinnen. Für unsere Patienten kann dies nur von Vorteil sein, denn sie streben immer mehr nach einer gesund erhaltenden oder wieder gesund machenden Ernährungsform“, betont Gerd Bönner, Präsident der DAEM.

Bisher ist die Ernährungsmedizin etwas für Autodidakten
Dr. med. Jörn Klasen. Foto: Michael Wilfling für ZS Verlag

Ernährungsmedizin ist ein integrales Element ärztlicher Tätigkeit in fast allen Fächern der Medizin, ähnlich wie auch die Schmerzbehandlung von Ärzten aller Fachrichtungen erwartet wird, schreibt das Deutsche Ärzteblatt. Dieser Erwartung wird die Ausbildung im Medizinstudium und in der Facharztweiterbildung jedoch bisher nicht gerecht.

Ein Arzt mit Interesse, muss sich bisher selbst das Wissen aneignen, wie mir beispielsweise Dr. med. Jörn Klasen von den Ernährungsdocs im Interview erzählt hat. Er hat sich im Laufe seines Berufslebens sein Wissen angeeignet.

Ein Arzt mit Wissen über Ernährung, kann die Therapie seines Patienten mit der richtigen Ernährung unterstützen, dies gilt für alle Fachgebiete, für einen Patienten mit einer Schenkelhalsfraktur ebenso wie für den Krebspatienten mit einer Radiochemotherapie oder den kritisch Kranken auf einer Intensivstation. Da Krankheiten wie Adipositas in der Bevölkerung sowie die daraus resultierenden Folgeerkrankungen wie Diabetes, Hypertonie und koronare Herzkrankheit immer mehr steigen, wird auch die Prävention mit Ernährung immer wichtiger!

Momentan werden die Inhalte der Zusatzweiterbildung ausgearbeitet. Diese soll der Vorstand der Bundesärztekammer auf der Grundlage dessen beschließen, was die Weiterbildungsgremien der Bundesärztekammer in enger Abstimmung mit den Landesärztekammern erarbeiten.


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Ernährungs­mediziner hoffen auf schnelle Umsetzung fachlicher Zusatz­weiterbildung

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