Vegan bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa – kann das helfen? Einen großen Einfluss auf die Zusammensetzung des Mikrobioms, also der Bakterien im Darm, hat die Ernährungsweise. Zum Beispiel hat ein mediterraner Ernährungsstil mit einer ballaststoffreichen Kost mit viel Vollkorn, Obst und Gemüse und sehr wenig tierischem Fett und Protein dazu geführt, dass die bakterielle Vielfalt im Darm zugenommen hat.

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa
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Es überwiegen in diesem Fall besonders die antientzündlich wirkenden Bakteriengattungen wie Firmicuten, Actinobacteriaceae und Bacteroidetes. Es werden ebenfalls vermehrt kurzkettige Fettsäuren gebildet, die wiederum antientzündlich wirken. Hingegen wirkt sich der sogennante „westliche Ernährungsstil“ negativ auf die guten Bakterien aus und bewirkt einen Rückgang der bakteriellen Vielfalt.

Eine Schweizer Kohortenanalyse an Patienten mit Chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, zeigte, dass sich bei regelmäßigem Fleischkonsum eine geringere Biodiversität mit vermehrt entzündlich wirksamen Bakterienstämmen ansiedelt. Patienten, die sich glutenfrei oder vegetarisch ernährten, hatten weniger schlechte Bakterienstämme im Darm und stattdessen eine große Vielfalt.

Durchführung der Studie

Bei insgesamt 1656 Patienten aus der Swiss Inflammatory Bowel Disease Disease Cohort Study zwischen 2006 und 2015 wurden die Ernährungsgewohnheiten analysiert. Die Mikrobiotenzusammensetzung wurde bei 149 Patienten analysiert, darunter 12 vegetarische Patienten und 14 Patienten, die einer glutenfreien Ernährungsweise folgten. Bei der Mehrheit der fleischessenden Patienten wurden die Mikrobiota der Patienten mit geringer und hoher Fleischaufnahme weiter verglichen, also mehr oder weniger als vier Fleischmahlzeiten in der Woche.

Ergebnisse

Es gab einen signifikanten Unterschied zwischen den sich glutenfrei ernährenden Morbus Crohn Patienten und denen, die Fleisch gegessen haben. Die fleischessenden Patienten hatten einen geringeren Artenreichtum im Darm. Sowohl Patienten mit Morbus Crohn als auch Colitis ulcerosa zeigten signifikante Unterschiede in der Zusammensetzung der Darmbakterien bei hohem Fleischkonsum im Vergleich zu den Teilnehmern mit vegetarischer oder glutenfreier Ernährung. Die potenziell entzündungshemmenden Taxa Faecalibacterium und Butyricimonas wurden bei hohem Fleischkonsum reduziert und die entzündlichen Taxa Erysipelotrichaceae und Enterococcus bei den Morbus Crohn-Patienten erhöht.

Worauf sollten Patienten achten?

Wichtig ist vor allem eine Ernährung, die antientzündlich wirkt. Entzündliche Prozesse spielen eine Rolle bei unglaublich vielen Erkrankungen – von Arterienverengung über Diabetes bis zu Rheuma. Auch fast alle der rund 80 bekannten Autoimmunkrankheiten münden in eine chronische Entzündung.

Zucker, Weizen und Fleisch fördern Entzündungen

Ernährung und Lebensstil sind dabei entscheidende Einflussfaktoren. Zucker, Weizenprodukte und ein hoher Fleischkonsum, hier besonders Schweinefleisch, welches besonders viele entzündungsfördernde Substanzen enthält, fördern Entzündungen. Auch Übergewicht mit zuviel Bauchfett führt schleichend zu Entzündungen, da das körpereigene Bauchfett entzündungsfördernde Hormone produziert. Eine Abnahme führt unter anderem auch dazu, die Entzündungsprozesse im Körper zu stoppen.

Obst, Gemüse und Gewürze als Heilsbringer

Schon drei Hände voll Gemüse und eine voll gemischtes Obst täglich führen dazu, dass Entzündungen eingedämmt werden können. Gemüse, Beeren, Nüsse und Obst enthalten sekundäre Pflanzenstoffe, die eine entzündungshemmende Wirkung haben. Vor allem Brokkoli, Spinat und Portulak sind zu empfehlen. Gewürze sind durch ihre ätherischen Öle und Scharfstoffe wahre Medizin. Kurkuma, das dem Curry seine gelbe Farbe gibt, erwies sich als hochwirksam gegen Arthrose, genau wie Ingwer und Chili. Omega-3-Fettsäuren in pflanzlichen Ölen und Nüssen wie Walnüssen haben einen antientzündlichen Effekt – besonders bei rheumatischen Erkrankungen.

Des Weiteren fanden Forscher im Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics heraus, dass ein hoher Sojakonsum eine entzündungshemmende Wirkung zeigt. Dafür wurden bei 1005 chinesischen Frauen im mittleren Alter Entzündungsmarker im Blut untersucht. Es zeigte sich, dass je mehr Soja die Frauen verzehrten, desto weniger Entzündungen traten auf.


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