Veganer Strom von vegawatt? Ja, sind die denn jetzt vollkommen durchgeknallt, diese Veganer? So könnte man denken, wenn man von dem Unternehmen vegawatt hört! Ich muss zugeben, ein bisschen gingen meine Gedanken auch in diese Richtung. Liest man sich aber etwas auf der Website ein, erkennt man, dass die nicht spinnen, diese Veganer, sondern dass sie einfach nur konsequent sind!

Mit Leidenschaft, Mut und Pioniergeist zu Deutschlands erstem veganem Energieanbieter

Alfonso Bialetti tüftelte so lange, bis endlich eine funktionierende Espressokanne auf seinem Herd stand. Dafür bin ich ihm ewig dankbar, denn ich benutze meine jeden Tag. Man muss schon ein bisschen verrückt und gleichzeitig sehr leidenschaftlich sein, um konsequent an seine Idee zu glauben und seinen Traum zu verwirklichen.

Einer dieser leidenschaftlich Verrückten ist Jerome. Er lebt vegan und kocht gerne regional, frisch und in Bioqualität. Am liebsten mit Freunden. Eines Abends kam ihm dabei der Gedanke, wie vegan eigentlich veganes Essen ist, das mit konventioneller Energie gekocht wurde. Dieser Gedanke ließ ihn nicht mehr los und nun wollte er unbedingt veganen Strom und veganes Gas auf den Markt bringen: „Wir wollten vegawatt hundertprozentig machen. Deshalb haben wir uns auch Zeit gelassen. Viel Zeit.“

Da seine Freunde wussten, dass sie da jetzt mit ihm gemeinsam durch mussten, kapitulierten sie von Anfang an und arbeiteten an dem Projekt mit. Sie recherchierten und recherchierten, denn die neue Energiemarke sollte konsequent vegan sein. Nach vielen Abenden in Jeromes Küche und noch mehr Nächten im Büro, schafften sie es: Sie konnten Strom und Gas anbieten, deren Herstellung keine negativen Auswirkungen auf die Tierwelt und die Umwelt hat.

Warum sind Atomkraftwerke nicht vegan?

In Deutschland gibt es momentan fünf herkömmliche und eine vegane Möglichkeit der Stromerzeugung. Bei den herkömmlichen Arten unterscheidet man zwischen konventionellem Strom und grünem Ökostrom. Konventionellen Strom erzeugen vor allem Atom- und Kohlekraftwerke. Für die Erzeugung wird entweder Stein- oder Braunkohle bzw. Uran, Thorium oder Plutonium benötigt. Übrigens basiert die Technik der Stromgewinnung bei Kohle- und Atomkraft auf demselben Prinzip.

Im Kohlekraftwerk wird durch das Verfeuern der Kohle Hitze erzeugt, mit der Wasser verdampft wird. Der Dampf treibt große Turbinen an, deren Rotationsenergie dann in elektrischen Strom umgewandelt wird. Im Atomkraftwerk entsteht der Wasserdampf durch die Spaltung von Atomkernen. Atomkraftwerke galten lange Zeit als sichere Energiequelle, doch seit Tschernobyl und Fukushima sollte inzwischen Jeder die Risiken kennen. Atomkraft ist alles andere als sicher. Ein Reaktorunfall verursacht große Schäden in der Natur und macht die Region für Mensch und Tier auf Jahrtausende unbewohnbar. Die Abwärme der Kraftwerke erwärmt zudem das Flusswasser und bringt so das Gewässergleichgewicht durcheinander.

Die aussortierten Brennstäbe aus den Atomkraftwerken müssen so gelagert werden, dass die Bevölkerung vor der Strahlung geschützt ist. In Deutschland gibt es einige Endlager, die viele Hundert Meter unter der Erde liegen. Da aber kein Mensch weiß, wie sicher diese wirklich sind, gibt es immer wieder große Proteste aus der Bevölkerung bei Transporten aus den Kernkraftwerken zu den Lagern. Denn die Halbwertszeit der Isotope ist extrem lang. In Deutschland ist der Isolationszeitraum laut Wikipedia auf eine Million Jahre festgelegt worden! Also sehr sehr lang!

Kohle zerstört Wälder!

Spätestens seit dem Kampf um den Hambacher Forst weiß nun jeder Deutsche, welche zerstörerischen Auswirkungen die Kohlekraft und der Braunkohle-Tagebau für die Landschaften und Wälder haben. Wertvoller Lebensraum für heimische Wildtierarten wird platt gemacht. Zusätzlich wandelt sich das im Gesteinsabtrag enthaltene Pyrit beim Kontakt mit Sauerstoff zu Eisenhydroxid und Sulfat um, wodurch die Sulfatbelastung der Flüsse ansteigen kann.

Durch die Verbrennung der Kohle entstehen schädliche Gase, die auch mit modernsten Filteranlagen nicht vollständig aus der Abluft gefiltert werden können. Bei Kohle wird ein extrem hoher Ausstoß von Kohlendioxid produziert, das als klimaschädlich gilt und für die globale Erderwärmung verantwortlich ist.

Ökostrom: Nachhaltig, aber nicht vegan

Ökostrom wird in Deutschland durch Wind-, Wasser- oder Solarkraft sowie Biomasse gewonnen. Dies ist zwar klimafreundlich aber nicht gut für die Tierwelt.

Die Windenergie, produziert in riesigen Windparks vor der Deutschen Küste, sorgt dafür, dass das empfindliche Ökosystem im Wattenmeer erheblich gestört wird. Meerestiere werden aus ihrem natürlichen Lebensraum vertrieben. Die sich schnell drehenden Rotoren an Land und über Wasser verursachen durch den sogenannten Vogelschlag tödliche Kollisionen mit den Windrädern – speziell bei Fledermäusen, Greifvögeln und Seevögeln. Eisschlag durch abplatzende Eisschichten von den Rotoren bei extremen Minusgraden, kann Wildtiere durch herabfallende Eisstücke schwer verletzen oder sogar töten.

Wasserkraft ist sehr nachhaltig und klimafreundlich – leider jedoch nicht für die Fische in den Flüssen. Die Kraftwerke und ihre Turbinen können zur tödlichen Falle für Aale und Lachse werden. Staudämme oder Wehre verhindern, dass die Fische ihre Laichplätze nicht mehr erreichen. Fischtreppen sind da leider keine zufriedenstellende Lösung!

Aus Biomasse wie organischen Abfällen wird ebenfalls Ökostrom gewonnen und zwar wie bereits erklärt durch Wasserdampf wie in Kohlekraftwerken. Mit der Abwärme dieser Anlagen werden auch noch naheliegende Gebäude beheizt. Da die Biomasse aus nachwachsenden Rohstoffen besteht, gelten diese Kraftwerke als ökologisch sinnvoll. Bei der Verbrennung entstehen allerdings auch klimaschädliche Emissionen und es dürfen tierische Abfälle aus der Massentierhaltung verwendet werden.

Wie wird jetzt veganer Strom gewonnen?

Solarkraft hat viele Vorteile, beispielsweise ist sie nahezu unbegrenzt verfügbar, vor allem wenn es immer mehr Sonnenstunden durch den Klimawandel gibt. Sonnenenergie macht uns unabhängig von fossilen Brennstoffen und lässt sich sehr gut dezentral einsetzen, ist umweltfreundlich, klimaneutral und unterstützt die Energiewende. Photovoltaik-Anlagen, die die Energie der Sonne in Strom umwandeln, haben eine hohe Lebensdauer. Sie können fast überall dort, wo die Sonne ausreichend scheint, schnell und unproblematisch errichtet werden.

Das Beste aber ist: Photovoltaik-Anlagen gefährden in keiner Weise den Lebensraum von Tieren oder das Leben der Tiere selbst. Vorausgesetzt natürlich, dass die Anlagen unter hohen ökologischen Standards produziert wurden. vegawatt bezieht seinen veganen Strom daher zu 100% aus Photovoltaik-Anlagen. Wichtig: Die Photovoltaikanlagen sollten ihren Standort in Europa haben, da hier die Bestimmungen zum Umweltschutz deutlich schärfer sind als im nichteuropäischen Ausland.

Erdgas ist weder nachhaltig noch vegan!

Erdgas gilt als umweltfreundlich, da bei seiner Verbrennung weniger Kohlendioxid entsteht als beispielsweise bei Ölheizungen. Es verbrennt fast rußfrei und ist ungiftig. Der höhere Brennwert macht es zu einem sehr effizienten Energieträger. Erdgas wird in der Regel überwiegend in Russland, Norwegen, Großbritannien, den Niederlanden sowie Dänemark gefördert und nach Deutschland transportiert.

Der Pipelinebau – insbesondere beim Einsatz von Unterwasserpipelines wie der Nord Stream Pipeline in der Ostsee – hat empfindliche Auswirkungen auf die Tierwelt an Land sowie im Meer. Neben der Gefahr von Schäden bei der Verlegung kann es bei Pipelines auch zu Lecks, also Löchern in der Pipeline, kommen. Das austretende Gas sorgt für ein massenhaftes Sterben der Land- bzw. Wasserbewohner.

Vergleichsportale bieten derzeit ein sogenanntes Klimaneutrales Erdgas an, es ist jedoch eine klassische Mogelpackung. Herkömmliches Erdgas wird durch Zukauf von Zertifikaten CO2-neutral gemacht. An der Förderung, seiner Herkunft und der Pipeline-Problematik ändert sich nichts.

Fracking sorgt für große Umweltprobleme

Aktuell wird über Fracking als mögliche neue Energiequelle diskutiert. Hier wird ein Flüssigkeitsgemisch aus Wasser und verschiedenen chemischen Zusätzen in tiefe Gesteinsschichten gepumpt, um diese aufzuspalten und das darin eingeschlossene Erdgas freizusetzen. Neben zahlreichen klimaschädlichen Nachteilen sorgt Fracking für teils extreme Folgen für Umwelt und Tier. Bei den Sprengungen entstehen Risse in Gesteinsschichten, wodurch giftige oder salzige Flüssigkeiten sowie Methangas ins Grundwasser gelangen und es kontaminieren können. Bohrungen durch Grundwasserspeicher bergen das gleiche Risiko.

Das giftige Fracking-Wasser bleibt teilweise lange Zeit im Boden, da es nicht komplett aus der Bohrung zurückgeholt werden kann. An der Oberfläche können giftige Frackingflüssigkeiten, beispielsweise aus undichten Leitungen, den Boden langfristig verseuchen und so für Mensch und Tier unbrauchbar machen.

Biogas aus Maismonokulturen

Biogas entsteht durch die Vergärung von biologischen Abfällen, also Biomasse. Da bei der Verbrennung kein über Jahrmillionen gebundenes Kohlendioxid freigesetzt wird, ist es klimafreundlich. Es setzt nur Kohlendioxid frei, welches kurz vorher in der Luft war und von der Biomasse aufgenommen wurde. Es muss nicht zwischengelagert werden, da es je nach Bedarf erzeugt werden kann.

Allerdings werden beim Anbau der Energiepflanzen landwirtschaftliche Flächen genutzt, die so für die Produktion von Nahrungsmitteln wegfallen. Mais wird hierfür inzwischen deutschlandweit in großflächigen Monokulturen auf nährstoffarmen Böden angebaut. Der intensive Anbau sorgt für einen massiven Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln, worunter Grundwasser und Artenvielfalt leiden. Auch tierische Abfälle und Gülle aus der Massentierhaltung werden verwendet.

Die Lösung: Biogas aus Zuckerrübenschnitzel

Um Zucker aus der Zuckerrübe zu extrahieren, werden die Rüben nach der Reinigung in schmale Schnitzel geschnitten. Diese werden in 70°C heißem Wasser eingemaischt, wodurch sich der enthaltene Zucker aus ihnen herauslöst. Das so entstandene Zuckerwasser wird weiterverarbeitet und die ausgekochten Schnitzel dienen zum Beispiel für die Produktion von Biogas, da die Zuckerrübe einen hohen Brennwert besitzt.

Zuckerrüben sind sehr widerstandsfähig und verkraften Witterungsschwankungen, was den Einsatz von Düngern oder Pflanzenschutzmitteln verringert. Da die Schnitzel ein Abfallprodukt aus der Lebensmittelherstellung sind, verbrauchen sie auch keine zusätzliche Landfläche. Ein Anbau in der Fruchtfolge wirkt Monokulturen und einer Auslaugung des Bodens entgegen.

vegawatt hat für das vegane Biogas einen Hersteller gefunden, der ihnen garantiert, zu 100% reine Zuckerrübenschnitzel für seine Gasproduktion zu verwenden. Das Biogas wird direkt vor Ort in das Leitungsnetz eingespeist und die heimische Tierwelt ist vor den negativen Folgen des Pipelinebaus sicher.

vegawatt arbeitet mit der TWL Energie Deutschland GmbH zusammen. Sie beliefert Endverbraucher bundesweit mit Strom, Erdgas sowie Dienstleistungen und gehört zum Konzernverbund der Technische Werke Ludwigshafen AG in Rheinland Pfalz. TWL versorgt als kommunales Unternehmen Privathaushalte, Gewerbe und landwirtschaftliche Betriebe in Ludwigshafen seit über 100 Jahren mit Strom, Erdgas, Kälte und Trinkwasser. Als lokaler Versorger ist sich TWL der besonderen Verantwortung für die Region bewusst und hat dazu die Initiative KlimaAktiv ins Leben gerufen, die mit umfangreichen Maßnahmen einen Beitrag zu einer sauberen Umwelt und einem intakten Klima leistet.


Mehr Informationen

vegawatt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.