Vegan in Sizilien – wie sind meine Erfahrungen? Wie ihr ja vielleicht mitbekommen habt, haben mich meine Eltern für eine Woche nach Sizilien eingeladen. Wir hatten eine sehr schöne Ferienwohnung in der Nähe von Scicli, mit wunderschönem Meerblick. Die Wohnung lag etwas erhöht auf einem kleinen Berg, weshalb wir zwar einen tollen Blick ins Tal und aufs Meer hatten, aber für alles ins Auto steigen mussten – beispielsweise einkaufen und schwimmen gehen. Aber man kann eben nicht alles haben.

Vegane Produkte im Supermarkt

In den beiden Orten, in denen wir einkaufen waren, Donnalucata und Marina di Ragusa, gab es jede Menge vegane Produkte im Sortiment. In beiden Supermärkten, Conad und Eurospar, gab es eine relativ große Auswahl an Pflanzenmilch wie Mandelmilch, Sojamilch und Hafermilch glaube ich auch. Da ich nur Sojamilch verwende, habe ich bei den anderen nicht so drauf geachtet.

Gegrillte Austernpilze als Antipasti.
Gegrillte Austernpilze als Antipasti.

In den Tiefkühltruhen gab es Sojaschnitzel und die Marmelade der Hausmarke von Conad, war mit Pektin hergestellt. Hier kann ich übrigens besonders die Orangenmarmelade empfehlen, die war ein Gedicht! Nicht zu süß und bitter, sondern gerade richtig! Ich habe mir noch ein paar Gläser mit nach Hause genommen 😉

Vegan im Restaurant

In Italien gibt es natürlich eine reichhaltige Auswahl an leckeren pflanzlichen Köstlichkeiten! Ich habe mich im Restaurant an Antipasti satt gegessen, hier blieb mir vor allem eine Vorspeise mit gegrillten Austernpilzen in Erinnerung. Einfach köstlich!

Zum Hauptgang hatte ich häufig Pizza mit ohne Käse und dafür jede Menge gegrilltem Gemüse wie Zucchini und Auberginen drauf. Artischocken sind auch sehr lecker. Pizza Margherita schmeckt ohne Käse übrigens auch kalt am Abend zu einem guten Glas Wein auf der Terrasse sehr gut 🙂

Pizza ohne Käse mit viel Gemüse.

Wie mir meine Mutter berichtet hat, ist Sizilien traditionell immer eine arme Region gewesen und die Sizilianer haben Auberginen paniert wie Schnitzel und an Stelle von Fleisch gegessen. In einem Restaurant am Castello di Donnafugata haben wir eine typische sizilianische Spezialität gegessen und zwar Spaghetti mit Oliven, Kapern, etwas Chili und Semmelbrösel statt Parmesan. Mir hat es sehr gut geschmeckt und ich werde das in mein Repertoire der Rezepte aufnehmen.

Spaghetti mit Oliven, Kapern, etwas Chili und Semmelbrösel statt Parmesan
Spaghetti mit Oliven, Kapern, etwas Chili und Semmelbrösel statt Parmesan.

Süßes und Eis

In dem Eisladen in Marina di Ragusa, wo wir waren, gab es veganes Eis, das extra so gekennzeichnet war und wirklich lecker schmeckte. Ich hatte Blutorange, Limone und Schokolade, die war sogar Bio.

Kaffee-Gratine.

Eine Spezialität in Sizilien ist auch Granite, ein Wassereis mit Mandel, Limone oder Kaffee. Ich habe Kaffee und Limone ausprobiert und beides war absolut göttlich! Wer braucht da noch Sahneeis 😉 Auch Mandelmilch habe ich des öfteren bestellt, die schmeckt dort sehr süß und etwa wie aufgelöste Marzipankartoffeln zum Trinken. Sehr lecker!

Weißmehl Overkill

Obwohl ich die sizilianische Küche sehr genossen habe, konnte ich nach einer Woche keine Gerichte mit Weißmehl mehr sehen! Wenn man so wie ich, nur am Wochenende mal ein Brötchen isst und Pizza und Pasta nur Ausnahmen sind, dann merkt man, dass man für die moderne Ernährungsweise nicht mehr geschaffen ist. Und wenn man sich umguckt, sind es viele Italiener eigentlich auch nicht. In den Städten laufen sehr viele Leute mit Übergewicht herum und vor allem die älteren Leute haben teilweise auch wie in Deutschland starkes Übergewicht.

So hat auch IDEFICS Studie 2016 herausgefunden, dass in Italien 50 Prozent der dreijährigen Kinder Übergewicht haben und bei den Elfjährigen sind es 22 Prozent. In Deutschland sind es bei den Dreijährigen 18 Prozent und bei den Älteren ebenfalls.

Da ich fast jeden Tag eine Stunde im relativ stürmischen Meer mit Wellen geschwommen bin, habe ich erstaunlicherweise tatsächlich trotz der Schlemmerei nicht zugenommen! Ich war selbst erstaunt. Irgendwie scheine ich mittlerweile ein gesundes Essverhalten entwickelt zu haben.

Warum sind Italiens Kinder am dicksten?

Grund für das höhere Gewicht von Italiens Kindern ist nach den Ergebnissen der europäischen Wissenschaftler der BMI der Mutter. In Italien bringen auch die Eltern, im Vergleich zu den anderen europäischen Ländern, die meisten Kilos auf die Waage. Ein weiterer Faktor ist darüber hinaus die Gewichtszunahme der Mutter während der Schwangerschaft. Aber diese beiden Faktoren sind nicht so unterschiedlich, als dass sie einen alles entscheidenden Einfluss bei den Sprösslingen gehabt hätten. Als wirklich entscheidende Kriterien der übermäßigen Gewichtszunahme bei Italiens Kindern machen die Forscher schlussendlich eine geringere körperliche Aktivität sowie ein anderes Ernährungsverhalten verantwortlich.

Türmchen aus gegrillten Auberginen.
Türmchen aus gegrillten Auberginen.

Was ist aus der mediterranen Ernährung geworden?

Angeblich ist doch die mediterrane Ernährung so gesund – warum sind die Italiener dann so dick? Ich vermute, dass die Leute früher einfach nicht so viel Pizza und Pasta mit Käse gegessen haben, sondern mehr Gemüse und Obst. Ob die Italiener viel Vollkorn gegessen haben, weiß ich nicht. Natürlich spielt auch die mangelnde Bewegung eine große Rolle.

Man kann sich in Italien, wie überall auf der Welt, sehr gesund und schmackhaft ernähren, aber man kann eben auch Pizzaorgien feiern 🙂


Mehr Informationen

Blaue Zonen: Mit überwiegend veganer Ernährung gesund alt werden

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