Viele Kliniken wurden in veganer Ernährung geschult, damit man künftig als Veganer nicht mehr nur von Marmeladenbroten oder im besten Fall Nudeln mit Tomatensauce leben muss. In zahlreichen veganen Facebookgruppen sieht man immer wieder traurige Bilder von Mahlzeiten, die ein mit der Situation überfordertes Krankenhauspersonal veganen Patienten liefert. Nicht selten sind diese mit viel Glück höchstens vegetarisch, aber nur in seltenen Fällen vegan. Und wenn sie vegan sind, dann meist einfallslos und in keiner Weise so, dass man davon gesund oder gar glücklich werden könnte.

Zudem zahlt die Krankenkasse täglich einen Essensgeldanteil an die Kliniken aus und der Patient muss zusätzlich 10 Euro Eigenanteil pro Krankenhaustag entrichten, der meist für Essen gedacht ist. So muss ein veganer Patient für Essen zahlen, dass er nicht essen kann und muss sich meist zusätzlich noch selbst versorgen, was nicht immer einfach ist, je nach Diagnose und gesundheitlichem Zustand. Ist man alleine und hat keine Angehörigen, die einem Essen ins Krankenhaus bringen, ist für manche Patienten trotz Krankheit fasten angesagt.

Amerikanische Ärztevereinigung empfiehlt Krankenhäusern eine vegane Ernährung

Seit diesem Jahr empfiehlt die AMA Medical Association, dass in allen US-Krankenhäusern ausschließlich vegane Ernährung angeboten wird, und zwar aus gesundheitlichen Gründen. Darüber habe ich bereits im Blog berichtet. Dies ist vor allem auf das Engagement von Dr. Neal Barnard zurückzuführen.

Eine vegane Ernährung im Krankenhaus hat nicht nur für die Patienten große gesundheitliche Vorteile, sondern auch
Menschen jüdischen und muslimischen Glaubens können sie ohne Probleme konsumieren. Sie verursacht zudem auch weniger Probleme im Bereich der Hygiene und ist kostengünstiger, solange man auf teure Fertigprodukte verzichtet.

Workshop von DKI und BKK ProVita

Anfang September fand in Düsseldorf der erste Workshop des Deutsche Krankenhaus Institutes (DKI) zu veganem Speisenangebot in Gesundheitseinrichtungen statt. 45 Experten aus Klinikküchen und von Caterern nahmen an der Veranstaltung teil. Die Teilnehmer erhielten viele Informationen und praktische Tipps rund um die gesunde pflanzenbasierte Ernährung. Die Referenten und Veranstalter freuten sich besonders über das große Interesse der Teilnehmer.
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Grundlagen veganer Ernährung und Nutzen für die Gesundheit

Prof. Dr. med. Andreas Michalsen vom Immanuel Krankenhaus Berlin und Inhaber der Stiftungsprofessur für klinische Naturheilkunde an der Charité-Universitätsmedizin Berlin referierte am Vormittag über die Grundlagen pflanzenbasierter Ernährung und deren Nutzen für die Gesundheit. Er sagte: „Es gibt wissenschaftlich keinen Zweifel mehr – je pflanzlicher die Ernährung, desto gesünder.“ Der zweite Teil des Workshops wurde von der Ernährungsexpertin und (Schulungs-)Köchin Marketa Schellenberg gestaltet. Sie lieferte praktische Tipps, wie pflanzenbasierte Kost in Krankenhäusern gesund und appetitlich angeboten werden kann. Die Ernährungsberaterin freute sich, dass dieses wichtige Thema nun auch vom DKI aufgenommen wurde.

Gabriele Gumbrich vom DKI sagte: „Wir freuen uns, dass die erste Veranstaltung des DKI zum Thema Krankenhausverpflegung ein toller Erfolg war. Das DKI plant, weitere Veranstaltungen anzubieten, damit das Thema in Deutschland ankommt.“ Dr. Karl Blum, ebenfalls DKI, ergänzt: „Derzeit ist erst wenig über den Umsetzungsstand und die konkrete Ausgestaltung innovativer Verpflegungsmodelle für gesunde und nachhaltige Verpflegungsangebote in Krankenhäusern bekannt. Das DKI plant deshalb, eine erfolgreiche Umsetzung pflanzlicher Ernährung in Kliniken auch durch konkrete Handlungsempfehlungen und Best Practice-Beispiele zu unterstützen.“

Das Deutsche Krankenhaus Institut (DKI) in Düsseldorf ist seit 65 Jahren eine fest etablierte Größe im deutschen Gesundheitswesen und das einzige Unternehmen der Branche, das Forschungs-, Krankenhausberatungs- und Fortbildungsleistungen aus einer Hand anbietet. Träger des DKI sind die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der Verband der leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK) und der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD).

Der vegane Patient

Der vegane Anwalt Ralf Müller-Amenitsch betreut zu dem Thema eine Bachelorarbeit im Rahmen des Studienganges Plant-Based Management an der Fachhochschule des Mittelstandes Bamberg, um diese Entwicklung zu analysieren und zu beobachten. Hier kann die Implementierung der Fortbildung in die Krankenhäuser untersucht und ausgewertet werden.

PETA-Deutschland hat im September eine Broschüre mit dem Titel „Die Rechte veganer Patienten“ veröffentlicht und zudem eine Whitelist auf der Homepage „Veganes Recht“ bereitgestellt, auf der sich Patienten über vegane Krankenhäuser in ihrem Umfeld informieren können. So können sich Patienten ihre Krankenhäuser auch nach dem Kriterium heraussuchen, ob es veganes Essen gibt oder nicht. So werden immer mehr Krankenhäuser ein Interesse daran haben, sich zu dem Thema fortzubilden.


Mehr Informationen

Amerikanische Ärztekammer empfiehlt Krankenhäusern, nur noch vegane Gerichte anzubieten!
Der vegane Patient
Vegan im Krankenhaus
Handout zur Vorlage bei der Deutschen Krankenhausgesellschaft
„Veganes Speisenangebot in Gesundheitseinrichtungen“
Workshop: Veganes Speiseangebot in Gesundheitseinrichtungen

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