Foto: Mindjazz Pictures

Der Doktor aus Indien von Jeremy Frindel erzählt die Geschichte des Ayurvedaarztes Dr. Vasant Lad und von seiner Mission, die alte indische Heilkunst Ayurveda Ende der 70er Jahre in den Westen zu bringen. Dieses eindringliche Porträt zeigt Gespräche unter anderem mit dem Ayurveda-Anwender Deepak Chopra und dokumentiert das Leben und die Arbeit von Dr. Vasant Lad, der seine vom Guru seiner Familie erkannte Bestimmung erfüllte und zu einem Pionier der ganzheitlichen Medizin wurde. Er half dabei Ayurveda, das bei seiner Ankunft im Westen weitestgehend unbekannt war, zu einer der verbreitetsten alternativen Heilmethoden der Welt zu machen.

Jeremy Frindel ist der Gründer von Substratum Films. Er veröffentlichte 2013 seinen ersten Film, One Track Heart: The Story of Krishna Das. Der Film wurde in Kinos auf der ganzen Welt gespielt und gewann den Preis für die beste Dokumentation auf vielen Festivals. Sein zweiter Film, Der Doktor aus Indien, über das Leben und die Arbeit von Dr. Vasant Lad, wird im August 2018 in deutschen Kinos zu sehen sein. Frindel wuchs in Kentucky auf und lebt heute in Brooklyn, erlangte 2001 einen BA in Filmmusik auf dem Berklee College of Music und ist seitdem als Filmemacher aktiv.

Was ist Ayurveda?

Ayurveda ist das älteste ganzheitliche Medizinsystem der Welt. Seine zeitlosen Lehren und Methoden ermöglichen es uns auch heute, gesund, fit und glücklich zu leben. Denn beim Ayurveda steht der Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen im Mittelpunkt. Im Ayurveda wird eine vegetarische Ernährung empfohlen.

Der Doktor aus Indien
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Das Sanskrit-Wort Ayurveda bedeutet wörtlich das „Wissen vom Leben“, oft auch übertragen als „Wissenschaft vom langen und gesunden Leben“. Die ganzheitliche Gesundheitslehre entstand vor über 5.000 Jahren auf dem indischen Subkontinent. Die Weltgesundheitsorganisation erkannte Ayurveda 1976 offiziell als „traditionelle Medizin“ an.

Ayurveda kennt eine Vielzahl an vorbeugenden und heilenden Methoden. Schwerpunkte sind eine gesunde Ernährung und Diätetik, Reinigungs- und Ausleitungsverfahren, Massagen und manuelle Behandlungen sowie Yoga und Meditation. Die Wirksamkeit vieler dieser Mittel wurde inzwischen auch nach westlichen Maßstäben wissenschaftlich nachgewiesen. Darüber hinaus kennt der Ayurveda eine umfassende Pflanzenmedizin, die im alten Indien angewendet wurde und auch heute noch in Indien verbreitet ist. In der Europäischen Union ist der Verkauf solcher Ayurveda-Produkte jedoch nur als Nahrungsergänzungen oder Nahrungsmittel zulässig.

Eintauchen in eine neue Welt

Jeremy Frindel schreibt in den Presseunterlagen zum Film, dass er nach seinem Film “ONE TRACK HEART: The Story of Krishna Das” auf keinen Fall wieder einen Film über die östliche Spiritualität drehen wollte, da er nicht bekannt werden “als der Typ mit den Yoga-Filmen”. Bewusst arbeitete er an Projekten aus Politik und Musik, um das Thema zu vermeiden: “Aber dann begegnete ich Dr. Lad und all das geriet durcheinander. Ich traf ihn und war gefangen, die Idee für einen Film floss ins Gespräch und innerhalb weniger Monate hatte ich bereits die erste Förderung und saß im Flugzeug nach Indien mit meiner Kamera. Eine der aufregendsten Dinge für mich, wenn ich mit einem neuen Projekt beginne, ist die Entdeckung und das Eintauchen in eine Welt. Es war sehr einnehmend für mich, die Synthese von tiefem Zuhören und Intuition mit medizinischer Versorgung zu untersuchen,” schreibt er.

Foto: Mindjazz Pictures

Ihm wurde sehr schnell klar, dass dies nicht ein Film sein konnte, der sich zu sehr auf Ayurveda fokussierte. Dafür war dies ein zu weites Feld. Stattdessen begleitete er Dr. Lad in seinem Alltag und zeigt so, wie er nur durch Berührung oder dem Fühlen des Pulses erkennt, woran der Patient leidet. Behandlungen richten sich im Ayurveda nach der angeborenen, individuellen körperlichen, geistigen und emotionalen Konstitution des Patienten. Diese drückt sich als das Verhältnis der drei Doshas aus, was sich mit Bioenergien übersetzen lässt: So sind Vata (Luft und Äther), Pitta (Feuer und Wasser) und Kapha (Erde und Wasser) in jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt – der sogenannte Ayurveda-Typ.

Frindel war fasziniert von Dr. Lad als Person und schreibt: “Was am aufregendsten für mich war, war die Art der Präsenz, die er zu seinen Patienten und Studierenden brachte. Die Art, wie er einen Raum verwandelte und die Herzen der Menschen öffnete, und die heilende Kraft, die darin liegt. Er verkörperte die Seele des Ayurveda – oder was ich darunter verstand. Der Film sollte den Menschen genau dieses Gefühl geben, damit sie das Ayurveda verstehen würden, dessen Verbreitung Dr. Lad sein Leben gewidmet hat.”

Er und sein Kameramann Jimmy Ferguson versuchten, Dr. Lad bei seiner Arbeit nicht zu stören und es dennoch dem Zuschauer zu ermöglichen, das Gefühl zu haben, sie würden auf einem Stuhl daneben sitzen: “Wir hatten so ziemlich vollen Zugang zu Dr. Lad und folgten ihm einige Wochen sehr nah bei einigen Trips nach Indien, nach Albuquerque in den USA, in sein Zuhause, Kliniken, Schulen und bei seinen Reisen.”

Ich fand den Film sehr interessant und er zeigt, dass es auch abseits der Schulmedizin Möglichkeiten gibt, Krankheiten vorzubeugen. Jedoch macht Dr. Lad im Film deutlich, dass die Schulmedizin und Ayurveda zusammenarbeiten müssen, denn hat ein Patient beispielsweise einen Herzinfarkt, so ist er in der Schulmedizin besser aufgehoben. Beide Heilmethoden sollen sich ergänzen.

Besonders süß ist übrigens die Geschichte, wie er seine Frau kennengelernt hat 😉 Mehr wird hier aber nicht verraten!

Hier sind Termine mit Sondervorführungen. Weitere Termine findet ihr hier.

  • Hamburg, Sonntag, 19. August, 11.00 Uhr, Abaton. Preview Dr. med. Harsha Gramminger (Ayurveda Expertin, euroved.com).
  • Leipzig, Freitag, 24. August, 20.00 Uhr, Passagen Kinos. Sondervorführung mit der Heilpraktikerin und Ayurveda-Expertin Theresia Mitterer
  • Aschaffenburg Montag, 27. August, 19.00 Uhr, Casino. Sondervorführung mit dem Ayurveda-Starkoch Volker Mehl
  • Frankfurt, Dienstag, 28. August, 18.30 Uhr, Harmonie. Sondervorführung in Kooperation mit der Rosenberg Akademie & AyurSoul Frankfurt
  • Wien (AT), Dienstag, 28. August, 20.15 Uhr, Filmhaus. Special-Screening
  • Kassel, Sonntag, 23. September, 12.00 Uhr, Bali. Sondervorführung mit Einführung und anschließendem Publikumsgespräch mit Dr. med. Ananda Samir Chopra (Leitender Arzt, Ayurveda-Klinik Kassel)

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