Kleine Mengen verarbeitetes Fleisch erhöhen das Krebsrisiko zeigt die große Studie des World Cancer Research Fund International (WCRF) „Diet, Nutrition, Physical Activity and Cancer: a Global Perspective“. Die Organisation behauptet, dass seine neueste Studie die größte jemals durchgeführte Krebsstudie ist. Sie betrachtete mehr als 50 Millionen Menschen, von denen 3,5 Millionen mit Krebs diagnostiziert wurden. Die Studie ergab, dass zwischen 30 bis 50 Prozent aller Krebsdiagnosen vermeidbar sind. Das WCRF ist eine führende Autorität auf dem Gebiet der Krebspräventionsforschung im Zusammenhang mit Ernährung und eine gemeinnützige Organisation, die ein Netzwerk von Krebsvorsorgeeinrichtungen mit globaler Reichweite führt und vereint. Diese Wohltätigkeitsorganisationen haben ihren Sitz in den USA, Großbritannien, den Niederlanden und Hongkong.

Kleine Mengen verarbeitetes Fleisch erhöhen das Krebsrisiko

Kleine Mengen verarbeitetes Fleisch erhöhen das KrebsrisikoNeue Forschungen des WCRF besagen, dass keine Menge an Speck oder anderem verarbeitetem Fleisch sicher zu verzehren ist und dass man den Fleischkonsum aktiv reduzieren sollte, um das Risiko, an Krebs zu erkranken, zu verringern. Wie man sich denken kann, empfiehlt die Organisation außerdem noch, Alkohol und Tabakrauch zu vermeiden.

Der Konsum von Speck, Schinken, Salami und Wurst und allem, was gepökelt, gesalzen, fermentiert, geräuchert oder mit Geschmacksverbesserungen versehen wurde, sowie unverarbeitetem Fleisch sollte auf ein Minimum begrenzt oder am besten ganz vermieden werden. Der Studie zufolge könnte die Begrenzung der Aufnahme dieser Lebensmittel das Risiko, an Krebs zu erkranken, drastisch senken, da „es starke Hinweise darauf gibt, dass sowohl der Verzehr von rotem Fleisch als auch der Verzehr von verarbeitetem Fleisch Ursachen für Darmkrebs sind“. Die Studie fügte hinzu, dass einige Konservierungsmethoden zur Herstellung von verarbeitetem Fleisch „bekanntermaßen krebserregend sind“.

„Es ist nicht notwendig, rotes Fleisch zu konsumieren, um ein gesund zu bleiben. Fleisch zu essen ist kein wesentlicher Bestandteil einer gesunden Ernährung“, so die Studie weiter. „Die Beweise für verarbeitetes Fleisch sind noch deutlicher“, heißt es in den Leitlinien zur Krebsprävention. Eine wesentliche Aussage der Studie ist, dass selbst der Verzehr von geringen Mengen an verarbeitetem Fleisch die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung von Krebs erhöht.

Hülsenfrüchte, Vollkorn, Gemüse und Obst

Die Studie zeigte auch, dass Menschen, die kein Fleisch konsumieren – wie Vegetarier und Veganer – tatsächlich ausreichend Eiweiß aus einer Vielzahl von pflanzlichen Quellen wie Hülsenfrüchten und Getreide konsumieren, und dass pflanzliches Eisen leicht verfügbar ist und ausreichende Mengen nur aus tierfreien Quellen konsumiert werden können.

Die Empfehlungen zur Krebsprävention sehen es vor, Vollkorn, Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte wie Bohnen und Linsen zu einem wichtigen Bestandteil der täglichen Ernährung zu machen. Es gibt Hinweise darauf, dass der Verzehr von Vollkorn, Ballaststoffen, Gemüse und Obst zum Schutz vor bestimmten Krebsarten sowie vor Gewichtszunahme, Übergewicht und Fettleibigkeit beitragen kann.

Kleine Mengen verarbeitetes Fleisch erhöhen das KrebsrisikoEin Bestandteil, der nur in Pflanzen vorkommt, wird hier besonders erwähnt und zwar die Ballaststoffe. Davon sollten am Tag mindestens 30 Gramm verzehrt werden und mindestens 400 g Obst und Gemüse pro Tag. Ballaststoffe stecken vor allem in Gemüse und Vollkornprodukten. Es gibt starke Hinweise darauf, dass der Verzehr von Vollkornprodukten vor Darmkrebs schützt. Ebenso der Verzehr von Nahrungsmitteln, die Ballaststoffe enthalten. Eine hohe Aufnahme von Ballaststoffen schützt vor Gewichtszunahme, Übergewicht und Fettleibigkeit.

„Unsere Beweise deuten darauf hin, dass das größte Risiko für Menschen besteht, die kein oder kaum Gemüse oder Obst konsumieren, weshalb wir gesunde Rezepte entwickeln, die den Menschen zu ihrem 5-A-DAY verhelfen,“ sagt Dr. Rachel Thompson, Leiterin Forschungsinterpretation des World Cancer Research Fund International.

Weißmehl vermeiden

Die Studie empfiehlt weiterhin, eine Mischung aus stärkehaltige Wurzeln und Knollen als Grundnahrungsmittel sowie nicht stärkehaltiges Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte regelmäßig zu konsumieren, um von der Schutzwirkung von Pflanzen zu profitieren. Berücksichtigt man die Ergebnisse, zeigen diese, dass die meisten Diäten, die vor Krebs schützen, reich an Lebensmitteln pflanzlichen Ursprungs sind.

Relativ unverarbeitete Lebensmittel pflanzlichen Ursprungs sind reich an Nährstoffen und Ballaststoffen. Ein höherer Verzehr dieser Lebensmittel anstelle von fettreichen verarbeiteten Lebensmitteln mit raffinierter Stärke wie Weißbrot, Teigwaren, Kekse, Kuchen, Gebäck und Zucker würde bedeuten, dass eine Diät mehr essentielle Nährstoffe enthält und die Energieaufnahme im Verhältnis zum Energieaufwand effektiver reguliert. Dies könnte vor Gewichtszunahme, Übergewicht und Adipositas und damit vor adipositasbedingten Krebserkrankungen schützen.

Copyright: World Cancer Research Fund International
Copyright: World Cancer Research Fund International

In vielen Teilen der Welt basieren traditionelle Lebensmittelsysteme auf Wurzeln oder Knollen wie Maniok, Süßkartoffeln, Yamswurzeln und Taro. Wo es angebracht ist, sollten traditionelle Lebensmittelsysteme geschützt werden – zusätzlich zu ihrem kulturellen Wert und ihrer Eignung für das lokale Klima und Terrain sind sie oft den Diäten, die sie verdrängen, ernährungsphysiologisch überlegen.

Allerdings sind monotone traditionelle Diäten, insbesondere solche, die nur geringe Mengen an nicht stärkehaltigem Gemüse, Obst und Hülsenfrüchten (Hülsenfrüchten) enthalten, wahrscheinlich arm an essentiellen Mikronährstoffen und erhöhen dadurch die Anfälligkeit für einige Krebsarten.

Was sollte man essen?

  • nicht stärkehaltiges Gemüse
  • Obst in verschiedenen Farben
  • nicht stärkehaltige Wurzeln und Knollen wie Karotten, Artischocken, Selleriewurzel, Kohlrübe und Rüben
  • Vollkornprodukte wie brauner Reis, Weizen, Hafer, Gerste und Roggen

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World Cancer Research Fund
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