Was der Boom von Pflanzenmilch für die Milchindustrie bedeutet und was die Milchindustrie daraus lernen kann – so heißt ein neuer Bericht von RaboResearch Food & Agribusiness, einem weltweiten Netzwerk von Analysten der Rabobank, einer niederländischen Genossenschaftsbank mit Sitz in Utrecht.

Milchalternativen boomen und werden immer häufiger gekauft, da die Verbraucher zunehmend milchfrei werden, vor allem wenn es um flüssige „Milch“ geht für Dinge wie Cornflakes, Müsli oder Kaffee. In jüngster Zeit hat die Biotechnologie Einzug gehalten und braut Milchproteine durch Biofermentation. Die Zeit ist reif für den Milchsektor, über den Erfolg alternativer Milchprodukte nachzudenken und zu erwägen, diese Lektionen auf Milchprodukte anzuwenden, heißt es in dem Bericht „Dare Not to Dairy — What the Rise of Dairy-Free Means for Dairy…. und How the Industry Can Respond“.

RaboResearch Food & Agribusiness hat 85 Analysten, die in lokalen Teams im weltweiten Rabobank-Netzwerk arbeiten. Sie generieren Wissen und entwickeln Ansichten und Einsichten zu Unternehmen, Themen und Entwicklungen in der Lebensmittel- und Agrarindustrie weltweit. Alle Analysten haben ihre eigenen Branchenspezialisierungen – von Fleisch und Fisch über Milchprodukte, Gemüse, Obst und Blumenzucht bis hin zu Kaffee und Kakao.

Pflanzenmilch immer beliebter

Milchalternativen konkurrieren seit Jahrzehnten im Molkereibereich, aber der Wettbewerb hat sich verschärft, da sich die Milchalternativen in Typ, Stil und Produktkategorien erweitern. Der weltweite Einzelhandelsumsatz mit Milchalternativen ist in den letzten zehn Jahren um jährlich acht Prozent gestiegen. Mit einem Einzelhandelsumsatz von 15,6 Mrd. USD machte die milchfreie Milch laut Euromonitor im Jahr 2017 zwölf Prozent des gesamten Flüssigmilch- und Alternativabsatzes weltweit aus.

Ernährung, Preis und Geschmack begünstigen tendenziell die Milchprodukte, aber die veränderte Wahrnehmung der Verbraucher in Bezug auf Gesundheit, Lebensstil, Neugierde und wahrgenommene Nachhaltigkeit zieht immer mehr Menschen an, sich für „milchfreie“ Produkte zu entscheiden.

Milchindustrie muss umdenken

„Es wird erwartet, dass die weltweite Nachfrage nach Milchprodukten in den kommenden Jahren um 2,5 Prozent steigen wird, wobei die Nachfrage nach nicht-flüssigen Kategorien den schwachen Absatz von Flüssigmilch ausgleicht“, sagt Tom Bailey, RaboResearch Senior Analyst – Dairy. „Auch wenn es nicht unbedingt notwendig ist, in Milchalternativen zu diversifizieren, wäre es für die Milchindustrie klug, zumindest eine Sache aus dem Erfolg von Milchalternativen zu lernen, die den Verbraucher an die erste Stelle setzen.

Die Herausforderung für Molkereiprodukte liegt vor allem in der Flüssigmilch, wo die Einzelhandelsumsätze in Westeuropa (18,6 Mrd. USD) und den USA (12,5 Mrd. USD) laut Euromonitor in den fünf Jahren bis 2017 mit einer jährlichen Rate von fünf Prozent bzw. drei Prozent zurückgingen. Die Ergebnisse der letzten fünf Jahre haben Milchproduzenten begünstigt, die in Milchalternativen in der gesamten Lieferkette investierten – von der Anpflanzung von Mandelbäumen bis zum Kauf von Marken. Die Investitionen in Molkereialternativen haben sich im Vergleich zu eigenständigen Molkereiprodukten positiv entwickelt.


Quelle

Rabobank: Dare Not to Dairy – How the Industry Can Respond to the Rise of Dairy-Free

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