Gärtner gesucht für „1000 Gärten 2.0 – Das Soja-Experiment“

Taifun Tofu und die Universität Hohenheim suchen bis Ende Februar wieder Gärtner für das Soja-Experiment 1000 Gärten 2.0, die zweite Runde des 2016 gestarteten Projekts. Damals habe ich auch schon im Blog dazu aufgerufen, sich mit einem eigenen Garten an dem Experiment zu beteiligen. Ich wohne in einer Mietwohnung ohne Garten und kann mich daher nicht an dem Experiment beteiligen.

Ziel des Experimentes ist es, Soja heimisch zu machen. Für die Initaitoren des Experimentes gehören Bio und Regionalität zusammen. Daher setzen sie sich für den heimischen Anbau dieser vielseitigen Hülsenfrucht ein. Bio-Soja aus Deutschland, das bedeutet: Eine nachhaltige Versorgung mit pflanzlichem Eiweiß, kurze Transportwege, Unterstützung der heimischen Landwirtschaft sowie eine nachvollziehbare und gesicherte Herkunft.

Umwelt, Tier und Klima schützen

Über 90 Prozent der global angebauten Sojabohnen wird zu Sojaöl und Futtermitteln weiterverarbeitet. Um riesige Mengen zu erzeugen, wird Soja in Monokultur und unter Einsatz giftiger Pflanzenschutzmittel kultiviert, die nicht nur den Boden, sondern auch die Gesundheit von Menschen gefährden. Dabei wäre es ökologisch und in Bezug auf eine gesunde Ernährung viel sinnvoller, Pflanzen wie Soja direkt zu verzehren – zum Beispiel in Form von Tofu oder Sojadrinks -, als über die Tiere. Das ist nicht nur ressourcenschonend und schützt das Klima, es trägt auch zum Tierwohl bei.

Sojaanbau in Deutschland war bisher klimatisch milden Regionen wie dem Oberrheingraben und Gunstlagen in Bayern vorbehalten.
Sojaanbau in Deutschland war bisher klimatisch milden Regionen wie dem Oberrheingraben und Gunstlagen in Bayern vorbehalten. Foto: Taifun

Während in den traditionellen Sojaanbau-Ländern Asien, USA und Südamerika der Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut dominiert, ist er in Europa verboten. Mit der Züchtung von regional und klimatisch angepassten sowie ertragreichen Soja-Sorten für den biologischen Landbau in Deutschland werden nicht nur die Sortenvielfalt gefördert, wir machen uns auch unabhängig von weltweit agierenden Saatgut-Monopolisten machen. Die entstehenden Sorten sind frei von Patenten, Züchter können sie also weiterentwickeln.

Soja ist eine sinnvolle Pflanze für einen nachhaltig bewirtschafteten Acker, denn sie trägt zu einem lebendigen und fruchtbaren Boden bei: Wie andere Leguminosen wie Klee oder Erbsen bindet sie Stickstoff im Boden. Wenn sie in der Fruchtfolge eingesetzt wird, bereitet die Sojapflanze den Boden optimal für nährstoffhungrige Pflanzen auf.

Soja ist nahrhaft und gesund

Foto: Taifun

Produkte aus pflanzlichem Eiweiß gewinnen immer mehr an Bedeutung und gehören heute zu einer modernen und vollwertigen Ernährungsweise dazu. Das Soja, aus dem Taifun Tofu seine Produkte herstellt, enthält essentielle Aminosäuren und eine für den Menschen günstige Fettsäurezusammensetzung mit einem hohen Anteil an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

Das Experiment

Die Initiative „1000 Gärten – Das Soja-Experiment“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Taifun-Tofu GmbH und der Universität Hohenheim, insbesondere der Landessaatzuchtanstalt. Die zweite Auflage des Projekts, 1000 Gärten 2.0, wird unterstützt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Taifun stellt seit fast 30 Jahren Tofu-Spezialitäten in Bio-Qualität her. Angefangen hat es 1985 mit einer Aufzucht von Keimlingen und Sprossen, die kurz darauf durch eine kleine Tofuproduktion ergänzt wurde. Heute setzen sich täglich rund 230 Mitarbeiter für die schmackhaften und nachhaltig produzierten Lebensmittel ein: Taifun bietet eine Auswahl von rund 30 rein pflanzlichen Tofuspezialitäten, die europaweit im Naturkostfachhandel angeboten werden und entwickelt regelmäßig neue Rezepturen.

Das Unternehmen mit Sitz in Freiburg engagiert sich besonders für die Themen ökologische Landwirtschaft, gentechnikfreie Erzeugung und Nachhaltigkeit. Ende der 90er leistete es Pionierarbeit, als Taifun den biologischen Vertrags-Sojaanbau in Deutschland ins Leben rief – zunächst entlang des sonnigen Oberrheins und in Kooperation mit heimischen Landwirten. Mittlerweile stammen über 90 % der Taifun-Sojabohnen aus Deutschland, Frankreich und Österreich. Ich kaufe fast nur deren Produkte, da sie lecker sind und Soja aus Europa verarbeiten.

Soja ohne Gentechnik

LogoDarüber hinaus erzeugt der Tofuhersteller sein eigenes hochwertiges Saatgut und arbeitet gemeinsam mit der Universität Hohenheim an der Entwicklung von neuen Tofu-Sojasorten: „In direktem Kontakt mit unseren Kunden erfahren wir, wie stark die Resonanz vom Projekt 1000 Gärten unter ihnen ist. Das erfreut uns … und stärkt uns zugleich! Sie ist ein Zeichen dafür, dass uns ähnliche Sehnsüchte bewegen und miteinander verbinden: Die Liebe zur Natur, der Schutz von Klima und Umwelt, der sensible Umgang mit der Tierwelt, die Förderung von regionalen Wirtschaftsstrukturen… und einfach die Lust am Mitmachen, am Experimentieren und am Aktivwerden zugunsten einer guten Sache! Mit diesem Projekt machen wir gemeinsam Erfahrungen, die uns positiv einstellen, die Sinn in uns wecken und unsere Energie mobilisieren. 1000 Gärten ist ein gemeinsamer Beitrag für eine Welt, die uns gerechter, gesünder, achtsamer, vielfältiger, fairer, liebevoller erscheint,“ Jesús Bastante, Vertriebsleiter Taifun-Tofu GmbH.

Die Universität Hohenheim wurde 1818 nach verheerenden Hungersnöten gegründet. Auch heute entwickelt sie innovative Lösungen für drängende gesellschaftliche Fragen: Welternährung, Klimawandel, Tierwohl oder auch gesunde Ernährung sind nur einige Beispiele für die zukunftsweisenden Forschungsthemen der Universität. In Einrichtungen wie der Landessaatzuchtanstalt in Willstätt-Eckartsweier leistet die Universität einen Beitrag zu einer ressourcenschonenden, umwelt- und marktgerechten landwirtschaftlichen Pflanzenproduktion: Die rund 50 Mitarbeiter der Einrichtung entwickeln und optimieren Züchtungsverfahren, analysieren das genetische Potenzial neuer Pflanzenarten und erproben neue Methoden und Techniken im Bereich der Pflanzenzüchtung.

Sojaanbau im kühlen Deutschland

So auch im Bereich Soja: Um den Anbau von Sojabohnen in kühlere Regionen auszuweiten und die Wirtschaftlichkeit des Anbaus zu verbessern, bedarf es ertragreicher und kühletoleranter Sorten, die dabei besonders proteinreich sind. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Züchtung von Sojasorten für die Tofuherstellung: „Das Projekt 1000 Gärten ist die sinnvolle und konsequente Fortführung unserer Arbeit. Wir haben ein großes ‚Ja‘ für Soja als direkte Proteinquelle für Menschen und ein weiteres großes ‚Ja‘ zu Soja als ökologische und bereichernde Kulturpflanze. Seit über 25 Jahren haben wir die Hebel ständig in diese Richtung bewegt. In Deutschland gibt es bei vielen Menschen ein Bewusstsein darüber, dass die Sojabohne nicht länger als Regenwaldvernichterin und Billigproteinlieferantin für Mastzwecke dienen soll.

Sie bringt noblere Voraussetzungen mit und hat den Missbrauch durch Konzerngier nicht verdient. Soja lässt sich sehr gut in Fruchtfolgen einbringen, unterstützt die Bodenqualität, ist wandlungs- und anpassungsfähig und kann sehr effizient zu gutem Essen gemacht werden. Die wundersame Bohne ist ein wichtiges Teilchen im Mosaik der Möglichkeiten, wenn es um die Ernährung der steigenden Weltbevölkerung geht. Direkt und ohne Umwege, mit dem Wissen unserer Vorfahren und mit Unterstützung moderner Technologie, können wir die Sojabohne als regionale Pflanze etablieren. So haben wir mit 1000 Gärten gute Chancen, durch natürliche Kreuzungstechniken und dem Herzblut der gärtnerisch Mitwirkenden die Sojabohne auch für kältere Regionen in Deutschland zu entwickeln. Für die Humanernährung wäre das in der Tat eine bahnbrechende Errungenschaft, die einige Folgen hätte,“ Wolfgang Heck, Mitbegründer Taifun-Tofu GmbH und Vorstand heck-unternehmensstiftung.

Wichtiges zur Sojabohne

In keiner anderen Leguminose konzentrieren sich so viele wertvolle und essentielle Inhaltsstoffe wie in der Sojabohne. Foto: Taifun
In keiner anderen Leguminose konzentrieren sich so viele wertvolle und essentielle Inhaltsstoffe wie in der Sojabohne. Foto: Taifun

Die Sojabohne ist eine Kulturpflanze aus der Familie der Hülsenfrüchte (Leguminosae) und stammt aus China. Sie ist eine einjährige, subtropische Pflanze, die am besten bei Temperaturen zwischen 24 und 34°C wächst und ein feuchtwarmes Klima bevorzugt. Wird sie in Gegenden angebaut, wo die Tage länger sind, wie in Nordeuropa, verlängert sich die Wachstumszeit durch Verzögerungen bei der Blütenanlage und der Abreife der Samen.

Die Sojabohne erreicht eine Höhe von etwa 80 bis 100 cm und ist optisch unserer Buschbohne ähnlich. Sie weist eher dünne Stängel auf, die mehr oder weniger verzweigt und – ebenso wie Blattstiele und Blätter – fein und dicht behaart sind. Da die Endknospe der Triebe sich zum Blütenstand entwickelt und die Pflanze somit nicht weiterwächst, ist das Wachstum der meisten Sorten begrenzt.

Ein weiteres Merkmal der Sojabohnen sind ihre ausgeprägten Pfahlwurzeln, die bis zu eineinhalb Meter lang werden können. Die Wurzeln werden von einem sojaspezifischen Knöllchenbakterium besiedelt, von dem die Pflanze den wichtigen Nährstoff Stickstoff in pflanzenverfügbarer Form erhält. Wird Soja auf Böden angebaut, in denen die Knöllchenbakterien nicht von Natur aus vorhanden sind (wie es etwa bei europäischen Böden der Fall ist), wird zuvor das Saatgut mit den erforderlichen Bakterien geimpft.

Die Blüten stehen zu 3 bis 20 in blattachselbürtigen oder endständigen Trauben. Sie sind klein und in der Regel selbstbefruchtend, also nicht auf Bestäuber wie Bienen angewiesen. Die Sojapflanze blüht über drei bis vier Wochen. Wie bei Leguminosen üblich, setzen nur 20 bis 80 Prozent der Blüten Hülsen an, die bei der Ernte 1 bis 6 kugelige gelbe Samen enthalten. Erst, wenn die Blätter der Sojapflanze braun werden und vertrocknen, beginnen die Bohnen in den Hülsen zu reifen. Die Ernte erfolgt schließlich im Herbst (September/Oktober), wenn die Felder braun sind und die Stängeln prall gefüllt mit Hülsen. (Quelle: Hahn/Miedaner, 2013: Sojaanbau in der EU, DLG-Verlag)

Teil 1 der Ergebnisse des Experimentes im Oktober 2016

Taifun sucht Hobbygärtner, Profigärtner und Landwirte für die Teilnahme am Soja-Experiment. Foto: Taifun
Taifun sucht Hobbygärtner, Profigärtner und Landwirte für die Teilnahme am Soja-Experiment. Foto: Taifun

Bei der Uni Hohenheim begann die Auswertung der Sojaernte und alle Daten wurden eingegeben, die Hülsen der monatelang gehegt und gepflegten Sojapflanzen verpackt und verschickt. Seit Wochen stapelten sich in der Landessaatzuchtanstalt (LSA) in Eckartsweier, einer Außenstelle der Uni, die Pakete. Bunte Einkaufstüten, Papiertaschen oder selbstgenähte Leinensäckchen: „Beim Verpacken ihrer Ernte waren die Gärtner unglaublich kreativ“, erzählt Claudia Lange, Landwirtschaftlich-technische Assistentin. Und sorgfältig: Die allermeisten Sojaböhnchen kamen wohlbehalten an.

Nach dem Auspacken wurden die Bohnen aus ihren Hülsen befreit. Mehrere Mitarbeiter und drei maschinelle Parzellendrescher halfen mit. „Bei rund 15.000 Proben geht das gar nicht anders!“, sagt Claudia Lange. Als nächstes wurden der Eiweiß- und Ölgehalt der Sojabohnen gemessen. Dazu verwendeten die Pflanzenzüchter die so genannte Nahinfrarotspektroskopie: Eine spezielle Infrarotlampe strahlt die Bohne an. Anhand des Lichts, das von der Bohne aufgenommen wird und nicht zurückstrahlt, wurde gemessen, welche Mengen an wertvollen Inhaltsstoffen in der Hülsenfrucht stecken. Je mehr Protein eine Sojabohne enthält, umso besser wird der Tofu. Die vielversprechendsten Kreuzungen wurden schließlich zu Taifun geschickt und dort zu kleinen Testtofus verarbeitet.

Bis dahin war es jedoch noch ein langer Weg: Volker Hahn, Leiter des Arbeitsgebiets Sonnenblumen und Leguminosen der Landessaatzuchtanstalt, schätzte, dass die Infrarotmessungen bis zu vier Monate dauern werden. „1.250 Gärtner haben uns ihre Ernte geschickt, also rund die Hälfte der angemeldeten Teilnehmer. Da kommt eine Menge Material zusammen!“

Bei den anderen waren Hagel, Schnecken, zu viel Regen oder persönliche Motive ein Grund, mit dem Experiment frühzeitig aufzuhören. Aber auch ihre bis dahin erhobenen Daten floßen in die Auswertung mit ein: Ein Masterstudent der Uni Hohenheim analysierte die riesige Datenbank, in der die Gärtner von Blütenfarbe über Pflanzenhöhe bis zu Reifedatum insgesamt 16 Beobachtungen im Vegetationsverlauf gesammelt hatten.

„Für das Projekt wurden insgesamt 1.700 Sojakreuzungen in 1.700 Gärten angebaut“, erklärte Volker Hahn die Vorgehensweise. Dabei wurde jede Zuchtlinie nach Zufallsprinzip in zehn unterschiedlichen Gärten ausgesät. Zusätzlich haben alle Teilnehmer dieselben zwei Standardsorten mitausgesät, insgesamt standen also in jedem Garten zwölf Reihen Sojapflanzen. „Um die Linien regelmäßig über ganz Deutschland zu verteilen, hatten wir das Land in fünf Regionen eingeteilt. Als Grenze dienten Breitenkreise“, so der Sojaexperte. Jede Linie wurde doppelt in jeder Region angebaut. In den verbliebenen ca. 700 Gärten wurden je zehn weitere Sojasorten und die beiden Standardsorten ausgesät.

Teil 2 des Experimentes im Dezember 2016

Jeder kann mitmachen, der mindestens 6m² Boden zur Verfügung hat. Foto: Taifun
Jeder kann mitmachen, der mindestens 6m² Boden zur Verfügung hat. Foto: Taifun

In Ostdeutschland herrschen gute klimatische Bedingungen: 15.000 Sojaproben haben die Wissenschaftler der Universität Hohenheim untersucht: „Wir hatten es vor allem auf frühreife Stämme abgesehen“, erklärte Volker Hahn, der die wissenschaftliche Ebene des Projekts leitet. Schließlich laute das vorrangige Ziel des Soja-Experiments, neue Sojasorten zu entwickeln, die in kälteren Regionen Deutschlands wachsen. Also in Regionen mit einer kürzeren und frischeren Sommerzeit als etwa in Süddeutschland, deshalb müssen diese Sorten schneller reif werden. Die gute Nachricht: Es konnten sogar mehrere frühreife Stämme identifiziert werden! Diese wurden im Frühjahr 2017 nochmals probehalber angebaut, um den Ertrag zu vergleichen – also um zu prüfen, wie viele Hülsen und Böhnchen eine Pflanze ausbildet. Je wärmer, desto früher reif: Neben dem tendenziell eher milden Rheintal wurde vor allem das Gebiet um Berlin, Magdeburg und Leipzig als gut geeignet für den Sojaanbau eingestuft.

Darüber hinaus gab es interessante Erkenntnisse zum Genmaterial der Testkreuzungen: „Scheinbar sorgen manche Gen-Kombinationen dafür, dass die Sojabohne früher reift. Dabei sind auch Kombinationen, von denen wir das so nicht gedacht hätten“, verriet Volker Hahn. Ein Masterstudent der Uni Hohenheim hatte alle Daten der teilnehmenden Gärtner, von Blütenbeginn, über Gelbfärbung der Blätter bis hin zum Reifezeitraum, genau ausgewertet. Die Daten wurden weiter analysiert und die Ergebnisse in Fachzeitschriften publiziert. Übrigens: Auch, wenn hier von Genmaterial gesprochen wird – es handelt sich natürlich um klassische Züchtungsverfahren, ohne jeglichen Einsatz von Gentechnik!

Besonders freut den Leguminosen-Fachmann, dass sich in der 1000 Gärten-Ernte ein paar sehr eiweißreiche Linien befanden, die vielversprechend für die Tofuherstellung sein könnten. „Diese Linien zeigten in den unterschiedlichen Gärten immer relativ hohe Proteingehalte.“ Ob sie sich tatsächlich für Tofu eignen, wird sich noch herausstellen, wenn die Bohnen in der Mini-Tofurei von Taifun zu kleinen Tofus verarbeitet werden

So könnt ihr mitmachen

Foto: Taifun

Um Soja in Deutschland heimisch werden zu lassen, brauchen wir neue, besser an die jeweilige Umgebung angepasste Sorten der wärmeliebenden Pflanze. Dafür werden 2018 wieder Gärtner gesucht, die neue Sojastämme und -sorten im ganzen Land anbauen und die Ergebnisse protokollieren und die Ernte verschicken. An der ersten Auflage des Projekts nahmen über 2000 Gärtner teil. Mit einem weiteren Versuchsjahr sollen die Ergebnisse bekräftigt und neue Erkenntnisse gesammelt werden. Neugierig geworden?

Was muss ich als Gärtner mitbringen?

Um am Projekt 1000 Gärten 2.0 teilzunehmen, braucht ihr logischerweise einen Garten. Das kann ein Privatgarten, ein Schrebergarten oder ein Gemeinschaftsgarten sein. Auch Schulen und Kindergärten sind willkommen, und genau so gut kann man sich als Landwirt mit seinem Acker anmelden. Wichtig ist lediglich, dass ihr bereit seid, sechs Quadratmeter Fläche des Gartens für den Testanbau von Sojakreuzungen zu nutzen, und zwar zwölf Reihen à ein Meter Länge mit 50 Zentimeter Abstand zwischen den Reihen. An den Boden werden keine besonderen Anforderungen gestellt, der Garten sollte aber in Deutschland liegen, denn die Forschungsarbeiten von 1000 Gärten 2.0 beziehen sich nur auf Deutschland.

Foto: Taifun

Außerdem müsst ihr sicherstellen können, dass von Mitte April bis Mitte Oktober 2018 regelmäßig jemand den Versuch betreuen kann. Da die Daten des Versuchs online übermittelt werden, solltet sicher im Umgang mit dem PC sein und über einen eigenen Zugang zum Internet verfügen. Es ist ratsam, seine E-Mails regelmäßig abzurufen, denn alle Informationen vom Projektteam erfolgen per Mail.

Was ist zu tun?

Die Teilnahme am 1000 Gärten-Projekt beinhaltet die Aussaat von zwölf verschiedenen Sojakreuzungen und die Pflege der Sojabohnen während der Vegetationsphase von April bis Oktober 2018. Außerdem werden die Sojagärtner gebeten, regelmäßig Beobachtungen zu machen und die ermittelten Daten über eine eigene Onlineplattform zu übermitteln. Im Laufe des Jahres sind insgesamt 16 Dateneingaben vorgesehen, siehe im Kalender unten.

Nicht zuletzt verpflichtet der Projektteilnehmer sich, alle reifen Hülsen nach der Ernte in getrennten Tüten an die Universität Hohenheim zu schicken. Deshalb erhält jeder Gärtner neben dem Versuchssaatgut zusätzliches Saatgut, damit er auch über den Versuch hinaus Sojabohnen für sich selbst anbauen und ernten kann.

Wie ist der Arbeitsaufwand?
  • Datum der Aussaat + Länge der Reihen eintragen – Arbeitsaufwand mittel
  • Datum der Keimung und Anzahl der Keimlinge eintragen – Arbeitsaufwand gering
  • Beikrautbekämpfung – Arbeitsaufwand mittel
  • Für jede Reihe den Beginn der Blüte und Blütenfarbe eintragen (wenn mind. 5 Pflanzen einer Reihe erste Blüten zeigen). Dafür ab Mitte Juni regelmäßig die unteren Blattachseln auf Blüten hin kontrollieren – Arbeitsaufwand mittel
  • Pflanzenhöhe und Verzweigungen dokumentieren – Arbeitsaufwand mittel
  • Hülsenabstand und -anzahl dokumentieren – Arbeitsaufwand mittel
  • Datum der Gelbfärbung der Blätter und Lager vor Reife dokumentieren (wenn die Blätter von mind. 5 Pflanzen einer Reihe eine deutliche Gelbfärbung aufweisen) – Arbeitsaufwand mittel
  • Datum der Reife eintragen (wenn sich die Hülsen braun verfärbt und die Pflanzen einen Großteil der Blätter abgeworfen haben) – Arbeitsaufwand gering
  • Ernte: alle reifen Hülsen ernten, pro Reihe sammeln, trocknen und anschließend versenden – Arbeitsaufwand hoch
Welche Hilfsmittel erhalte ich?
  • Für den Versuch: Saatguttütchen für 12 Sojakreuzungen + entsprechendes Impfmittel (Knöllchenbakterien)
  • Für den eigenen Anbau: Saatgut der Soja-Wildform (Glycine soja), einer Soja-Standardsorte und der neuen Edamame-Sorte Green Shell
  • Gärtnerhandbuch mit einer ausführlichen und bebilderten Anleitung
  • Plastiketiketten zur Kennzeichnung der Reihen
  • Etiketten zum Beschriften des Erntematerials
  • Ein kostenloses Rücksendeetikett für den Versand des Erntematerials
  • Hilfreiche Formulare zum Download (z.B. eine Vorlage für die Dateneingabe)
  • Erinnerungen an anstehende Dateneingaben oder fehlende Daten per E-Mail
  • Antworten und Tipps vom 1000 Gärten-Projektteam, wenn es trotzdem mal hakt

Hier könnt ihr euch bis zum 28. Februar 2018 registrieren.


Mehr Informationen

Gärtner gesucht für „1000 Gärten – Das Soja-Experiment“
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