#februdairy: Kühe auf der Wiese? Glückliche Kälber? Fehlanzeige!

Sogar Jamie Oliver hat sich im Januar unter dem Hashtag #veganuary an der Aktion beteiligt und vegane Rezepte veröffentlicht – kein Wunder, dass es die Milchindustrie mit der Angst bekommen hat und nun unter dem Hashtag #februdairy versucht, gegenzusteuern. Sie versuchen, den Menschen zu erklären, dass es alles Quatsch ist, was wir Veganer und Tierschützer immer so erzählen! Milchkühe stehen den ganzen Tag auf der Wiese und ihre Kälber werden ihnen auch nicht weg genommen! Die Milchlobby veröffentlicht unter dem Hashtag #februdairy glückliche Tiere auf grünen Wiesen.

Unter dem Hashtag #veganuary sollten Menschen zu Jahresbeginn dazu ermuntert werden, die vegane Ernährung einmal für vier Wochen auszuprobieren – und im besten Fall dabei zu bleiben. Das funktionierte offenbar zu gut. Weltweit steigt die Nachfrage nach veganen Alternativen zur Kuhmilch immer mehr und in vielen Supermärkten gibt es längst nicht nur Sojamilch, Hafermilch, Reismilch und andere Pflanzenmilchsorten, sondern auch veganen Joghurt, veganen Quark, veganen Käse und veganes Eis.

Kampagnen von Tierschutzorganisationen wie PETA sorgen dafür, dass immer mehr Menschen über die Zustände in der konventionellen Milchindustrie aufgeklärt werden. Nun geben sie ihr Geld lieber für Produkte aus, für die keine Tiere leiden mussten. Wie die Zustände in der Milchindustrie sind, zeigt auch der Film von Andreas Pichler sehr gut, das System Milch.

Die riesige Industrie wird von großen Playern in Europa dominiert, die für immer stärkeren Druck bei den produzierenden Milchbetrieben sorgen. Darunter leiden vor allem die Tiere, die häufig gerade einmal fünf bis sechs Jahre alt werden, da dann die Milchleistung nachlässt, sie ausgezehrt sind von der Dauerschwangerschaft und einem Leben, das häufig nur im Stall stattfindet. Es ist zu aufwendig, täglich 250 oder noch mehr Kühe auf die Weide und abends wieder zurück in den Stall zu bringen.

Damit Menschen die Milch trinken können, werden ihnen ihre Kälber nach der Geburt weggenommen. Die männlichen Kälber sind fast nichts wert und werden für wenig Geld an Händler verkauft, die sie an Mastbetriebe weiter verkaufen. Dort dürfen sie ein bisschen größer werden und kommen dann zum Schlachter. Den weiblichen Kälbern droht das gleiche Schicksal wie ihren Müttern. Am Ende der Kette steht der Konsument, der möglichst wenig bezahlen möchte, aber gesteigerten Wert auf beste Qualität legt.

Tierschützer kapern den Hashtag

Tja, da hat die Milchindustrie die Rechnung allerdings ohne die Tierschützer gemacht, denn die nutzen die Gelegenheit, um zu zeigen, wie es hinter den Kulissen wirklich aussieht. Kälber werden ihren Müttern spätestens zwei Tage nach der Geburt weg genommen, was für beide sehr traumatisch ist. Tagelang schreien beide nacheinander.

Dabei braucht der Mensch keine Milch, um gesund zu bleiben. Der Mensch ist die einzige Spezies auf der Welt, die meint, die Muttermilch einer anderen trinken zu müssen. Alle Inhaltsstoffe der Milch bekommen wir in gleicher Form auch aus Pflanzen, wie ich bereits im Blog beschrieben habe.


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