Vegan Athletes Lab: Yoga, Muskelaufbau & Ernährungsberatung

Vor ein paar Tagen ging das von Christian Wenzel gegründete Vegan Athletes Lab online. Es ist eine Onlineplattform für Kurse, die die Teilnehmer auf ihrem Weg zu einer veganen Ernährung unterstützen sollen und einem dabei helfen, Sport in den Alltag zu integrieren. Man muss noch kein Veganer sein, um die Kurse absolvieren zu können. Alle Kurse sind in den eigenen vier Wänden durchführbar, man benötigt für die optimale Umsetzung der Kursinhalte ggf. eine Matte, Stretchbänder o.ä. Für die Fitnesskurse benötigt man neben einer Matte natürlich auch Gewichte u.ä.

Bisher gibt es folgende Kurse zur Auswahl: Hatha Yoga, vegane Familienernährung, Babybauch ade, Vegan Fit (Fitness & Ernährung), mehr Lebensfreude mit veganer Ernährung, Total Vegan Transformation Program (Fitness & Ernährung) und Sixpack Shortcut. Bald kommt noch ein Bikini Bootcamp dazu.

Vorwissen wird nicht benötigt, jedoch kann man auch noch etwas lernen, wenn man welches besitzt. Es gibt Kategorien an denen kann man erkennen, welches Thema im Kurs behandelt wird und welches Level (Beginner, Fortgeschritten, Profi) vorausgesetzt wird. Bei den Gesundheitshinweisen steht, dass man nicht trainieren soll, wenn man orthopädische Probleme oder Herzkreislauferkrankungen und ähnliches hat.

Die Kurse kann man für einen monatlichen Beitrag von 8,99€ mit der Möglichkeit, ihn monatlich zu kündigen, buchen. Oder man kauft sich für 49€ einen Kurs mit lebenslangem Zugriff. Im Monatspaket sind alle Kurse enthalten und man kann sie parallel durchführen. Zusätzlich werden monatlich weitere Kurse hinzugefügt. Am Anfang kann man sich kostenlos sieben Tage lang durch alle Kurse testen. Alle Kurse sind so ausgerichtet, dass man 21 Tage lang jeden Tag ein Video absolviert. Diese waren bei meinem Kurs Hatha Yoga beispielsweise zwischen fünf und zehn Minuten lang.

Ich durfte das Vegan Athletes Lab vorab schon mal für ein paar Wochen testen. Da ich jedoch privat viel um die Ohren und eine Zerrung hatte, kam ich nicht zum Trainieren. Für den Beitrag habe ich mir deshalb den Kurs zum Hatha Yoga herausgesucht, da ich darin viel Erfahrung habe und denke, dass ich den Kurs objektiv bewerten kann.

21 Tage Hatha Yoga-Einführung mit Yoga Expertin Sarah Schömbs

Grundsätzlich muss ich vorab sagen, dass ich persönlich der Meinung bin, dass man als absoluter Anfänger lieber einen Kurs in einer Yogaschule mit Trainer machen sollte, da sich sonst gleich zu Anfang Fehler einschleichen und automatisieren, und es hinterher schwierig ist, sich diese wieder abzugewöhnen. Viele Krankenkassen erstatten einen Teil der Kosten für solche Kurse. Aber wer keine Möglichkeit hat, in eine Yogaschule zu gehen, für den ist dieser Kurs eine gute Möglichkeit. Sarah Schömbs erklärt bei jeder Übung genau, auf was man achten muss, um die richtige Haltung für die jeweilige Übung einzunehmen. Man merkt, dass sie eine fundierte Ausbildung bekommen und viel Erfahrung als Trainerin hat.

Der Kurs ist für absolute Anfänger gedacht und gibt Schritt für Schritt einen guten Einblick in die wichtigsten Körperübungen (Asanas) und die Philosophie sowie den Lifestyle des Hatha Yoga. In den letzten sieben Videos liegt der Fokus auf der Ernährung und Verdauung. Yoga ist eine Möglichkeit im schnellen und oftmals hektischen Alltag innere Stabilität und mentale Stärke zu erlangen sowie innere Ruhe und Kraft zu entwickeln. Durch die Verbindung von Atem, Geist und Körper wird die eigene Achtsamkeit und Selbstdisziplin geschult. Die Ausführung von Asanas führt zu mehr Flexibilität und Mobilität sowie muskulärer Stärke.

Woche 1

Yoga bedeutet so viel wie Einheit und Harmonie. In diesem Modul wird das Übungssystem Yoga in seiner Verschiedenheit erklärt. Hatha Yoga beschäftigt sich vor allem mit den Asanas, den Körperübungen, sowie den Pranayamas (Atemübungen) und letztlich auch der Tiefen bzw. Endentspannung (Shavasana).

Außerdem wird erklärt, wie man richtig und bequem sitzen kann, um sich vollkommen auf die Praxis einlassen und entspannen zu können. Weitere Videos erklären eine Mobilisierung des Nacken- und Schulterbereichs und Halsdehnung, um Verspannungen und Anspannungen zu reduzieren. Insbesondere wichtig für Kursteilnehmer/innen, die viel im Büro oder am Schreibtisch sitzen. Das Schulternkreisen, Ellenbogenkreisen oder die Halsdehnung und -streckung sind nur einige Elemente und Möglichkeiten den Oberkörper zu entspannen.

Kniebeuge und Kreuzstreckung sowie die sogenannten Krokodilsübungen helfen, den Rücken auf sanfte Art und Weise zu stärken. Ein Video stellt eine kleine Yoga-Reihe vor, die das Herz-Kreislauf-System anregen und die Muskulatur erwärmen soll. Eine Kombination aus Dehnung, Streckung und Kraft.

Normalerweise beginnt jede Yogastunde mit einer Anfangsentspannung, um sich, den Geist und Körper, ganz auf die Yogapraxis zu fokussieren und einzustellen. Warum das Video erst am Ende der ersten Woche kommt, verstehe ich nicht ganz. Ich hätte es als zweites Video eingeplant.

Woche 2

In der zweiten Woche werden weitere Asanas in kurzen Videos erklärt. Der herabschauende Hund ist eine der bekanntesten Yogaübungen und vor allem Bestandteil im Sonnengruß sowie festes Element im Vinyasa oder Flow Yoga. Die Asana stärkt vor allem die Stützmuskulatur, die Handgelenke, Arme, Schultern und den Rücken. Hier achtet Sarah darauf, dass man sich nicht übernimmt, also zu Beginn erst für wenige Atemzüge in die Übung geht, sich dann steigert, sodass der Körper Zeit hat, sich an die Bewegung zu gewöhnen.

Die Katze dehnt Schulter, Nacken und Halswirbel, wirkt harmonisierend auf Körper und Geist. Somit auch gut gegen Stress. Die Vorwärtsbeuge ist eine sehr wichtige Übung im Yoga und gehört zu den 12 Grundstellungen. Sie aktiviert das Immunsystem und ist eine starke Bauchübung, die Bauchorgane wie die Niere oder Leber anregt.

Der Drehsitz führt Gifte ab und die Bauchorgane erhalten eine kleine Massage. Die Kobra aktiviert und energetisiert Körper und Geist. Sie fördert mehr Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein. Durch den Druck, der mit der Übung auf den Bauch ausübst, hilft die Übung gegen beispielsweise Verstopfungen. Die Krieger im Yoga stehen für das Überwinden des inneren Schweinehundes. Es sind sehr kraftvolle Übungen, die auch geistige Disziplin fordern. Trikonasana das Dreieck fördert zusätzlich die Flexibilität.

Die Endentspannung Shavasana am Ende jeder Yogastunde sorgt dafür, dass Stresshormone abgebaut werden und die Entspannung des Geistes und Körpers gefördert wird. Die zuvor geübten Yogastellungen werden nachgespürt und der Körper harmonisiert. Sie dauert etwa 10-15 Minuten.

Woche 3

Sarah erläutert hier, dass zu Yoga auch die vegane Ernährung gehört. Die Yogis teilen ihre Nahrungsmittel in drei Gruppen auf: tamasige, rajasige und sattwige Nahrung. Zu den tamasigen Lebensmitteln gehören beispielsweise Fisch oder Fleisch aber auch Tabak, Alkohol und zu reife oder faule und zu lange gekochte Lebensmittel. Rajasige Nahrung bedeutet, dass die Lebensmittel den Geist und Körper unruhig machen. Hierzu zählen zum Beispiel Kaffee oder schwarzer Tee, aber auch scharfe Gewürze oder Eier. Der Yogi fokussiert sich auf die sattwigen Lebensmittel, dazu gehören Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte und gutes Getreide wie Amaranth. Des Weiteren existiert im Yoga das Prinzip Ahimsa, welches Gewaltlosigkeit bedeutet. Deshalb passen eine vegane Ernährung und Yoga hervorragend zusammen.

In jeder Yogastunde wird klassischer Weise zur Aufwärmung der Muskulatur der Sonnengruß Surya Namaskar durchgeführt. Er ist eine dynamische Abfolge von Yogastellungen, ideal um das Herz-Kreislauf-System anzuregen und die Muskeln zu erwärmen. Vorwärtsbeugen wirken besonders auf die Bauchorgane, führen Gifte ab und haben eine positive energetische Wirkung.

Desweiteren lernen Teilnehmer eine Abfolge von Asanas, die förderlich sind für die Bauchorgane und Gifte abführen. Dazu gehören vor allem Drehungen und Vorwärtsbeugen. Sie wirken insbesondere auf Leber, Niere und Bauchspeicheldrüse.

Fazit: Wer Geld sparen will, kann sich auch bei YouTube einen Kanal suchen, indem die Übungen genauso gut erklärt werden. Für alle anderen kann ich aus fachlicher Sicht den Kurs empfehlen. Probiert es doch einfach mal kostenfrei eine Woche aus! 😉


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Katrin Luber

Online-Redakteurin & Social Media Managerin bei Ist das vegan oder kann das weg?
Ich bin Katrin Luber, lebe seit Oktober 2014 vegan und startete diesen Blog im September 2015. Leser finden hier nützliche Informationen rund um das vegane Leben direkt aus der Praxis. Mein Anspruch ist es, aufzuklären und zu überzeugen, ohne erhobenen Zeigefinger. Ich wünsche vor allem viel Spaß beim Lesen 😉
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