Rabbiner fordern Juden zur veganen Ernährung auf

veganes Essen
Scharfe Spitzkohlsuppe mit Orangen-Curry-Tofu.

Über 70 Rabbiner fordern Juden zur veganen Ernährung auf: Die Jüdische Vegetariergesellschaft hat eine Kampagne gestartet und eine Erklärung unterzeichnet, in der sie Juden auffordern, sich vegan zu ernähren. Als Teil der zentralen Prinzipien der jüdischen Tradition ist es ein wesentlicher Aspekt, einem anderen Lebewesen keinen Schmerz zuzufügen.

Masorti Rabbiner Jonathan Wittenberg und Jeremy Gordon, der Direktor des Leo Baeck College, Rabbiner Deborah Kahn-Harris und Rabbiner Natan Levy, der ehemalige interreligiöse Abgeordnete des Board of Deputies, der Orthodoxe, gehören zu den britischen Befürwortern der Erklärung der Jewish Vegetarian Society in Großbritannien und der American Jewish Veg. Weitere Unterzeichner sind Raymond Apple, der ehemalige Oberrabbiner der Großen Synagoge in Sydney und der Talmud-Stipendiat aus Israel, der ursprünglich vom Londoner Rabbiner Daniel Sperber stammt.

In einem offenen Brief schreiben sie: „Millionen von uns leiden und sterben jedes Jahr an chronischen, ernährungsbedingten Krankheiten“ und fügen hinzu: „Milliarden von Tieren werden in der Fleisch-, Milch- und Eierindustrie einer unergründlichen Grausamkeit ausgesetzt.“ Sie argumentieren, dass die Viehzucht „der wichtigste Beitrag zum globalen Klimawandel in allen Wirtschaftszweigen“ sei. „Wenn wir in das neue Jahr eintreten, sollten wir unser Handeln an den Werten des Judentums ausrichten und diese Probleme lösen.“

Schirmherrin der Kampagne ist die Jewish Veg, eine gemeinnützigen Organisation, die Juden motivieren soll, auf eine vegane Ernährung umzusteigen: Der Umstieg sei „ein Ausdruck unserer gemeinsamen jüdischen Werte des Mitgefühls mit Tieren, des Schutzes der Umwelt und der Sorge um unser körperliches und geistiges Wohlbefinden“.

Rabbi David Wolpe, einer der prominenten amerikanischen konservativen Rabbiner, sagt: „Tza‘ ar ba‘ alei chayim, der einem anderen Lebewesen keinen Schmerz bereitet, ist ein zentrales Prinzip der jüdischen Tradition und wir verletzen es jedes Mal, wenn wir etwas essen, von dem wir wissen, dass es fabrikmäßig angebaut wurde, entbeint, geächtet, grausam behandelt wurde.“

Vielleicht schließen sich ja führende Oberhäupter anderer Religionen an? 🙂

Übrigens wächst die vegane Szene in Israel schneller als in jedem anderen Land. Auch in der Armee wird veganes Essen serviert.


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Katrin Luber

Online-Redakteurin & Social Media Managerin bei Ist das vegan oder kann das weg?
Ich bin Katrin Luber, lebe seit Oktober 2014 vegan und startete diesen Blog im September 2015. Leser finden hier nützliche Informationen rund um das vegane Leben direkt aus der Praxis. Mein Anspruch ist es, aufzuklären und zu überzeugen, ohne erhobenen Zeigefinger. Ich wünsche vor allem viel Spaß beim Lesen 😉
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