Rezension: Hautnah von Dr. med. Yael Adler

Hautnah von Dr. med. Yael AdlerHautnah von Dr. med. Yael Adler behandelt alles, was wir über unser größtes Organ wissen sollten. Die Haut ist knapp zwei Quadratmeter groß, sie umhüllt uns und zeigt an, ob es uns gut geht, wir Angst haben, bei etwas ertappt wurden oder uns gesund ernähren. Sie sorgt dafür, dass wir die Hand wegziehen, wenn wir aus Versehen in ein Messer greifen, schützt uns davor, zu überhitzen oder zu erfrieren, und schirmt uns vor gefährlichen Eindringlingen ab.

Täglich beschäftigen wir uns mit ihr: Wir waschen und cremen sie ein, wir werden durch Berührungen erregt und machen uns Gedanken über Allergien, Anti-Aging, Sonnenbrand und Falten. Was wäre die schönste Sache der Welt ohne sanfte Berührungen der Haut? Mit großer Begeisterung erzählt sie, warum Sex schön macht.

In 5 Kapiteln der Haut auf die Pelle rücken

Yael Adler zeigt allerdings nicht nur die schönen Seiten der Haut auf, sondern erzählt aufschlussreich und unterhaltsam von Pusteln, Falten, Fußkäse und anderen Tabus. Manches mal habe ich mich gefreut, dass ich nicht unmittelbar davor etwas gegessen habe. Sie betreibt als Dermatologin eine Hautarztpraxis in Berlin-Grunewald.

Das Buch ist eingeteilt in fünf Kapitel. Im ersten erklärt sie, dass die Haut aus drei Schichten besteht, die man sich wie eine dreistöckige Tiefgarage vorstellen muss. Im zweiten geht sie auf die Haut in den verschiedenen Stadien des Lebens ein, auf Sonnenbrand und Hautkrebs, Insekten, Körperpflege und Schönheitsoperationen sowie Botox und Tattoos. Teil drei behandelt Sex, Intimrasur, Geschlechtskrankheiten und Mundgeruch 😉 Im vierten Abschnitt gibt sie Tipps für eine hautfreundliche Ernährung und im letzten über das Zusammenspiel von Haut und Psyche. Ganz am Ende kommen noch einige hilfreiche Tipps zur Behandlung mit Hausmitteln.

Im Folgenden werde ich einige Beispiele für bekannte Probleme aus den Kapiteln geben.

Sonne: Freund und Feind

Wir brauchen die Sonne für unser Wohlbefinden, für die Produktion von Serotonin, Melatonin und Vitamin D. Doch ein zu viel kann Hautkrebs auslösen – und das oft erst 20 bis 30 Jahre nach einem ausgiebigen Sonnenbad. Yael Adler erzählt, dass viele das Hautkrebsscreening nicht komplett nackt machen lassen. Auf diese Weise werden gefährliche Veränderungen der Haut, die beispielsweise in der Genitalregion sitzen, nicht bemerkt. Ihre Devise, wenn es um den Schutz vor der Sonne geht, heißt: Meiden, kleiden, cremen.

Als bleicher Nordeuropäer sollte man sich im Süden zwischen elf und 15 Uhr lieber nicht draußen aufhalten. Und auch im Schatten ist die gefährliche UV-A-Strahlung noch zu 50 Prozent vorhanden. Die Scheiben von Autos oder Flugzeugen schützen kein bisschen vor ihr und auch unter Wasser in einer Tiefe von 50 Zentimetern sind noch 50 Prozent vorhanden, bei Bewölkung noch 60 Prozent.

„Wussten Sie, dass ein Erwachsener ein bis zwei Schnapsgläser Sonnencreme auf einmal auftragen müsste, damit die Sonnencreme hält, was sie verspricht?“ schreibt sie warnend. Meistens würden wir allerdings nur 0,5 bis 1 Milligramm Creme pro Quadratzentimeter auftragen. Viel zu wenig! Sonnencreme sollte immer mit einem hohen Lichtschutzfaktor gekauft werden und sie sollte mit dem Kürzel UV-A gekennzeichnet sein.

Statt teure Pflegeprodukte mit Lichtschutzfaktor zu verwenden, sollte man Antioxidantien essen: „Essen Sie buntes Obst und Gemüse. Betacarotin und vor allem Lycopin aus Tomatenmark (wirkt noch besser als frische Tomaten, weil konzentriert), Möhren, aber auch Spinat, Grünkohl, Rote Bete, grüner Tee und ein wenig Rotwein tun der Haut von innen Gutes. Da Hautkrebs und Falten den gleichen Entstehungsmechanismus haben, können Sie von der Einnahme antioxidativer Pflanzenstoffe und Vitamine gleich doppelt profitieren.“

Mücken lieben Käsefüße!

„Mücken haben übrigens ausgeprägte Vorlieben, wessen Blut sie haben wollen. Es sollte schon ein Beutemensch mit ausgeprägtem Opfergeruch sein,“ schreibt sie. Der menschliche Schweiß werde von Bakterien auf der Haut zersetzt und so entstünden ganz individuelle Geruchsbilder. „Milchsäure, Ammoniak, Harnsäure und Fettsäuren in bestimmten Mischungsverhältnissen machen Mücken richtig gierig. Und für Moskitos gibt es nichts Anziehenderes als Fußgeruch. Sie fliegen auf Käsefüße.“ In Tansania würden die Menschen deshalb versuchen, die Malariamücken mit stinkenden Socken vor Haustüren und Fenstern in die Irre zu führen und sich so vor ihnen zu schützen. Wissenschaftler würden an Fallen mit dem Käsefußaroma arbeiten 😀

Das Ausatmen von Kohlendioxid beim Sport finden die Plagegeister auch super genau wie duftende Bodylotions, Parfüm, Weichspüler und Duschgele. Blutgruppe 0 ist auch sehr gefragt: „Die Leibspeise für Mücken wäre also ein nach Aftershave duftender, stark schwitzender und wild atmender Sportler mit Blutgruppe 0 und Käsefüßen.“ Allerdings wären sportliche schwangere Frauen noch beliebter, da sie durch eine höhere Körpertemperatur noch mehr Kohlendioxid ausatmeten 😉

Leser erfahren auch viel über die richtige Körperhygiene, den richtigen Umgang mit Hautkrankheiten und noch vieles mehr, was ich hier jetzt nicht im Einzelnen aufzählen kann. Ich habe das Buch relativ schnell durchgelesen, da ich es sehr spannend fand. Eine klare Leseempfehlung für einen gesünderen und vernünftigeren Umgang mit unserem größten Organ!


Mehr Informationen

Autor: Dr. med. Yael Adler
Titel: Haut nah: Alles über unser größtes Organ (Werbung)
Erschienen: 1. September 2016
Verlag: Droemer
Form: 336 Seiten
ISBN: 978-3426276990
Preis: 16,99 €

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Katrin Luber

Online-Redakteurin & Social Media Managerin bei Ist das vegan oder kann das weg?
Ich bin Katrin Luber, lebe seit Oktober 2014 vegan und startete diesen Blog im September 2015. Leser finden hier nützliche Informationen rund um das vegane Leben direkt aus der Praxis. Mein Anspruch ist es, aufzuklären und zu überzeugen, ohne erhobenen Zeigefinger. Ich wünsche vor allem viel Spaß beim Lesen 😉
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