Rezension: Vegan Queens von Sophia Hoffmann

Sophia Hoffmann möchte „mehr Frauen dazu ermutigen, nicht nur privat am Herd zu stehen, sondern ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen – genau wie ich und meine Vegan Queens.“ Sophia ist vegane Köchin, Bloggerin und YouTube-Star. Im Buch gibt sie den Heldinnen einer neuen Food-Bewegung die Möglichkeit, sich zu zeigen und für andere Frauen ein Vorbild zu sein. Die Vegan Queens sind Unternehmerinnen, Köchinnen, Bäckerinnen und Erzeugerinnen in einer immer noch männlich dominierten Industrie, die genau wie Sophia ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht haben und Erfolgsrezepte verraten. Darunter sind beispielsweise Catharina Bernhardt vom Happenpappen in Hamburg-Eimsbüttel, Franziska Schauren und Elena Grimm von den TofuTussis oder Lisa Müller von Lab Kitchen und noch sieben weitere.

Game of Thrones Menü

Sophia Hoffmann Vegan Queens
Foto: Zoe Spawton

Das Buch bietet neben den Geschichten der Vegan Queens 10 köstliche, vegane Menüs, inspiriert von den vielen Themen-Dinner-Abenden, die Sophia in den Jahren zwischen 2012 bis 2016 u.a. in Berlin, München, Wien und Hamburg gekocht hat. Von ‚David Bowie‘ über ‚Game Of Thrones‘, ‚Detox vs. Dessert‘, ‚Kräuterzeit‘, das ‚Weihnachtsmenü für die ganze Familie‘ bis hin zu einem romantischen Dinner ‚Ganz In Weiss‘. Die Menüs bieten Vorspeisen, Hauptgänge, Desserts, Kuchen, Drinks – immer raffiniert, einfach, bunt, verrückt und saisonal. Vegan ist eben doch etwas mehr als Gras und Steine 😉

Von der DJane zur Foodbloggerin

Foto: Zoe Spawton

Sophia Hoffmann wurde 1980 geboren und ist in München aufgewachsen. Von dort zog es sie mit 23 Jahren zuerst nach Wien, seit 2008 lebt sie in Berlin. Bereits während ihrer langjährigen Tätigkeiten als Sängerin, DJ, Veranstalterin und als freie Journalistin diverser Musik- und Lifestyle-Medien, hat sie schon immer leidenschaftlich gerne gekocht. 2011 startete sie ihren erfolgreichen Foodblog oh-sophia.net.

Seit 2012 veranstaltet sie in Berlin, München, Hamburg und Wien ihre veganen Themen-Dinner Abende und gibt Kochkurse. Sie entwickelt Rezepte für namhafte Print- und Onlinemedien und Gastro-Konzepte und tritt als Speaker und Showköchin auf Events und Messen auf. 2014 veröffentlichte sie ihr erstes Kochbuch „Sophias vegane Welt“ und im Sommer 2015 ging ihr YouTube Kanal an den Start.

Das Ganz-in-Weiß Menü

Ich liebe Ratatouille und Sophia zeigt hier eine Variante nur mit weißen Zutaten wie weiße Möhre, Zucchini, weiße Spitzpaprika, Aubergine ohne Schale, Champignons und Lauch. Das Gemüse wird in einer Pfanne gebraten, in einer zweiten wird die sahnige Weißwein-Schalottencreme geköchelt. Dazu gibt es Reis. Am Ende kommt das Gemüse auf den Teller und die Sauce darüber verteilt. Ich sage euch, das Gericht war ein echter Gaumenschmaus. Ich habe die Mandelmilch dafür selbst gemacht und aus dem was nach dem Auspressen übrig war, noch einen Mandelfeta gebacken. 😉

Aus dem Refugees Welcome Menü habe ich mir selbstverständlich das Gericht mit Belugalinsen rausgesucht. 🙂 Auch sehr lecker! Und auch der Goldene Smoothie mit Kurkuma war echt köstlich.

Insgesamt kann ich sagen, dass ich sehr glücklich bin, das Buch im Regal stehen zu haben. Die Rezepte sind nicht nur sehr lecker sondern auch kreativ, ein Augenschmaus und eine echte Abwechslung. Und: Das Buch wurde in Deutschland gedruckt.


Hier ein Interview mit Sophia, welches der Verlag mit ihr geführt hat und mir zur Verfügung gestellt hat.

Dein erstes Buch „Sophias vegane Welt“ war ein Riesen-Erfolg – was ist neu an „Vegan Queens“, was erwartet deine Leser?

Klar ist Vegan Queens ein Kochbuch, aber darüber hinaus noch viel mehr. Es besteht aus 10 veganen Themen-Menüs, inspiriert von den Dinner-Abenden, die ich seit 2012 in Berlin, München, Wien und Hamburg gekocht habe. Von popkulturell Inspiriertem wie dem „David Bowie Menü“ über „Detox vs. Dessert“, „Kräuterzeit“, dem „Weihnachtsmenü“, bis hin zu einem romantischen Dinner „Ganz In Weiss“ ist für jeden Geschmack etwas dabei.
Und im Rahmen der Menüs stelle ich 10 Gastro-Unternehmen vor, die von Frauen geführt werden. Weibliche Erfolgsgeschichten gepaart mit kulinarischem Hochgenuss.

Wer oder was sind für dich „Vegan Queens“?

Foto: Zoe Spawton

Vegan Queens sind für mich Frauen, die ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht haben, die mit viel Hingabe, Talent, Mut, aber auch Fleiß, ihre Unternehmen aufgebaut haben. Köchinnen, Bäckerinnen, Erzeugerinnen, Autorinnen. Wir inspirieren uns gegenseitig, arbeiten zusammen, helfen einander. Egal ob durch Networking oder durch gegenseitige Motivation – uns alle eint die Liebe zu köstlichem, veganen Essen und die möchten wir mit allen Menschen teilen.

Für „Vegan Queens“ hast du viele spannende Frauen aus dem veganen Umfeld mit ins Boot geholt. Wie bist du auf die Idee und auf die Protagonistinnen gekommen?

Die professionelle Gastronomie ist immer noch sehr männlich dominiert. Allerdings fiel mir in den letzten Jahren auf, dass es in meinem beruflichen Umfeld auffällig viele Frauen gibt.
Veganismus gilt ja als stark weiblich belegtes Thema, anscheinend hat sich hier ein Biotop gebildet, das mehr mutige Gründerinnen hervorbringt. Alle Frauen in dem Buch kenne ich persönlich und mit allen habe ich schon zusammen gearbeitet. Ich wollte sie sichtbar machen und zeigen: ‚Gemeinsam ist besser als einsam! Zusammen können wir die Welt leckerer machen!‘

Du forderst: „Frauen an den Herd!“ – Wie bitte?!

Foto: Zoe Spawton

Diese Forderung bezieht sich natürlich auf die Gastronomie. Ich will mehr Köchinnen, mehr Chefinnen sehen. Es gibt einfach noch zu wenige. Egal ob in Restaurants, auf Events oder in der Unterhaltungsbranche. Da ist man als Frau oft allein auf weiter Flur, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Ich will, dass Frauen ihre Messer wetzen, sich trauen und ihr eigenes Ding machen. Frauen haben einen anderen Führungsstil und andere Methoden, Dinge umzusetzen. Es ist an der Zeit veraltete Gastro-Klischees hinter sich zu lassen und gängige Strukturen zu ändern. Wir müssen weg von dieser ‚Wer ist der Härteste‘-Ideologie am Herd.

Deine Rezepte sind auffallend bunt und fantasievoll – woher nimmst du die Inspiration?

Mir fällt das nicht schwer, das war bei mir schon immer so. Ich verfüge offensichtlich über einen nicht enden wollenden, kreativen Einfallsreichtum. Früher habe ich gemalt, gesungen, gebastelt. Mit dem Kochen habe ich glücklicherweise ein Ventil gefunden, meine Ideen ausleben zu können und daraus einen Beruf zu machen.

Eignet sich dein neues Buch auch für Männer und Nicht-Veganer?

Foto: Zoe Spawton

Unbedingt. Ich meine – so viele coole Frauen in einem Buch, das sollte für Männer auch nicht ganz uninteressant sein, oder? Meine Rezepte sollen als Inspiration dienen, zeigen wie einfach und lecker es ist tierische Produkte wegzulassen. Es geht nicht darum, dass wir von heute auf morgen alle vegan werden müssen. Mir geht es um bewussten Konsum fair produzierter Lebensmittel und eine Reduktion. Also: Ein Buch für Allesfresser, Veganer, Frauen, Männer und Kinder.

Du hast inzwischen einen eigenen YouTube Channel, bist Botschafterin der Next Organic, veröffentlichst in Kürze dein zweites Kochbuch… was kommt als nächstes?

Ich hätte Lust noch mehr vor der Kamera zu kochen. Auch die Eröffnung eines eigenen Restaurants würde ich nicht ausschließen. Momentan gefällt mir die Vielfalt meines Berufes aber ganz gut: Events, Kochkurse, Rezeptentwicklung, Foodstyling, Moderation, Recherche – ich bin viel unterwegs und lerne jeden Tag etwas dazu. Ich bleibe hungrig.

Du lebst seit vielen Jahren vegan – gibt es etwas, dass du vermisst? Bzw. wie sehr nervt dich diese wahrscheinlich häufig gestellte Frage?

Wenn man sich entscheidet komplett vegan zu leben, tut man das ja ganz bewusst. Ich denke also nicht ‚Boah, hätte ich jetzt gerne ein Steak…‘ weil ich mich ja einfach irgendwann dafür entschieden habe, keine Tiere mehr zu essen. Fleisch, Milch und Eier vermisse ich gar nicht. Mit Käse ist das so eine Sache. Mozarella und Feta sind schon als Rezepte in meinem Buch vertreten, aber ich hätte nichts dagegen wenn es jemandem gelingen würde, Gorgonzola und Parmesan auf pflanzlicher Basis zu entwickeln. Zur Not muss ich das halt demnächst selbst in Angriff nehmen.


Mehr Informationen

Autor: Sophia Hoffmann
Titel: Vegan Queens: Neue Rezepte und fantastische Küchengeschichten aus Sophias veganer Welt (Werbung)
Erschienen: 6. Oktober 2016
Verlag: Edel Books Verlag
Form: 224 Seiten
ISBN: 978-3841904782
Preis: 22,00 €

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Katrin Luber

Online-Redakteurin & Social Media Managerin bei Ist das vegan oder kann das weg?
Ich bin Katrin Luber, lebe seit Oktober 2014 vegan und startete diesen Blog im September 2015. Leser finden hier nützliche Informationen rund um das vegane Leben direkt aus der Praxis. Mein Anspruch ist es, aufzuklären und zu überzeugen, ohne erhobenen Zeigefinger. Ich wünsche vor allem viel Spaß beim Lesen 😉
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9 Kommentare

    • Moin Matthias,

      man kann aus Cashewkernen und Mandeln zum Beispiel ganz hervorragend veganen Käse machen. Dazu mixt du beispielsweise eine Packung ganze eingeweichte Mandeln mit 1L Wasser im Omniblend und presst sie dann durch ein Leinentuch. Jetzt hast du köstliche selbstgemachte Mandelmilch. Die harte Masse, die dann übrig bleibt, mischst du mit Zitronensaft, Salz, Pfeffer, etwas Olivenöl, Knoblauch und italienischen Kräutern und knetest das Ganze ordentlich durch. Dann backst du es 25 bis 30 Minuten bei 200°C Ober-/Unterhitze im Ofen, damit die Feuchtigkeit entweicht.

      Probier das mal aus!

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