Kvegks – vegan, bio, palmölfrei naschen und cracken!

Peter Link, Ulrich Grambke, Uta Mosecker
Peter Link, Ulrich Grambke, Uta Mosecker.

Als Peter Link nach 25 Jahren von Berlin zurück in seinen Geburtsort nach Dinklage im Landkreis Vechta in Niedersachsen zog, war er noch kein Veganer. Doch für ein sorgenfreies Leben als Fleischesser hatte er sich den falschen Landkreis ausgesucht – steht doch hier bei mir auf dem platten Land ein riesiger Stall neben dem anderen. Eines Tages im Sommer machte er eine Radtour und kam an einem großen Schweinestall vorbei. Dort war die Truhe für die gestorbenen Schweine für den Abtransport zu voll, viele Fliegen flogen umher und es stank furchtbar – das war der Moment, wo Peter Link bewusst wurde, dass es so nicht weiter geht mit dem derzeitigen System.

Er stellte seine Ernährung vor jetzt fast 3 Jahren auf vegan um, nahm etwa 30 Kilo ab und wurde ganz nebenbei auch seinen Diabetes los. Nun muss er gar keine Medikamente mehr nehmen. Peter war 1995 Mitgründer von united communications, einer Agentur für integrierte Markenkommunikation in Berlin, Hamburg, Peking und Shenzhen in China.

Auf der alternativen Partnerplattform Gleichklang.de lernte er Uta Mosecker aus Aachen kennen und lieben. Uta führte und beriet als Diplom-Kauffrau und Unternehmensberaterin mehrere Unternehmen, ist seit vielen Jahren Vegetarierin und nun auch Veganerin. 2013 gründete sie die Initiative „Eigenes Feld“, um Menschen die Möglichkeit zu bieten, ihr Gemüse selbst anzubauen. Inzwischen wohnt sie in Bersenbrück.

Erste Backversuche in der eigenen Küche

Im August 2014 gründeten sie die vegane Keksmanufaktur Kvegks und begannen bereits im Januar in der eigenen Küche vegane Kekse zu backen: „Die ersten Kekse schmeckten wirklich nicht lecker. Wir hatten einfach noch keine Erfahrung mit dem Backen ohne Eier und Butter.“ Deshalb suchten die beiden nach professioneller Hilfe – und fanden diese beim Andreaswerk in Steinfeld. Dort arbeiten Menschen mit Behinderung.

Kvegks – vegan, bio, palmölfrei

Da die Produkte von Kvegks vegan und bio sein sollten, war das Herausfinden geeigneter Rezepturen eine echte Herausforderung. Als erstes musste die Bäckerei des Andreaswerkes eine Biozertifizierung erhalten. Hier kooperierten sie mit dem Abteilungsleiter der Werkstatt, Ulrich Grambke.

Ab 2015 kam ein weiteres Problem dazu: Die beiden wollten kein Palmöl mehr verwenden. Doch ohne das geht es in der professionellen Bäckerei kaum noch. Ein Beispiel ist die Gebäckformmaschine: Ein Teig mit Palmöl löst sich leicht wieder von der Rolle und fällt so heil und formvollendet als Keks auf das Förderband. Bei Kokosfett ist die Rezeptur wichtig, da dieses Fett mehr klebt: „Von Januar bis Juli waren wir in der Probe- und Entwicklungsphase. Wir haben hier sehr eng mit Ulrich Teubert, dem Gruppenleiter der Bäckerei, zusammen gearbeitet und uns gegenseitig inspiriert. Ohne die Hilfe des Andreaswerkes würden die Kekse auf dem Weg zum Kunden zerbröseln. Nun kommen sie heil an,“ erklärt Uta.

Per Hand zu Keksen geformt

Der Teig wird gleich geknetet.
Der Teig wird gleich geknetet.

Die jeweiligen Mengen werden am Monitor grammgenau abgewogen und mit der Maschine zu Teig verarbeitet. Der kommt anschließend für eine Nacht in die Kühlkammer, damit er am nächsten Tag leichter mit der Hand verarbeitet werden kann. Morgens nimmt Ulrich Teubert die riesige Kiste spielerisch in die Hand und schüttet den gefrorenen Teig in die Knetmaschine. Diese knetet ihn noch einmal kräftig durch und anschließend wird er von den Mitarbeitern mit der Hand gerollt, geschnitten und auf dem Backblech verteilt. Einige werden von der Gebäckformmaschine zu runden gleichmäßigen Keksen geformt.

„Backt ihr eigentlich zu Hause noch Plätzchen,“ frage ich die netten Damen, die gerade die Walnußkekse von der Rolle schneiden und auf das Blech legen. „Ne, ich kann keine Plätzchen mehr sehen. Ich backe nur noch Kuchen. Die Plätzchen backt mein Mann,“ antwortet eine von den beiden. Kann ich verstehen, würde mir wahrscheinlich auch so gehen. 😀

Kekse aus der Gebäckformmaschine.
Kekse aus der Gebäckformmaschine.

Wenn der große Wagen voll mit den Blechen beladen ist, dann schiebt Ulrich Teubert ihn in den Ofen. Der hat wie eine Mikrowelle ein Karussell, auf dem sich der Wagen dreht. So wird gewährleistet, dass die Kekse gleichmäßig gebacken werden. Nach 8 Minuten bei 190 Grad sind sie fertig. Nach dem Abkühlen werden sie im Nebenraum abgezählt, gewogen und verpackt. Da das Kokosfett stark fettet, hält ein Mitarbeiter die Tüte auf und ein anderer füllt die Kekse hinein.

Bereit für den Ofen!
Bereit für den Ofen!

Keine Backtriebmittel, künstliche Aromen, Stabilisatoren und Konzentrate

„Supermärkte brauchen ein einheitliches Bild der Waren im Regal. Das wird als Facing bezeichnet. Mussten wir auch erst lernen,“ erzählt Peter. Daher nutzen sie für das Verschließen der Packungen eine Maschine, die die Tüten luftdicht verschweißt, die Etiketten werden per Hand aufgesetzt. Das frische Design wurde von einer mit Uta befreundeten Grafikerin aus Aachen entworfen.

Welche Sorten gibt es?

Die Kvegkse
Die Kvegkse

Nachdem die beiden mit Kvegks auf der Messe BioFach ausgestellt haben, wurde das Sortiment umgestellt. Jetzt gibt es bei den süßen Keksen die Sorten Ingwer, Kokos, Schoko, Walnuß und Dinkel. Cracker gibt es als Olive/Kräuter, getrocknete Tomate und Sesam/Sonnenblumenkerne. Die Linie EDITION mit Olive/Kräuter, getrocknete Tomate und Rosmarin ist im Naturkosthandel zu finden. Kaufen könnt ihr die Produkte online, im Lebensmittel- sowie im Wein- und Feinkosthandel. In Vegan-Boxen sind die Kekse und Cracker auch immer mal wieder zu finden.

Ich durfte alle Sorten kosten und fand bei den Keksen vor allem Ingwer, Schoko und Walnuß besonders lecker. Die Kekse sind nicht sehr süß, was ich angenehm finde. Bei den Crackern mag ich alle Sorten. Diese seien besonders bei Weinhändlern beliebt, erzählt Uta.

Cracker
Cracker

Kvegks verwendet nur Biozutaten aus kontrolliertem ökologischem Anbau sowie Vollwertmehle und Rohrzucker. Es werden keine Backtriebmittel, künstliche Aromen, Stabilisatoren und Konzentrate verwendet. Die Verpackungen sind umweltfreundlich, das Papier und Verpackungsmaterial ist aus nachhaltigem Anbau beziehungsweise aus Recyclingpapier. Das Füllmaterial ist sehr leicht und biologisch abbaubar und der Versand erfolgt klimaneutral.

Kvegks exportiert inzwischen nach Österreich, Irland, England und Frankreich und verhandelt gerade mit Interessenten aus weiteren Ländern, da vegan überall immer wichtiger wird. Peter ergänzt noch: „Wir sehen uns als veganes Biotop in der Tierhochburg Oldenburger Münsterland!“

Übrigens lässt Attila Hildmann seine Kekse auch im Andreaswerk in Steinfeld backen!

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Katrin Luber

Online-Redakteurin & Social Media Managerin bei Ist das vegan oder kann das weg?
Ich bin Katrin Luber, lebe seit Oktober 2014 vegan und startete diesen Blog im September 2015. Leser finden hier nützliche Informationen rund um das vegane Leben direkt aus der Praxis. Mein Anspruch ist es, aufzuklären und zu überzeugen, ohne erhobenen Zeigefinger. Ich wünsche vor allem viel Spaß beim Lesen 😉
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