Interview mit Fabian Kreipl: Lecker vegan essen mit vanilla bean!

vanilla beanDie Situation kennen wir wahrscheinlich alle: Man ist in einer fremden Stadt unterwegs, der Magen knurrt und Salat und Pommes sind keine Alternative. Ein leckeres veganes Gericht, das wäre traumhaft! Doch wo soll man das finden?

Die Lösung bietet die App vanilla bean, eine Idee der neu gegründeten Grünzeug GmbH. Sie zeigt dem hungrigen User, wie lecker und herzhaft man unterwegs vegan essen kann und welche Restaurants auf bio, Fair Trade, regionale Zutaten oder auch auf Lebensmittelunverträglichkeiten wie Gluten- oder Laktoseintoleranz achten. Das Start-up aus München wurde 2015 gegründet von ehemaligen Spezialisten des App-Marktführers Kupferwerk Tobias Kress, Christian Hengl, Bastian Schumacher und Fabian Kreipl sowie Thomas Leidner, Inhaber des veganen Katzencafés „Katzentempel“.

Mit hochwertigen Softwarelösungen wollen sie ihren Kunden eine nachhaltige Lebensweise erleichtern. Im Dezember stellte Apple vanilla bean an zweiter Stelle der besten neuen Apps in Deutschland vor. Von knapp 1,5 Millionen Apps schafften das seit Bestehen des App Stores in Deutschland bis jetzt nur etwa 0,2 Prozent. Sie ist mit 5 Sternen der bestbewertete Restaurantführer im App Store und mit 4,7 Sternen einer der bestbewerteten bei Google Play.

Gute Gründe also, um mit Fabian Kreipl, einem der Gründer, ein Interview zu führen.


Fabian Kreipl
Fabian Kreipl Foto: vanilla bean

Hallo Fabian, vielen Dank, dass du dir die Zeit für das Interview nimmst. Wer von Euch hatte die Idee zu der App?

Hallo Katrin! Ich freue mich über den Austausch mit dir! Also, die Idee zu vanilla bean hatte ich auf verschiedenen Reisen. Besonders ein kurzer Urlaub in Salzburg machte mir klar, dass man es als Veganer unterwegs nicht immer einfach hat. Mit vanilla bean wollen wir eine Lösung entwickeln, welche die Essenssuche für umwelt- und gesundheitsbewusste Menschen so einfach wie möglich macht. Unser Traum ist eine Welt, in der ich genau so leicht umweltbewusst konsumieren kann, wie konventionell. Egal wo ich bin. Ich denke, als Konsument hat man große Macht – man gibt quasi mit jedem Euro, den man ausgibt, seine Stimme ab.

Durch meine Reiseerfahrungen war die Idee zu vanilla bean eigentlich schon länger da. Mein Kollege und Mitgründer von vanilla bean, Bastian Schumacher, hat mich dann dazu gebracht, diese Idee ernsthaft zu verfolgen. Als wir bei einem leckeren veganen Essen beisammensaßen, sagte Basti, dass es an der Zeit ist, unsere Energie für etwas Sinnvolles zu verwenden. Eine App zu entwickeln, die einen positiven Impact auf unsere Welt hat. Da hat es bei mir Klick gemacht.

Wie seid ihr auf den Namen gekommen? Warum heißt die App so?

Bastian Schumacher
Bastian Schumacher Foto: vanilla bean

Die naturbelassene Vanille, also die Vanilleschote, ist eine der aromatischsten und wertvollsten Gewürze der Welt. Und Vanille macht gute Laune! Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass Vanille die Serotoninausschüttung anregt. Darüber hinaus wollen wir bei vanilla bean Geschmack und Genuss in den Vordergrund stellen. Man kann so lecker vegan essen! Es ist verrückt, was moderne Köche mittlerweile an rein Pflanzlichem zaubern können. Dabei spielt der geschickte Einsatz von Gewürzen eine zentrale Rolle. Aus beiden Überlegungen heraus kam der Name zustande.

Wann seid ihr an den Start gegangen?

Unsere App ist im August 2015 in Österreich mithilfe der Veganen Gesellschaft Österreich und im Dezember in Deutschland auf den Markt gekommen. Mittlerweile sind wir auch in Luxemburg und sehr bald auch in der Schweiz.

Wie habt ihr Euch kennengelernt?

Also Tobi, Chris und Basti kannte ich bereits aus meiner Zeit in einer großen App-Agentur. Basti holte Tobi dazu, der die Agentur früher verlassen hatte und ich lernte auf einem Trip in München Thomas kennen, der uns wunderbar komplettierte.

Habt ihr anderen auch ein ähnliches Erlebnis wie Thomas Leidner, der nach einer Magenoperation seine Karriere als Investmentbanker aufgab, Veganer wurde und das Café Katzentempel in München gründete? In dem Café leben sechs Katzen, die er aus dem Tierheim holte.

Thomas Leidner
Thomas Leidner Foto: vanilla bean

So einschneidend hatte ich zum Glück kein Erlebnis. Ich war fast 15 Jahre Vegetarier, phasenweise Pesco-Vegetarier, bevor ich konsequent Veganer wurde. Ich habe mich also schon immer viel mit Ernährung auseinandergesetzt. Ich denke, Ernährung macht einen großen Teil unseres Glücks aus. Ernährung ist Lebensqualität und auch Gesundheitsvorsorge. Dazu kommt: Als Jugendlicher habe ich No Logo gelesen von Naomi Klein, dass mir die Idee eingeimpft hat, dass wir mit unseren Konsumentscheidungen viel in der Welt steuern können. Im Beruf habe ich dann aber auch oft für die Gegenseite gearbeitet. Für Firmen oder Dienste, die ich eigentlich so nicht unterstützen möchte. Das hat irgendwie nicht zusammengepasst und ich habe das lange verdrängt.

Wie lange habt ihr an der App getüftelt?

Also vanilla bean wird ständig weiterentwickelt. Aber die jetzige Version hat etwa 1,5 Jahre an Tüftelei gebraucht.

Gratulation übrigens zum Sieg bei den Show Your App Awards 2016. Die Jury bestand aus Vertretern der Computer Bild, n-tv, PC-WELT, Macwelt und anderen Fachmedien. Eure App wurde zu den besten Apps 2016 im Bereich „Live & Style“ gewählt. Was war die Begründung dafür, euch auszuwählen?

Vielen Dank! Also, die Jury fand vor allem unsere einzigartige Restaurantampel überzeugend. Mit deren Hilfe kann man schnell eine ganz Reihe an Informationen scannen. Achtet das Lokal auf Bio, regionale Zutaten oder Fairtrade? Gibt es Rohkost oder glutenfreie Speisen? All das kann man bei vanilla bean auf einen Blick erkennen. Darüber hinaus haben Ihnen die einfache Nutzung, das Design und auch der Zweck gut gefallen. Mit vanilla bean kann jeder entdecken wie raffiniert pflanzliche Küche schmeckt. Das ist mittlerweile in mehr Lokalen möglich, als man denkt. Eine Jurytrophäe beim Show Your App Award ist eine große Ehre für uns.

Tobias Kress
Tobias Kress Foto: vanilla bean

Wo wohnt ihr? Alle in München? Hier ist es wahrscheinlich sehr leicht, als Veganer zu überleben, oder?

Nur Thomas wohnt in München. Der Rest des Teams ist in Regensburg. Deshalb fährt Thomas auch jede Woche nach Regensburg. In beiden Städten gibt es ein hervorragendes veganes Angebot. Regensburg wurde übrigens von PETA in einer Liste der veganfreundlichsten Städte Deutschlands genannt. Ein Besuch lohnt sich also nicht nur wegen der schönen Altstadt.

Wie sieht es allgemein aus: Wahrscheinlich sind die großen Städte schon gut abgedeckt mit veganen Angeboten?

Es ist fantastisch, wie sich durch die Mithilfe vieler Freiwilliger und Vereine die Abdeckung seit unserem Start massiv verbessert hat. Bei unserem Deutschlandlaunch im Dezember hatten wir etwa 800 Lokale. Mittlerweile sind über 2000 Lokale in vanilla bean. Großstädte sind sicherlich am besten abgedeckt, aber das liegt in der Natur der Sache, da vegan vor allem auch ein urbanes Thema ist. Doch wir stellen fest, dass uns auch immer mehr Tipps in kleineren Orten erreichen, was mich besonders freut.

Ich lebe ja in Niedersachsen auf dem Land und da ist es nicht so einfach. Ich habe allerdings das Glück, dass es durch einige engagierte Leute 2x im Monat einen Veggie Stammtisch mit veganer Speisekarte extra für uns gibt. Da geben sich die beiden Restaurants richtig Mühe, uns jedes Mal zu verwöhnen. Was für Erfahrungen habt ihr mit Restaurants im ländlichen Bereich?

Das ist schön zu hören mit eurem veganem Stammtisch! Vegane Stammtische finde ich eine großartige Idee. Ich besuche selber gerne den Stammtisch in Regensburg. Also ich komm ursprünglich aus Passau, einer Kleinstadt, direkt an der österreichischen Grenze und auch dort gibt es mittlerweile mehrere vegane Optionen und sogar ein rein veganes Lokal. Wie bereits angedeutet merken wir in der App hier einen deutlichen Zuwachs, der sich hoffentlich auch dank unseres Services behaupten kann und weiter wächst. Es würde mich freuen, wenn wir mit vanilla bean unseren Teil an dieser Entwicklung beitragen können.

Bekommt ihr viele Tipps für vegane Angebote über helden@vanilla-bean.de, die ihr neu einpflegen sollt? Prüft ihr die Angebote vor der Veröffentlichung?

Christian Hengl
Christian Hengl Foto: vanilla bean

Wir erhalten täglich viele Tipps, die alle von uns auch geprüft werden. So haben uns beispielsweise schon Tipps aus Bali, Spanien, Holland, Tschechien und der Schweiz erreicht. Fantastisch ist dabei, wie stark mittlerweile auch unsere Helden-Plattform genutzt wird. Unsere Helden-Community kann nämlich direkt Restaurants eintragen und Anpassungen vornehmen. Ohne diese Hilfe gäbe es kein vanilla bean – wir würden nur noch Lokale eintragen und könnten den Service überhaupt nicht entwickeln. Dabei gibt es immer wieder tolle Geschichten, wie die von Rocio, die uns hilft Lokale in ihrem Heimatland – in Spanien – einzutragen – oder von Natalie, welche Luxemburg eingetragen hat und mittlerweile betreut.

Wie wollt ihr die vielen Menschen erreichen, die sich für vegane Ernährung interessieren aber sie noch nicht ausprobiert haben?

Ich denke ein, guter Ansatz ist, mit Geschmack und Genuss zu überzeugen. Eines der größten Probleme des Veganismus ist das veraltete Klischee des genussfeindlichen Asketen. Das ist total veraltet, aber immer noch in vielen Köpfen drin. Umso wichtiger ist es, darauf hinzuweisen, wie fantastisch vegan schmecken kann. Das haben wir uns bei vanilla bean auch auf die Fahne geschrieben. Das Gute am Genuss: Man geht nicht auf Abwehrhaltung. Denn niemand fühlt sich angegriffen, wenn man dazu eingeladen wird, etwas Leckeres zu essen.

Kennen Veganer das vegane Restaurant ihrer Stadt nicht in- und auswendig?

Aus meiner Erfahrung häufig nicht. Es gibt so viel neue vegane Essensangebote, die es zu entdecken gibt und insbesondere viele Omni-Restaurants mit veganem Angebot sind oft nicht bekannt. Ich zum Beispiel dachte immer, ich kenne alle Lokale in Regensburg. Über die eigene App durfte ich dann selbst 4 neue Lokale mit einem dedizierten und abwechslungsreichen veganem Angebot finden.

Ich bin also unterwegs, mir knurrt der Magen, möchte aber keine Pommes essen. Wie kann mir vanilla bean helfen?

Mit dem Filter, der Standortsuche oder der Kartenfunktion kann man spielend leicht die besten veganen Locations finden. Ob in der Nähe oder in einer entfernten Stadt. vanilla bean kann man kostenlos runterladen im App-Store oder auf Google Play


Mehr Informationen

vanilla bean
Chip: Restaurants, die vegan und vegetarisch kochen auf einen Blick
Huffington Post: Die Geschichte dieses Mannes beweist, dass Veganer die glücklicheren Menschen sind
Geschäftsidee im Elevator Pitch: Veggie-App vanilla bean
Klarmobil: Neue Apps: Neuanfänge und leckeres Essen
Eatsmarter: Per App vegetarische und vegane Restaurants finden
Die Kolumnisten: Warum sind Veganer so unsympathisch?
deutsche startups: vanilla bean

Folge mir

Katrin Luber

Online-Redakteurin & Social Media Managerin bei Ist das vegan oder kann das weg?
Ich bin Katrin Luber, lebe seit Oktober 2014 vegan und startete diesen Blog im September 2015. Leser finden hier nützliche Informationen rund um das vegane Leben direkt aus der Praxis. Mein Anspruch ist es, aufzuklären und zu überzeugen, ohne erhobenen Zeigefinger. Ich wünsche vor allem viel Spaß beim Lesen 😉
Folge mir

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.