Gärtner gesucht für „1000 Gärten – Das Soja-Experiment“

Logo-ExperimentUns Veganern wird häufig von Fleischfressern vorgeworfen, wir wären verantwortlich für die Abholzung des Regenwaldes, da wir so viel Tofu essen. Viele Menschen wissen wahrscheinlich immer noch nicht, dass das Soja für die veganen Produkte meist nicht aus dem ehemaligen Regenwald kommt, sondern aus Europa oder anderen Gebieten.

Dabei verbraucht die Nutztierhaltung über 90 Prozent der globalen Sojaanbauflächen. Sojabohnen werden in Monokultur und unter Einsatz giftiger Pflanzenschutzmittel kultiviert, die nicht nur den Boden, sondern auch die Gesundheit von uns Menschen gefährden. Tofu oder Sojadrinks sorgen für eine viel ökologischere und ernährungsphysiologisch sinnvollere Verwertung – so verzehren wir die Pflanzen direkt und nicht über den „tierischen“ Umweg, was nicht nur ressourcenschonend und klimafreundlicher ist, sondern auch zum Tierwohl beiträgt.

1000 Gärten – Das Soja-Experiment

Sojaanbau in Deutschland war bisher klimatisch milden Regionen wie dem Oberrheingraben und Gunstlagen in Bayern vorbehalten.
Sojaanbau in Deutschland war bisher klimatisch milden Regionen wie dem Oberrheingraben und Gunstlagen in Bayern vorbehalten. Foto: Taifun

Um die Sojazüchtung in Deutschland weiter zu entwickeln, startet der Freiburger Biotofuhersteller Taifun 2016 gemeinsam mit der Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim „1000 Gärten — Das Soja-Experiment“. Mit Hilfe von 1000 Gärtnern sollen 1000 Sojastämme und 20 Sojasorten an möglichst vielen verschiedenen Standorten angebaut und die Ernte anschließend wissenschaftlich ausgewertet werden. So sollen die besten Sorten und Stämme herausgefunden werden. Aus diesen können neue Sojasorten gezüchtet werden, die in Deutschland gut gedeihen und sich für die Herstellung von Tofuprodukten eignen.

Jeder kann mitmachen, der mindestens 6m² Boden zur Verfügung hat. Foto: Taifun
Jeder kann mitmachen, der mindestens 6m² Boden zur Verfügung hat. Foto: Taifun

Dafür werden in ganz Deutschland Hobby- und Profigärtner sowie Landwirte gesucht, die sich an dem Experiment beteiligen wollen. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 28. Februar 2016. Falls ihr von April – Oktober 2016 in eurem Garten 6 – 12 Quadratmeter Fläche zur Verfügung stellen und mindestens einmal wöchentlich den Versuch kontrollieren, die Fläche bewässern und von Wildkräutern befreien könnt, solltet ihr euch auf der Homepage der Aktion www.1000Gärten.de bewerben. Vorher müsst ihr noch die „Gärtner Eignungsprüfung“ machen und der Aussaat und Pflege von Sojabohnen, Übermittlung von Vegetationsdaten sowie Rücksendung von Erntematerial zustimmen. Taifun und die Uni Hohenheim stehen euch während des gesamten Versuchsablaufs beratend zur Seite und gewähren Einblicke in den Sojaanbau, Züchtungsmethoden und vieles mehr.

Die einzelnen Phasen des Projektes sind von April bis Mai die Saatphase, von Juni bis Juli die Blütephase, von August bis September die Reifephase, von September bis Oktober die Erntephase und anschließend von November bis April 2017 die Testphase der Tofueignung.

Taifun sucht Hobbygärtner, Profigärtner und Landwirte für die Teilnahme am Soja-Experiment. Foto: Taifun
Taifun sucht Hobbygärtner, Profigärtner und Landwirte für die Teilnahme am Soja-Experiment. Foto: Taifun

In Deutschland wird Soja bereits seit den 70er Jahren angebaut, jedoch nur in den klimatisch milden Regionen wie dem Oberrheingraben und Gunstlagen in Bayern. Taifun bezieht bereits heute 25 Prozent seiner Sojabohnen von hier, weitere 65 Prozent stammen aus Österreich und Frankreich. Neue standortkompatible und kühleresistente Sorten sollen eine Ertragssteigerung ermöglichen und so die stetig wachsende Nachfrage nach Soja für Veganer und Vegetarier decken. Der heimische Anbau von Soja verringert lange Transportwege und garantiert eine gesicherte Herkunft.

Soja ohne Gentechnik

Leckerer Tofu! Foto: Taifun
Leckerer Tofu! Foto: Taifun

Martin Miersch, Leiter des Landwirtschaftlichen Zentrums für Sojaanbau und Entwicklung bei Taifun, erklärt das Projektvorhaben: „Mit innovativen Züchtungsmethoden und ohne den Einsatz von Gentechnik möchten wir von Taifun mit wissenschaftlicher Unterstützung der Uni Hohenheim die Züchtung von tofugeeigneten Sorten in Deutschland vorantreiben und damit die Sortenvielfalt fördern.“ Auch die Landessaatzuchtanstalt der Uni Hohenheim ist sehr interessiert an den Ergebnissen, wie Dr. Volker Hahn, Leiter des Fachbereichs Leguminosen, ergänzt: „Mittels unterschiedlichster, deutschlandweiter Standorte wollen wir Erkenntnisse beispielsweise über Blühphase, Größe der Pflanzen, Ertrag und Reife der Sojastämme gewinnen.“

Auch der Einfluss des Standortes auf den Eiweiß- und Fettgehalt der Sojabohnen und die späteren Tofueigenschaften soll untersucht werden. Denn nicht jede Sojasorte eignet sich für die Herstellung von Tofuprodukten mit einer hohen ernährungsphysiologischen Qualität. Nach Auswertung des Feldversuchs werden die vielversprechendsten Stämme und Sorten für weitere Züchtungen zur Verfügung gestellt, um so die Entwicklung von optimal standortangepassten und ertragreichen Sorten zu fördern.

Gut für Mensch und Boden

In keiner anderen Leguminose konzentrieren sich so viele wertvolle und essentielle Inhaltsstoffe wie in der Sojabohne. Foto: Taifun
In keiner anderen Leguminose konzentrieren sich so viele wertvolle und essentielle Inhaltsstoffe wie in der Sojabohne. Foto: Taifun

Die Sojabohne liefert als Leguminose viele wertvolle und essenzielle Inhaltsstoffe und wird auch in der Landwirtschaft geschätzt, da sie anderen Eiweißpflanzen auch aufgrund ihres hohen Eiweißertrages und ihrer besonderen Krankheitstoleranz überlegen ist. Als Kulturpflanze auf einem nachhaltig bewirtschafteten Acker eingesetzt, trägt sie zu einem lebendigen und fruchtbaren Boden bei. Soja bindet wertvollen Stickstoff im Boden und bereitet den Boden optimal für nährstoffhungrige Folgekulturen auf. Dies dämmt den Einsatz von Düngemitteln ein und schützt die Umwelt.

Marktführer für Tofu- und Tofuprodukte

LogoTaifun gehört zur 1987 gegründeten Life Food GmbH und ist Pionier im Bereich der vegetarischen und veganen Ernährung. Taifun ist Marktführer für Tofu- und Tofuprodukte in Deutschland und bezieht für das derzeit rund 30 Produkte umfassende Sortiment seine Rohstoffe ausschließlich aus ökologischem Landbau, davon rund 90 Prozent aus europäischer Herkunft. Mit den Landwirten pflegt Life Food langfristige und vertraglich abgesicherte Geschäftsbeziehungen. Das firmeneigene „Landwirtschaftliche Zentrum für Sojaanbau und Entwicklung“ (LZ Soja) setzt sich bereits seit sechs Jahren für die Sortenentwicklung ein. Seit 2013 beteiligt sich das LZ Soja zudem am Projekt „Soja-Netzwerk zur Ausweitung des Sojaanbaus in Deutschland“ im Rahmen der BMEL-Eiweißpflanzenstrategie.

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Katrin Luber

Online-Redakteurin & Social Media Managerin bei Ist das vegan oder kann das weg?
Ich bin Katrin Luber, lebe seit Oktober 2014 vegan und startete diesen Blog im September 2015. Leser finden hier nützliche Informationen rund um das vegane Leben direkt aus der Praxis. Mein Anspruch ist es, aufzuklären und zu überzeugen, ohne erhobenen Zeigefinger. Ich wünsche vor allem viel Spaß beim Lesen 😉
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