Rezension & Interview: Suppen aus China – vegane Rezepte für den Alltag!

Suppen aus China - vegane Rezepte für den AlltagWenn mich jemand fragen würde, welche Länderküche ich für mein restliches Leben essen wollen würde, ich glaube, ich würde die chinesische, japanische und indische nehmen 🙂 Klar italienisch ist lecker und hier in Deutschland gibt es auch echte Köstlichkeiten. Aber wenn ich nicht mindestens 1x in der Woche Curry, Ingwer, Sojasoße, Koriander (am liebsten frisch und in Mengen) oder Kreuzkümmel zu mir nehmen kann, bekomme ich schlechte Laune!

Logo-Drachenhaus-VerlagUmso mehr freute ich mich darüber, dass ich von dem kleinen Drachenhaus Verlag das Buch „Suppen aus China – vegane Rezepte für den Alltag“ zugeschickt bekam. Ich denke, dieses Buch wird noch sehr oft hervorgeholt werden. Die Sinologin Nora Frisch gründete 2010 den Drachenhaus Verlag. Ihr Ziel ist es, „Jugendlichen und Erwachsenen China näherzubringen – seine kulturellen und historischen Wurzeln genauso wie seine Gegenwart, seine Hochkultur wie seine Alltagskultur. Die Drachenhaus-Bücher bauen eine Brücke zwischen den Kulturen.“ Der Drachenhaus Verlag beginnt mit diesem ersten Band aus der Reihe „Chinas Küche“ seine kulinarische Reise in das Land der Mitte. Dieses Buch brachte sie gemeinsam mit Ming Dittel und dem Fotografen Jürgen Bubeck heraus. Mehr erfahrt ihr im Interview mit Nora Frisch weiter unten.

Ernährung nach den 5 ElementenErnährung nach den fünf Elementen

„Hast du schon gegessen?“ ist eine gängige Begrüßungsformel in China denn Essen spielt hier eine große Rolle. Nicht nur, wie bei uns, als gesellschaftliches Beisammensein und zur Nahrungsaufnahme – Essen ist hier Medizin. Leser erfahren in den ersten 3 Kapiteln alles zur chinesischen Ernährungslehre nach Yin und Yang sowie der 2500 Jahre alten Lehre der 5 Elemente. So werden alle Komponenten des Universums durch die Bewegung und Interaktion der 5 Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser hervorgebracht und ausgelöscht.

Holz steht dabei beispielsweise für Aufbruch wie die Knospen im Frühjahr. Sommer ist Dynamik und Aktion und dem Element Feuer zugeordnet. Erde ist der Spätsommer, wenn aus den Blüten Früchte werden, und steht für Veränderung. Metall ist Reife und Ablösung wie der Herbst und Wasser symbolisiert die Ruhe und Beschaulichkeit des Winters, in dem sich alle Kräfte für das neue Jahr sammeln.

InhaltsverzeichnisDas Buch ist nach den 5 Elementen aufgebaut und die Rezepte passen jeweils in die entsprechenden Jahreszeiten. Die Rezepte haben sehr schöne Namen, die irgendwie zu China passen: „Kühler Wind in jungen Zweigen“, „Gedicht vom Smaragdsee“, „Blätterrauschen im Sommerregen“ oder „Wilder Ritt durch herbstliche Steppe“. Gerade letzteres Rezept ist ideal für Gäste, denn es ist ein Fondue. Ich will dieses demnächst Mal mit ein paar Freunden ausprobieren. Ich hoffe, ich muss dafür keinen wilden Ritt hinlegen 🙂

Im hinteren Teil werden die wichtigsten Zutaten der chinesischen Küche und ihre Zutaten in einer Tabelle vorgestellt, eingeteilt in wärmend, neutral oder kühlend. Passend zu Yin und Yang.

Chilipaste und Gemüsebrühe als Grundrezept

Tautropfen
Tautropfen

Bisher testete ich „Frühlingsduft“ und „Tautropfen“, zwei gegensätzliche Suppen, denn die eine ist Holz und die andere Wasser. Frühlingsduft ist eine erfrischende Gemüsesuppe mit Kirschtomaten, Shiitakepilzen, Morcheln und Seidentofu. Der Geschmack war zitronig durch Limettensaft und -blätter. Tautropfen ist eine Suppe mit Sesam und schwarzen Bohnen und Champignons. Hier war der Geschmack gar nicht typisch „bohnig“ sondern abwechslungsreich durch die vielen verschiedenen Zutaten. Beide Suppen waren ein echter Genuss! Kein Vergleich zum China Imbiss oder dem herkömmlichen Chinarestaurant wie wir es in Deutschland oft haben. Übrigens isst man in China die festen Bestandteile mit den Stäbchen und löffelt oder trinkt die Suppe dann zum Schluss.

GemüsebrüheVor dem Genuss steht jedoch erst einmal das Einkochen der Gemüsebrühe. Die Zutaten hierfür hatte ich größtenteils sowieso schon zu Hause: Weißkohl, Karotten, Maiskolben, Sellerieknolle, Rettich, Sojabohnen, Datteln (Jujube), Shiitakepilze und natürlich Wasser. 4 Stunden einkochen lassen und man hat einen wunderbaren Fond für etwa 3 bis 4x Suppe kochen. Die Chilipaste besteht aus Chilischoten, Ingwer, Knoblauch, Maiskeimöl, Bohnenpaste, Rohrzucker, weißer Essig, Salz und Erdnüssen. Aufbewahren kann man diese in einem sauberen luftdicht verschlossenen Glas.

Was hat Sie dazu bewogen, den Verlag zu gründen?
Nora Frisch
Nora Frisch

Ich hatte während meines Studiums in Heidelberg mit ein paar Studienkollegen mehrmals Chinaprojekte an Schulen durchgeführt. Ziel war es, den Kindern auf möglichst anschauliche Art und Weise die unterschiedlichsten Aspekte der chinesischen Kultur nahezubringen. Die Herausforderung, komplexe Themen einfach und klar verständlich darzustellen, hat mir immer großen Spaß gemacht. Meine Bücher sind eigentlich eine Weiterentwicklung dieser Tätigkeit – unsere Chinaprojekte gibt es jetzt sozusagen in Papierform. Der große Vorteil dabei ist, dass man in dieser Darstellungsform auch noch eine weitaus größere Reichweite hat.

Wieviele Mitarbeiter haben Sie?

Keine Festangestellten, ich arbeite ausschließlich mit freien Grafikern, Lektoren, Illustratoren, etc. Lediglich die Vertreter und Frau Terzo als PR-Dame haben einen Vertrag.

Wie haben Sie Ming Dittel kennengelernt?

Ich glaube, Frau Ming Yin-Dittel hatte über eine Bekannte, die auf der Leipziger Buchmesse an meinem Stand war, von unserem Verlag erfahren. Eines Tages hat sie mich angeschrieben und gefragt, ob ich an einer Zusammenarbeit interessiert bin. Das war ich natürlich und so kam es zu unserem Suppenkochbuch. Derzeit arbeitet sie bereits an einem weiteren Buch, ein Drittes mit ihr ist in Planung.

Warum haben Sie das Buch herausgegeben?

Ich hatte im Laufe der Jahre viele Rezepte zusammengesammelt, und als Frau Terzo die Idee zu einem Suppenbuch hatte, hatte ich gleich eine ganze Reihe an Rezepten parat. Der Fotograf Jürgen Bubeck fand die Idee auch gut und so kam es zu diesem Projekt, das uns allen wirklich großen Spaß gemacht hat!

Sind die Rezepte original chinesisch oder haben Sie diese europäisiert?

In China wird sehr viel mit dem, was die Speisekammer oder die Jahreszeit gerade hergeben gekocht. Daher sind die Rezepte auch lediglich als Vorschläge zu betrachten, die Zutaten sind je nach Saison und Vorlieben austauschbar.

Ernähren Sie sich vegan? Wenn ja, seit wann und warum?

Nein, nicht ganz vegan, ich bin Vegetarierin, obwohl ich sehr wenige Milchprodukte und auch kaum Eier verwende. In China habe ich allerdings so gut wie vegan gelebt, da die Chinesen traditionell ohnehin auf Milchprodukte verzichten. Das hat sich zwar in den letzten 20 Jahren geändert, aber damals war man als Vegetarier automatisch vegan unterwegs.

HolzFahren Sie häufig nach China?

Derzeit fahre ich etwa alle 1 bis 2 Jahre einmal nach China – wenigstens an der Pekinger Buchmesse Ende August versuche ich teilzunehmen!

Wie ist es als Veganer in China? Gibt es viel Auswahl oder ist es eher kompliziert?

Nein, kompliziert ist es eigentlich nicht. Es gibt eine enorme Auswahl an Gemüserezepten. Wenn man nur deutlich genug kommunizieren kann, dass man absolut kein Fleisch isst, bekommt man üblicherweise vegane Speisen serviert, da Milchprodukte in der chinesischen Küche immer noch nicht sehr verbreitet sind (s.o.).

Werden noch weitere vegane Kochbücher folgen?

Ja, drei weitere sind in Planung, zwei davon bereits im Entstehen.


Mehr Informationen

Drachenhaus Verlag
Terzo PR
Fotograf Jürgen Bubeck

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Katrin Luber

Online-Redakteurin & Social Media Managerin bei Ist das vegan oder kann das weg?
Ich bin Katrin Luber, lebe seit Oktober 2014 vegan und startete diesen Blog im September 2015. Leser finden hier nützliche Informationen rund um das vegane Leben direkt aus der Praxis. Mein Anspruch ist es, aufzuklären und zu überzeugen, ohne erhobenen Zeigefinger. Ich wünsche vor allem viel Spaß beim Lesen 😉
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