Rezension: Ein Lebenshof für Tiere – veganes Brettspiel

Ein Lebenshof für TiereAuf dem veganen Sommerfest in Berlin besuchte ich den Stand von Kaspar Spanuth und seiner Frau Simone aus Wolfsburg, die ihr veganes Brettspiel „Ein Lebenshof für Tiere“ vorstellten. Dafür gründete der Lehrer dieses Jahr Vegwiser Medien. Spanuth erzählt, dass er immer schon gerne Spiele gespielt habe und bereits länger die Idee gehabt habe, ein Spiel mit Vegan-Bezug zu entwickeln.

Seine Intention war es, den ganzen Bauernhof- und Zoospielen, die es gibt, etwas entgegenzusetzen: „Seit 2012 habe ich dann an der Spielidee gefeilt, teils mit längeren Unterbrechungen. Die Umstellung auf einen kooperativen Spielmechanismus brachte schließlich den Durchbruch.“

Spieler werden zu Tierrettern

Am Anfang bewohnen nur die Katze und der Hund den Lebenshof.
Am Anfang bewohnen nur die Katze und der Hund den Lebenshof.

Ich muss zugeben, dass ich sonst nicht viel spiele und am Anfang nach dem Durchlesen der Anleitung nur Bahnhof verstand. Aber nach der ersten Runde mit meiner Freundin und gefühlt 100x nachlesen in der Anleitung fiel der Groschen und plötzlich war alles ganz klar.

Der Clou des Spiels ist es nämlich, nicht gegeneinander zu spielen, sondern gemeinsam so viele Tiere zu retten wie möglich. Die Spieler betreiben zusammen einen Lebenshof, den sie im Lauf des Spiels immer mehr vergrößern müssen – mit den Baukarten. Dafür müssen aber erst einmal die jeweiligen Ställe gebaut werden. Schließlich wollen sich Schweine im Schlamm wälzen, die Enten brauchen Wasser und die Hühner im Boden scharren und picken. Die Spieler befreien sie quasi virtuell aus der Massentierhaltung, dem Tierversuchslabor oder Zirkus.

Vorteilskarten
Vorteilskarten

Um möglichst alle Tiere zu retten, muss man schon einige taktische Überlegungen anstellen und lieber erst den Hof vergrößern und dann die Tiere retten. Schließlich muss man diese ja auch unterbringen können. Als Joker dienen die Vorteilskarten, die man sinnvoll einsetzen muss und einige Male untereinander austauschen kann.

Der Praxistest

Tierplättchen
Tierplättchen

In der ersten Runde haben wir verloren, denn wir waren handlungsunfähig geworden. Laut Anleitung hatte man dann verloren. Aber wir hatten jetzt verstanden, wie der Hase läuft 😉 In der zweiten Runde lief alles rund: Wir konnten immerhin 19 von 24 Tieren retten, in der Dritten immerhin 22. Das Spiel macht sogar Erwachsenen Spaß da man nicht einfach nur würfeln, sondern wirklich sein Oberstübchen benutzen muss. Ziehe ich eine Baukarte und vergrößere den Hof? Ziehe ich ein Tierplättchen oder ist gerade ein Tier auf dem Spielfeld, für das bereits ein Stall auf dem Hof vorhanden ist? Dann brauche ich ein Rettungsplättchen.

Pro Runde ist nur eine dieser Aktionen möglich. Zusätzlich muss man würfeln und das Tierplättchen auf dem Spielfeld vorsetzen. Damit das Tier noch gerettet werden kann, ist es nötig, die Vorteilskarten einzusetzen. Mit einigen kann man es wieder an den Anfang zurücksetzen und ihm eine neue Chance geben, gerettet zu werden.

Für wen ist das Spiel gedacht?

Spielbrett
Spielbrett

Ein Lebenshof für Tiere hat einen mittleren Schwierigkeitsgrad, was bedeutet, es ist eine gewisse Herausforderung, alle Tiere zu retten und eine mittlere Spieldauer von etwa 30 Minuten. Für Kinder ab 4 Jahren ist es auch in einer stark vereinfachten Variante spielbar. Es kann mit 2, 3 und 4 Spielern gespielt werden. Die normale Variante ist für Kinder ab 8 Jahren geeignet, allerdings nur unter Anleitung von Erwachsenen.

Wie entstand das Spiel?

Ein Lebenshof für TiereDas Spiel wurde in der ersten Auflage mit 1500 Exemplaren gedruckt und gilt somit als Kleinstauflage. So erklärt sich auch der Preis von 22 Euro, da neben den Produktionskosten alle Einmalkosten auf diese Auflage umgelegt werden mussten. Dies sind beispielsweise Kosten für Grafik, Stanzformen, Spedition und vieles mehr. Die Produktion eines Spiels ist deutlich komplexer als die eines Buches, weshalb es keinen Spielraum für eine Händlermarge gibt. Der Gewinn soll Lebenshöfen zugutekommen.

Der Slogan „Das erste vegane Brettspiel“ ist inhaltlich gemeint – es geht nicht um Tiere im Zoo oder auf einem Bauernhof, sondern um Tiere auf einem Lebenshof. Das Spiel wurde gedruckt von der veganen Werbeagentur und Druckerei voice-design. Zu bestellen ist das Spiel über die Homepage von Vegwiser Medien.


Mehr Informationen

Ein Lebenshof für Tiere
Autor: Kaspar Spanuth
Illustrationsideen: Simone Spanuth
Grafik & Produktion: voice design | Werbung, Design & Druck | vegan-druck.de
Preis: 22 €

Vegwiser Medien

Video-Rezension

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Katrin Luber

Online-Redakteurin & Social Media Managerin bei Ist das vegan oder kann das weg?
Ich bin Katrin Luber, lebe seit Oktober 2014 vegan und startete diesen Blog im September 2015. Leser finden hier nützliche Informationen rund um das vegane Leben direkt aus der Praxis. Mein Anspruch ist es, aufzuklären und zu überzeugen, ohne erhobenen Zeigefinger. Ich wünsche vor allem viel Spaß beim Lesen 😉
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