Frosta-Recherchereise: Schockgefrostet in Bremerhaven!

Als ich die Werbung von Utopia für die Recherchereise nach Bremerhaven zu Frosta sah, klickte ich sofort auf den Link und bewarb mich mit einer kurzen Mail. Neun Tage später war ich gerade mit meiner Nichte in Potsdam beim Stadtbummel, als mein Handy piepste und ich die Mail las. Ich durfte tatsächlich nach Bremerhaven. Regina Nowak von Utopia schickte uns etwa zwei Wochen später die Unterlagen zu der Fahrt. Es sollte um vegetarische und vegane Produkte von Frosta gehen!

Kennt ihr das auch aus Filmen? Wichtige Persönlichkeiten werden von einem Taxifahrer mit einem Schild in der Hand abgeholt. Das wollte ich immer schon mal erleben 🙂 Nun am Hauptbahnhof stand ein sympathischer Fahrer mit einem Frosta-Schild in der Hand! 

Ich war das erste Mal in Bremerhaven und guckte interessiert aus dem Fenster. Das Wetter war allerdings typisch norddeutsch diesig und regnerisch. Unser Hotel war das Atlantic Hotel Sail City direkt am Hafen und neben dem Klimahaus.

Der Blick aus meinem Hotelzimmer
Der Blick aus meinem Hotelzimmer

Get Together im Hotel mit Studentenfutter

Der Blick aus meinem Zimmer im fünften Stock war wirklich wunderschön, bei Sonnenschein hätte ich noch mehr davon gehabt. Mittlerweile knurrte mir der Magen, da ich zum Frühstück nur eine Schale Erdbeeren mit Sojajoghurt und im Zug zwei Bananen hatte. Aber beim „Get Together“ sollte es etwas zu Essen geben. Bereits im Taxi hatte ich einige von den Bloggern kennengelernt und Regina von Utopia. Alle sehr nett.

Das Büfett ließ mich kurz verzweifeln: Mein knurrender Magen wollte leckere Wraps mit Salat und Bohnenmus, Schnittchen mit Aufstrich und frischen Sprossen, Smoothies oder Falafeln. Kurz: etwas was einen satt macht für die Wanderung von Bremerhaven bis in die Antarktis!

Stattdessen gab es einen Obstkorb, vegane Schokolade, einen ganz kleinen Obstsmoothie und Studentenfutter. Davon aß ich besonders viel, da ich wusste, es macht am längsten satt. Als wir alle eingetroffen waren, prosteten wir uns mit dem Smoothie zu und machten Small Talk. Jedoch war keine Vorstellungsrunde geplant. Schade, ich wusste somit gar nicht, wie die anderen hießen und wie viele Veganer dabei waren.

Ein Wechselbad der Gefühle im Klimahaus

Frosta-GeschenkeIhr habt euch sicherlich schon gefragt: Antarktis? Ja! Nach dem kleinen Snack gingen wir direkt zum Klimahaus zur kostenlosen Führung. Vorher stellten wir unsere Sachen in der Frosta-Kochschule ab. Dort war schon ein Tisch liebevoll gedeckt und auf jedem Platz waren einige Präsente für uns angerichtet. Der Clou: Wie ihr seht, bekamen wir ein Buch über Zusatzstoffe in Lebensmitteln ausgerechnet von Udo Pollmer! Ich musste erst mal herzhaft lachen 😀

Auf der Wanderung folgten wir unserem sympathischen Führer durch unterschiedliche Klimazonen entlang des achten Längengrades Ost. Wir lernten viel über die Zusammenhänge zwischen Wetter und Klima, den Klimawandel sowie verschiedene Kulturen und Lebensweisen von Menschen.

Die Sahelzone in Niger
Die Sahelzone in Niger

Beeindruckend fand ich die Stimmung in der Sahelzone in Niger bei den Tuareg. Der Raum hatte einen großen Monitor an der Wand, auf dem ein Film über das Leben der Nomaden ablief. Besucher konnten sich auf Matratzen legen und in Ruhe den Film genießen. Die Matratzen lagen auf einem sandfarbigen Steinboden, auf dem minimalistisch ein Knochen, eine Wurzel und ein Baum standen. Der Baum hatte keine Blätter. Der ganze Raum strahlte eine Ruhe aus, wie man sie sich in der Wüste vorstellt. Die Tuareg sind glücklich mit ihrem Nomadenleben, lernen wir. Frauen sind bei ihnen gleichberechtigt und jeder im Stamm hat eine wichtige Aufgabe zu erfüllen. Sehr heiß war es!

In der Antarktis
In der Antarktis

Der Kälteschock kam kurze Zeit später in der Antarktis, in der natürlich Minustemperaturen herrschten. Dieser Raum wurde von echtem Eis geprägt. Das aufgebaute Zelt und das Eis ließen trotz der Temperaturen mein altes Polarherz höher schlagen – ich fühlte mich in die Zeit von Amundsen, Shackleton und Nansen zurückversetzt. In Samoa war es wieder tropisch warm und wir genossen Fische im Riff und Südseefeeling.

Neue vegane Produkte in der Frosta-Kochschule

Maren Ude, Trainee bei Frosta und für die Veggie-Sparte zuständig, informierte uns in einem Vortrag über die Geschichte von Frosta, die Besonderheiten wie das Frosta-Reinheitsgebot sowie den neuen Zutatentracker. Woher kommen die Zutaten in dem Frostabeutel? Einfach den achtstelligen Produktionscode in das dafür vorgesehene Feld eingeben. Jetzt sieht man, aus welchem Land die einzelnen Zutaten kommen. Bei Produkten aus Deutschland geht die Rückverfolgung sogar bis zum jeweiligen Feld und Landwirt. Eine tolle Sache!

Bratkartoffel Gemüse-PfanneFür die Vegetarier gab es verschiedene Gemüsesorten in Butter und für die Veganer die neue Bratkartoffel Gemüse Pfanne sowie die Spätzle Pfanne mit Gemüse. Wir kochten die Beutel alle selbst.

Ehrlich gesagt war ich etwas enttäuscht. Ich hatte etwa ein Jahr kein Frosta mehr gegessen, da ich seit ich vegan lebe, nur noch frisch koche. Bratkartoffeln mache ich mir aus frischen Kartoffeln in Olivenöl mit Rosmarin und Knoblauch. Nun war ich extra nach Bremerhaven gefahren, hatte ich mich irrsinnig auf den Tag gefreut – und es gab mehlige Kartoffeln mit grünen Bohnen? Die Spätzle Pfanne war auch mit dem gleichen Gemüse wie die Bratkartoffeln. Nur mit dem Unterschied, dass die Nudeln wirklich gut schmeckten. Ich aß viel von ihnen, denn ich hatte einen Bärenhunger.

Gemeinsames Kochen in der Frosta-Kochschule
Gemeinsames Kochen in der Frosta-Kochschule

Aber mal unter uns: Hätte Attila Hildmann ein Kochbuch herausgegeben mit Bratkartoffeln und grünen Bohnen, würde er heute nicht Porsche fahren! Die vegane Küche lebt nicht davon, dass wir einfach das Fleisch weglassen und nur die Beilagen essen. Wo bleibt hier das berühmte Protein? Das bisschen in den grünen Bohnen würde einem Patrik Baboumian garantiert nicht reichen. Kein Tofu, keine Linsen, keine Nüsse – alles Fehlanzeige. Diese beiden Produkte überzeugten mich nicht!

Leider war kein Abendprogramm geplant und wir bekamen auch keine Informationen oder Tipps, wo wir eventuell noch hingehen könnten. Ich brauchte aber nach dem Klimahaus noch ein bisschen Bewegung und frische Luft. Gemeinsam mit einer Bloggerin erkundete ich den Hafen von Bremerhaven bei Nacht und Nieselregen.

Frosta-Werksbesuch: So werden Nudeln gemacht!

Man muss sich schon direkt an die Scheibe stellen und die Hand vor die Augen legen, damit man im Inneren etwas erkennen kann.
Man muss sich schon direkt an die Scheibe stellen und die Hand vor die Augen legen, damit man im Inneren etwas erkennen kann.

Am nächsten Tag fuhr uns ein Taxi in das Werk von Frosta, in dem wir uns exklusiv die Zubereitung von Veggie-Produkten angucken durften. Stolz verkündete Maren Ude auch die Einrichtung der „gläsernen“ Produktion. Dafür hatte Frosta die Wände eingerissen und durch Glas ersetzt. Nun konnten Spaziergänger transparent die Fertigung von Fischstäbchen verfolgen. Leider war aber die uns versprochene Produktion zu dem Zeitpunkt nicht im Gange. Durch die Spiegelung im Glas konnten wir auch nicht viel erkennen.

Die folgenden Bilder sind von Frosta aufgenommen, da wir im Werk nicht fotografieren durften.

Bevor es in die heiligen Hallen ging, mussten wir uns entsprechend kleiden. Was sahen wir alles? Gewürze für die Currymischung werden extra einzeln von Frosta ausgewählt und grammgenau gemischt. Im eiskalten und sehr lauten Tiefkühlraum mischt eine Maschine die einzelnen Gemüsesorten in den Beutel. Die Mehlschwitze wird wie bei Oma aus Butter und Mehl angerührt. Die Soßen werden mittels einer Maschine gleichmäßig mit Luftdruck auf das gefrorene Gemüse geblasen. So verteilt sich die Soße gleichmäßig und wird nicht ein großer Klumpen im Beutel.

Besonders beeindruckt hat mich die riesige Nudelmaschine. Ein Teig von knapp einem Meter Breite kommt an einem Stück aus der Maschine und wird in Streifen geschnitten für Bandnudeln. Diese werden anschließend sofort schockgefroren und in die Beutel eingeschweißt. Mein Tipp: Frosta sollte diese wirklich gut schmeckenden Nudeln auch einzeln verkaufen. Ich wäre eine treue Kundin, auch für die Gewürzmischungen.

Zum Abschluss der zwei Tage in Bremerhaven wurde in den Räumen von Frosta für uns gekocht. Für Veganer gab es das Wok Mangocurry. Sehr lecker! Hier hatte ich nichts zu meckern 🙂 Zu Hause angekommen brauchte ich aber erst mal was Frisches und machte mir einen riesigen Salat.

Auch wenn ich den einen oder anderen Kritikpunkt hatte: Ich danke Frosta und Utopia für dieses einmalige Erlebnis und die Chance, bei einem nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen wie Frosta hinter die Kulissen blicken zu dürfen!

 

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Katrin Luber

Online-Redakteurin & Social Media Managerin bei Ist das vegan oder kann das weg?
Ich bin Katrin Luber, lebe seit Oktober 2014 vegan und startete diesen Blog im September 2015. Leser finden hier nützliche Informationen rund um das vegane Leben direkt aus der Praxis. Mein Anspruch ist es, aufzuklären und zu überzeugen, ohne erhobenen Zeigefinger. Ich wünsche vor allem viel Spaß beim Lesen 😉
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